# taz.de -- Vorschläge der Rentenkommission: Die Verteilungsfrage bleibt ungeklärt
> Das Renteneintrittsalter steigt, das Rentenniveau sinkt. Die Probleme
> kleiner Renten in den Vorschlägen der Rentenkommission werden kaum
> angegangen.
(IMG) Bild: Eine sozial gerechte Rentenreform ist ein schwieriges Unterfangen
Man merkt, dass die Rentenkommission bemüht ist, sich einen Anschein von
Fairness zu geben, aber aus den [1][nun vorzeitig bekannt gewordenen
Vorschlägen zur Rentenreform] geht auch hervor: Was in Zukunft mit
denjenigen passiert, die schlecht bezahlt in verschleißenden Jobs arbeiten
und es nicht bis Ende sechzig schaffen, dafür liefern die Empfehlungen nach
den bisherigen Informationen kaum eine überzeugende Antwort.
Das Renteneintrittsalter soll in kleinen Stufen bis auf 68 Jahre steigen.
Die vorzeitige sogenannte „[2][Rente mit 63]“ wird abgeschafft, so die
Empfehlungen der Kommission. Wer in einem sehr belasteten Beruf arbeitet
und gesundheitlich angeschlagen ist, soll die Möglichkeit haben, früher
ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Womöglich wird Sozialpolitik also
in die Praxen ärztlicher Gutachter:innen verlagert oder in einen Streit
um „Berufsbelastungen“, das kann schnell würdelos werden.
Die jährliche Rentensteigerung soll wieder stärker an die Demografie
angepasst werden, also würden die jährlichen Rentensteigerungen geringer
ausfallen. Das soll durch einen neuen kapitalgedeckten Rentenanteil mehr
als ausgeglichen werden, zu dem Beschäftigte wie auch Arbeitgeber
paritätisch Beiträge leisten. In einer Übergangszeit soll diese Aufstockung
der Renten erst mal aus Steuermitteln kommen. Okay, aber welche
Verteilungsfrage ergibt sich daraus? (Denn auch der Bundeshaushalt ist
klamm.) Das bleibt offen.
Langfristig soll die Berechnung der [3][Pensionen von Beamt:innen] an
das Rentensystem angeglichen werden, was Kürzungen bedeutet. Der Vorschlag
ist richtig. Aber ein Vertrauensschutz wird auch hier gewahrt werden
müssen.
Die politische Akzeptanz oder Ablehnung des Rentensystems hängt an den
Empfänger:innen kleinerer und mittlerer Renten, die – wie viele
Ostdeutsche – kein Vermögen im Rücken haben. Das bleibt heikel. Nach den
neuesten Vorausberechnungen kommen im Jahre 2070 statistisch rund 50 Alte
auf 100 Leute im Erwerbsalter. Derzeit sind es nur 33. Die
Gerechtigkeitsfragen werden also nicht einfacher. Auch nicht für die
Generation Z.
21 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Barbara Dribbusch
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