# taz.de -- Fahrraddemo gegen „Apollo News“: Umgezogenes Problem
       
       > Nach „Nius“ hat nun auch „Apollo News“ seinen Sitz in Kreuzberg. Mit
       > einer Demo wollen Antifaschisten die Nachbarschaft sensibilisieren.
       
 (IMG) Bild: Protestradeln, diesmal gegen rechts
       
       Kreuzberg wird zum Mekka für rechtspopulistische Medien. Schon seit einer
       Weile hat sich [1][in den Aquahöfen in der Ritterstraße Julian Reichelts
       Portal „Nius“ breitgemacht]. Nun ist auch „Apollo News“ in dem Bezirk
       gelandet, der für Rechte eigentlich selbst ernannte No-go-Area ist. Die
       Redaktion des neurechten Portals „Apollo News“ ist bereits im April von
       ihrem bisherigen Sitz in der Mengerzeile in Alt-Treptow in einen Hinterhof
       in der Gneisenaustraße 44/45 gezogen.
       
       Ein Antinaziplakat in einem Fenster im Innenhof weist bereits darauf hin,
       dass nicht alle Nachbarn mit den neuen Mietern einverstanden sind. Wie die
       taz aus dem Haus erfuhr, hat „Apollo“ ein 400 Quadratmeter großes Büro
       bezogen, etwa doppelt so groß wie die bisherigen Räumlichkeiten. Vermieter
       der Immobilie ist eine Privatperson.
       
       Am kommenden Samstag wollen sich Antifaschist:innen der rechten
       Raumnahme mit einer Fahrraddemo entgegenstellen, die vom neuen
       „Apollo“-Sitz über die Büros von „Nius“ nach Treptow führen wird. Initiiert
       ist der Protest von der Initiative „Apollo Nö“, die sich nach einer
       [2][Infoveranstaltung der Linken in Treptow] im vergangenen September
       gegründet hatte. „Apollo“ hatte das Treffen, bei dem eine Expertin der
       Amadeu Antonio Stiftung über neurechte Medien informiert hatte, heimlich
       besucht und sich danach über angebliche Gewaltaufrufe gegen sich beschwert.
       Skandalisiert wurde der angebliche Angriff auf die Pressefreiheit in Medien
       wie der Welt und der Berliner Zeitung.
       
       Moritz Warnke, Bezirksvorsitzender der Linken Treptow vermutet, der Umzug
       sei auch auf „den demokratischen Prozess im Kiez“ zurückzuführen. So hätten
       sich Künstler:innen aus dem Atelierhaus in der Mengerzeile an die
       Vermieter gewandt, eine Kampagne sei in Planung gewesen. Ein Sprecher der
       Initiative „Apollo Nö“ sagt im Gespräch mit der taz: „Wir haben uns
       gefreut, dass ‚Apollo‘ aus Alt-Treptow weggezogen ist, aber das Problem ist
       nur umgezogen und nicht aus der Welt.“
       
       ## Themen der Neuen Rechten
       
       Die Demo diene dazu, über „Apollo News“ aufzuklären, das einst als
       Schülerblog startete und inhaltlich „nah bei anderen neurechten Medien wie
       der Achse des Guten, Tichys Einblick oder Julian Reichelts ‚Nius‘“
       anzusiedeln sei, wie es in einem Flyer für die Demo heißt. Inhaltlich
       bediene man sich der „Themenfelder der Neuen Rechten: Antifeminismus und
       Queerfeindlichkeit, Rassismus, Kulturkampf und das Gespenst der
       Meinungsdiktatur“. Laut dem Initiativensprecher versuche „Apollo“ in
       Ergänzung zu „Nius“, zu dem viele personelle Überschneidungen bestünden,
       ein eher jüngeres und wirtschaftslibertäres Publikum anzusprechen.
       
       Beteiligt an dem Protest sind gleich mehrere Initiativen, darunter „Kein
       Bock auf Nazis“, die Linke oder die Kreuzberger Kampagne „Nein zu Nius“,
       die zuletzt eine gut besuchte [3][Infoveranstaltung im Dragoner-Areal]
       organisiert hatten. Beworben wird die Demo zudem von der Initiative „Nius
       raus aus der GSG“ die auf die Kündigung des Mietverhältnisses drängt.
       
       Demo: 20. 6., 14 Uhr, Gneisenaustraße 44/45
       
       17 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Erik Peter
       
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