# taz.de -- Niederlagenserie der AfD im Osten: Sie ist besiegbar
> Die AfD stellt sich als unbesiegbar dar, besonders im Osten. Doch
> Kommunalwahlen verliert sie reihenweise. Was sich daraus lernen lässt.
(IMG) Bild: Der Osten machts anders als die AfD sich herbei fabuliert
Angesichts ihrer hohen Umfragewerte freute sich die AfD auf eine „blaue
Welle“ bei den Kommunalwahlen – und ihre Gegner fürchten einen „braunen
Domino-Effekt“. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Ein Automatismus ist
der blaue Durchmarsch in den Kommunen keineswegs – im Gegenteil. In diesem
Frühjahr häuften sich die Meldungen über Stichwahlen in ostdeutschen
Städten und Landkreisen, bei denen die AfD am Ende keinen Sieg davontragen
konnte.
[1][Dann hagelte es Niederlagen]: [2][Wismar, Schwerin], Ueckermünde,
[3][Anklam] – die rechtsextreme Partei verlor bis Juni alle Bürgermeister-
und Landratswahlen in diesem Jahr in dem ostdeutschen Küstenland. Auch in
den anderen Ostbundesländern, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und
Thüringen, trat die AfD in diesem Jahr zu Wahlen für Bürgermeister- und
Landratsposten an. Gewinnen konnten AfD-Kandidaten nur sehr selten.
Eine taz-Recherche zeigt, warum. Wurde es bei Abstimmungen über
Bürgermeister oder Landräte konkret, entschieden sich die Wählenden für
Erfahrung und Kompetenz statt für die Neulinge der AfD. Gewählt wurden dann
die demokratischen Amtsinhaber*innen oder Kandidierende, die
Verwaltungserfahrung haben oder aus dem örtlichen Wirtschafts- und
Vereinsleben bekannt waren. Viele der AfD-Kandidierenden waren dagegen
lokal wenig vernetzt, politisch relativ unerfahren, einige mit dubioser
Vergangenheit. Ein weiterer Faktor: Kam es zu Stichwahlen, unterstützten
Kandidierende, die im ersten Wahlgang unterlagen, oft ihre demokratischen
Konkurrenten – die AfD aber erhielt offene Wahlempfehlungen nicht.
Die kommunale Niederlagenserie der rechtsextremen Partei scheint
überraschend, widerspricht sie doch einigen Trends. Bei den jüngsten
Landtags- und Bundestagswahlen wurde die AfD in den meisten ostdeutschen
Wahlkreisen stärkste Kraft. In vielen Gemeinde- und Stadträten im Osten
stellt sie mittlerweile die größten Fraktionen. Und gerade erst erreichte
die AfD in Sachsen-Anhalt in einer Umfrage einen Rekordwert, 41
Prozent.Doch die Mehrheit lehnt die AfD weiter ab.
Eine Garantie, dass die Niederlagenserie der AfD anhält, [4][gibt es auch
nicht]. Doch auch wenn die AfD gern anderes behauptet, zeigt die
taz-Auswertung: Sie ist besiegbar. Diese Erkenntnis macht vor allem der
Zivilgesellschaft vor Ort Hoffnung. Hört man sich um unter jenen, die sich
in Ostdeutschland in den Parlamenten, Jugendklubs, auf der Straße oder in
der Kulturszene für die Demokratie engagieren, dann sind es vor allem diese
Kommunalwahlergebnisse, die ihnen jetzt Mut machen. Neue Bündnisse
entstünden, heißt es da, um sie bei den Landtagswahlen vielleicht doch noch
zu stoppen, die „blaue Welle“.
12 Jun 2026
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