# taz.de -- Vogelzählung des Nabu: Rückgang bei Spatzen, Schwalben, Mauerseglern
       
       > Bei der „Stunde der Gartenvögel“ sollte die Bevölkerung Ausschau nach
       > Piepmätzen halten. Die Resultate sind eher ernüchternd.
       
 (IMG) Bild: Zwei Mauersegler kuscheln sich aneinander. Von ihnen werden weniger gesichtet, ergab die Nabu-Vogelzählung
       
       dpa | Für Vogelfreunde gibt es gute und schlechte Nachrichten zugleich:
       Während es etwa bei den Spatzen schlecht aussieht, sieht die Lage bei
       Finken erfreulicher aus, wie [1][der Naturschutzbund Deutschland (Nabu)]
       mitteilt. Grundlage ist die „Stunde der Gartenvögel“, bei der Menschen in
       Deutschland am zweiten Maiwochenende Vögel beobachten und melden sollten.
       
       Düster seien die Resultate für die Spatzenarten, erklärte
       Vogelschutz-Experte Martin Rümmler vom Nabu. „Der Haussperling liegt zwar
       nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten
       Vögel, aber er hat einen Verlust von 9 Prozent zum Vorjahr eingefahren.
       Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst leider
       fort.“ Beim Feldsperling liege der Verlust bei 6 Prozent.
       
       „Diese Zahlen müssen uns besorgen“, so Rümmler. „Denn wenn so häufige Arten
       wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein
       Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.“ Gründe
       seien meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und
       Lebensraum in Städten.
       
       Die Sichtungen [2][von Mauerseglern] brachen demnach im Vergleich zum
       Vorjahr um 25 Prozent ein, die von Mehlschwalben um 12 Prozent. „Beide
       Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser“, erläuterte Rümmler. „Es
       könnten also Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierung alter
       Gebäude eine Rolle spielen.“ Möglich sei aber auch, dass ein Teil der Tiere
       später als üblich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sei.
       
       ## Deutlicher Abwärtstrend von Sichtungen seit Jahren
       
       Doch der Nabu nennt auch positive Trends: So wurden verschiedene Finken
       nach einem zeitweiligen Rückgang wieder öfter gesichtet. „Bei den
       Buchfinken können wir sogar ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14
       Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, auch der Grünfink machte
       bundesweit 3 Prozent Plus“, so Rümmler.
       
       Grund für den vorherigen Einbruch könnten Krankheiten gewesen sein: „Eine
       Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unter den
       Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink“,
       erläuterte Rümmler. Diese Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und
       Wasserstellen. „Wer Vögel füttert, sollte daher unbedingt auf die Hygiene
       achten. Am besten Futtersäulen nutzen und Wasser täglich wechseln.“ Amseln
       wurden laut Nabu ähnlich häufig wie 2025 gesichtet.
       
       Bei [3][der Vogelzählung] meldeten bundesweit rund 56.000 Menschen aus mehr
       als 38.000 Gärten weit über eine Million Vögel. Dabei setzte sich der
       Abwärtstrend der Vorjahre fort: Wurden 2018 noch im Mittel knapp 34 Vögel
       pro Garten oder Park gezählt, so waren es 2026 nur noch etwa 28,4 Vögel.
       Bei der „Stunde der Gartenvögel“ sollten vom 8. bis 10. Mai eine Stunde
       lang die gefiederten Gäste vor der Haustür gezählt werden.
       
       26 May 2026
       
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