# taz.de -- Antarktis-Konferenz in Hiroshima: Kaiserpinguine zu Geduld verdammt
> Die Konferenz zum Antarktisvertrag verschiebt mehr Schutz für die Vögel.
> Klimawandel und Tourismus sind deren Problem. Aber zwei Länder
> blockieren.
(IMG) Bild: Bei der zunehmenden Erderhitzung und immer mehr Neugierigen finden Kaiserpinguine immer weniger Platz in der Antarktis
afp | Im japanischen Hiroshima ist eine [1][internationale
Antarktis-Konferenz] ohne Einigung auf einen besseren Schutz von
Kaiserpinguinen zu Ende gegangen. Wie bereits befürchtet worden war,
blockierten China und Russland eine höhere Gefährdungsstufe. Das teilten
die Organisatoren am Donnerstag mit.
Insbesondere China habe sich entschieden gegen die Einstufung von
Kaiserpinguinen als „besonders geschützte Art“ ausgesprochen, erklärte
Hideki Uyama vom japanischen Außenministerium, der die Sitzung leitete.
Russland habe sich China daraufhin angeschlossen.
An der Sitzung hatten die zwölf Erstunterzeichner des
[2][Antarktis-Vertrages] – dem mittlerweile 58 Vertragsstaaten angehören –
sowie 17 weitere Staaten teilgenommen, die derzeit in der Region forschen.
Zu den Themen der anderthalbwöchigen Beratungen zählten ein besserer Schutz
von Kaiserpinguinen und der Umgang mit dem zunehmenden Tourismus am Südpol.
Die Region und die dort lebenden Tiere leiden zunehmend unter dem
Klimawandel, zugleich spielt die Antarktis eine wichtige Rolle bei der
Regulierung des Erdklimas.
## Eis schmilzt weg
Bei den angestrebten Maßnahmen zum besseren Schutz der Kaiserpinguine
hatten sich Experten bereits im Vorfeld wenig zuversichtlich gezeigt, dass
in Japan Entscheidungen fallen würden. Die Zahl der Tiere ist deutlich
zurückgegangen, weil die durch Treibhausgasemissionen verursachte Erwärmung
zu einem frühzeitigen Rückgang des Meereises führt, auf dem die Vögel
leben, jagen und sich fortpflanzen.
Naturschützer hatten gehofft, dass die Tiere in Hiroshima zur „besonders
geschützten Art“ erklärt werden würden, um eine [3][Beschränkung der
Schifffahrt und des Tourismus] in der Region zu erreichen, unter dem die
Pinguine ebenfalls leiden. Im April waren die Kaiserpinguine bereits von
der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdete Art“ eingestuft worden.
Zuvor hatten sie schon als „potenziell gefährdet“ gegolten.
China habe zwar die Gefährdung der Kaiserpinguine anerkannt und sogar
eingeräumt, dass ihr Schutz nötig sei, sagte Uyama. Eine Höherstufung habe
die Volksrepublik aber als „verfrüht“ abgelehnt. „Es war sehr enttäuschend,
dass wir keinen Konsens erzielen konnten“, fügte er hinzu.
## Kritik am Konsensprinzip
Die Umweltorganisation WWF kritisierte, die Entscheidungsfindung des
Antarktis-Vertrags „halte nicht [4][mit dem rasanten Tempo des
Klimawandels] Schritt“. Es sei „zutiefst besorgniserregend, dass eine sehr
kleine Minderheit der Vertragsstaaten einen Konsens über diese
entscheidende Einstufung blockiert hat“, sagte der für die Region
zuständige WWF-Vertreter Rod Downie.
Auch der zunehmende Besucheransturm in der Region wurde bei dem Treffen
erörtert. In den Jahren 2024 und 2025 besuchten fast 120.000
Tourist:innen die Antarktis. Auf der Jahrestagung sei immerhin
vereinbart worden, die Gegenmaßnahmen auf Basis bestehender
Umweltrichtlinien zu verstärken, sagte Uyama.
21 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Antarktiskonferenz-in-Hiroshima/!6178599
(DIR) [2] https://epic.awi.de/id/eprint/28101/1/Polarforsch1979_1_9.pdf
(DIR) [3] /Die-Verstaendnisfrage/!5944600
(DIR) [4] /Bericht-der-Weltwetterorganisation/!6163833
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