# taz.de -- Krise der Industrie in Deutschland: 341.500 Jobs seit 2019 weg
> Der Stellenabbau in der Industrie macht sich auch allgemein auf dem
> Arbeitsmarkt bemerkbar. Besonders hart trifft es die Jobs bei den
> Autobauern.
(IMG) Bild: Bei VW droht wieder Stellenabbau. Insgesamt fielen in der Autoindustrie seit 2019 15 Prozent aller Arbeitsplätze weg
Die [1][anhaltende Industriekrise] hat bereits zu einem massiven Jobbau
geführt. Alleine innerhalb eines Jahres ging die Zahl der
Industriearbeitsplätze um 127.300 Stellen zurück. Damit war deren Zahl Ende
des ersten Quartals 2026 um 2,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.
Dies geht aus einer Studie hervor, die das Beratungsunternehmen EY am
Montag veröffentlichte. Seit 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, fiel
damit jeder 17. Industriearbeitsplatz weg.
[2][Der Jobabbau] in der Industrie macht sich auch allgemein auf dem
Arbeitsmarkt bemerkbar. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts war
die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland in den ersten drei Monaten
dieses Jahres um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Sie lag
damit bei rund 45,6 Millionen Menschen. Gleichzeitig blieb das hierzulande
geleistete Arbeitsvolumen mit 15,7 Milliarden Stunden konstant. Der Grund:
Die Beschäftigten arbieteten länger.
Laut der Beratungsfirma EY wird der Verlust von Industriejobs vermutlich
andauern. „In vielen Branchen bestehen erhebliche Überkapazitäten.
Unausgelastete Produktionsstätten verursachen hohe Kosten“, sagt EY-Experte
Jan Brorhilker. Vor dem Hintergrund eines stagnierenden Heimatmarktes und
wachsender Probleme auf wichtigen Exportmärkten stünden bei vielen
Unternehmen inzwischen nicht mehr nur Sparprogramme, sondern auch
Schließungen ganzer Werke zur Diskussion.
Besonders hart trifft es dabei die hiesige Automobilindustrie. In den
vergangenen zwölf Monaten sank die Beschäftigung dort laut der EY-Studie um
32.000 Stellen, seit 2019 sogar um etwa 125.800. Dies macht ein Minus von 4
Prozent im vergangenen Jahr, gegenüber 2019 sind es sogar 15 Prozent. So
wehren sich Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall bei [3][Volkswagen]
derzeit gegen Werksschließungen. Zwar einigten sich die Tarifparteien bei
Deutschlands größtem Autobauer erst Ende 2024 auf einen umfangreichen
Kompromiss, der im Gegenzug zu Lohneinschnitten eine
Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 vorsieht. Doch nun stellt das
Management die Zukunft zweier Hauptwerke der Kernmarke infrage.
25 May 2026
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(DIR) Simon Poelchau
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