# taz.de -- Digitale Abhängigkeit: Bundesregierung setzt weiter auf Microsoft
> Der US-Konzern ist einer der größten IT-Lieferanten des Staates. Nun soll
> ein Rahmenvertrag weiterlaufen. Die Opposition kritisiert mangelnden
> Wechselwillen.
(IMG) Bild: Microsoft hatte in den vergangenen Jahren mehrere Preiserhöhungen angekündigt
Die Bundesregierung lässt einen Rahmenvertrag mit Microsoft ein weiteres
Jahr laufen. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums für
Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) auf eine Anfrage der
Grünen-Fraktion hervor. „Der Microsoft-Rahmenvertrag läuft weiter, ohne
dass die Bundesregierung erkennbar auch nur versucht hat, einen echten
Kurswechsel vorzubereiten“, kritisiert Rebecca Lenhard, digitalpolitische
Sprecherin der Fraktion.
Der auf mehrere Jahre angelegte Rahmenvertrag hätte zu Ende Juni gekündigt
werden können, nun verlängert er sich weiter bis zum 30. 6. 2027. Die
Vereinbarung soll es staatlichen Stellen erleichtern, Produkte des
US-Anbieters Microsoft einzusetzen. Er enthält allerdings keine
Verpflichtung, Microsoft-Produkte zu nutzen.
Wenn etwa eine Behörde auf einen alternativen Anbieter umsteigen will, darf
sie das tun. Bislang sind Microsoft-Produkte allerdings weit verbreitet:
Allein [1][im vergangenen Jahr haben die Bundesverwaltung sowie
Zuwendungsempfänger des Bundes knapp 500 Millionen Euro an den Konzern
gezahlt].
Die Summe spiegelt dabei nicht die gesamten staatlichen Ausgaben für
US-Tech-Konzerne wider: Zum einen fehlen dabei die Ausgaben von Ländern und
Kommunen. Zum anderen kommen noch Zahlungen an andere Tech-Konzerne wie
Oracle, Cisco und Adobe dazu. Dass eine komplette Übersicht fehlt,
kritisieren Opposition und Nichtregierungsorganisationen seit Langem als
mangelnde Transparenz.
## Frankreich wechselt
Lenhard sagt: „Mit dem Auslaufen des bestehenden Vertrags wäre die Chance
für einen echten Wechsel gegeben gewesen, um europäische und
Open-Source-Angebote zu stärken und gleichzeitig Abhängigkeiten abzubauen.“
Andere europäische Länder seien hier weiter. So hat etwa Frankreich im
April einen Plan dafür vorgelegt, wie staatliche Stellen auf alternative
Software und Dienste umstellen werden.
In der Antwort auf die kleine Anfrage heißt es allerdings auch, dass der
Vertrag bei „gleichbleibenden Konditionen“ weiterlaufe. Das immerhin lässt
darauf schließen, dass der Bundeshaushalt nicht von den nennenswerten
Preissteigerungen betroffen ist. Microsoft hatte in den vergangenen Jahren
mehrere Preiserhöhungen angekündigt.
So soll etwa zum Juli das Büroanwendungspaket Microsoft 365 im öffentlichen
Sektor je nach Produktvariante um bis zu 13 Prozent teurer werden.
Staatliche Stellen, aber auch Unternehmen, die sich nicht frühzeitig um
eine Alternative gekümmert haben, sind gezwungen, Preissteigerungen
mitzutragen.
22 May 2026
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(DIR) Svenja Bergt
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