# taz.de -- Digitale Unabhängigkeit: EU-Parlament sagt tschüss zu Google
       
       > Während die EU-Kommission Europa digital unabhängiger aufstellen will,
       > schafft das Parlament Fakten. Doch das darf nur der Anfang sein.
       
 (IMG) Bild: Will von Google unabhängig werden: das Europäische Parlament
       
       Das EU-Parlament hat es verstanden. Ab diesem Donnerstag will es dem
       Nachrichtenportal [1][Politico zufolge] auf seinen Computern die
       Standardsuchmaschine wechseln. Tschüss Google, hallo Qwant. [2][Qwant] ist
       ein französischer Anbieter, der auch mit der deutschen Such-Alternative
       [3][Ecosia] kooperiert.
       
       Und wer jetzt denkt: Der Wechsel kommt Jahre zu spät, außerdem kann sich
       doch jede:r selbst die Suchmaschine einstellen, hat recht. Und auch wieder
       nicht: Denn Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die allermeisten
       Menschen bei ihrer Technik die Einstellungen nutzen, die voreingestellt
       sind. Wenn auf einem Gerät der Chrome-Browser drauf ist, die
       Datenschutz-Einstellungen lasch sind oder eben die Google-Suche Standard
       ist – dann wird das so genutzt.
       
       Natürlich wäre es besser, EU-Parlament und auch sämtliche andere Behörden
       und öffentliche Stellen hätten schon längst gewechselt. Nicht nur die
       Suchmaschine, sondern auch Browser, Textverarbeitung, Cloud, das ganze
       Betriebssystem. Besser wäre auch, es gäbe ein digitales europäisches
       Zahlungssystem, das ohne US-Konzerne wie Paypal oder Visa funktioniert. Ist
       aber leider nicht der Fall. Daher ist schon dieser klitzekleine Schritt des
       EU-Parlaments eine Erfolgsmeldung.
       
       Ein paar Nummern größer denkt die EU-Kommission: Sie hat am Donnerstag ein
       lange angekündigtes Paket dazu vorgestellt, wie die EU endlich digital
       unabhängiger werden soll. Es geht um Chips und Clouds, um Rechenzentren und
       Open Source, also Software, bei der der Quellcode offenliegt.
       
       Zwar sind noch nicht alle Details des Pakets klar und schon gar nicht
       beschlossen. Doch es ist entscheidend, dass die Mitgliedstaaten schnell
       selbst aktiv werden, den Wechsel zu europäischen Open-Source-Alternativen
       [4][angehen] und damit auch Gelder mobilisieren, die bisher an Microsoft,
       Oracle und Co gingen. Digitale Unabhängigkeit kommt nicht von selbst, sie
       ist Arbeit. Eine andere Suchmaschine darf nur ein Anfang sein.
       
       3 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.politico.eu/article/european-parliament-ditches-google-for-french-search-engine/
 (DIR) [2] https://www.qwant.com/?l=de
 (DIR) [3] https://www.ecosia.org/?c=de
 (DIR) [4] /Digitale-Souveraenitaet/!6180323
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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