# taz.de -- Folgen des Irankriegs: EU macht Düngerkrisenplan
       
       > Der Krisenplan für Düngemittel der EU-Kommission soll einen weiteren
       > Anstieg der Lebensmittelpreise verhindern und Biodünger fördern.
       
 (IMG) Bild: Europäische Landwirte treffen die gestiegenen Düngemittelpreise, sie sollen nun materielle und finanzielle Hilfen erhalten
       
       Die EU-Kommission hat einen Krisenplan für Düngemittel vorgestellt, der
       auch einen weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise verhindern soll. Damit
       reagiere man auf die Krise am Düngemittelmarkt infolge des Irankriegs, aber
       auch auf die Sorgen der Landwirtschaft, erklärte die EU-Behörde am Dienstag
       in Straßburg.
       
       Der Aktionsplan sieht kurzfristige materielle und finanzielle Hilfen für
       die Landwirte, aber auch eher langfristig angelegte Maßnahmen zur Stärkung
       der heimischen Düngerproduktion und zur Umstellung auf Biodünger vor.
       Details sollen erst später bekannt gegeben werden – sie waren bis zuletzt
       heftig umstritten.
       
       „Die aktuelle Krise um fossile Energien zeigt, dass die Klimapolitik und
       die wirtschaftliche Resilienz eng zusammenhängen“, sagte
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Deshalb setze man auf mehr
       Nachhaltigkeit in der Düngemittelproduktion. Dazu soll offenbar auch mehr
       Kuhmist und Gülle genutzt werden.
       
       Eine Aussetzung des europäischen Klimazolls CBAM für Düngemittel-Hersteller
       ist entgegen ersten Medienberichten zunächst nicht geplant. Allerdings kann
       sich die Branche wohl Hoffnungen auf Sonderregelungen bei der
       CO₂-Bepreisung machen. Dies würde dann indirekt auch zu Lockerungen beim
       CBAM führen.
       
       ## Hoffen auf ein Ende des Irankriegs
       
       Der Aktionsplan könnte noch nachgeschärft werden, hieß es in Brüssel. Im
       schlimmsten Fall könne man das neue, nach der Coronakrise eingeführte
       Binnenmarkt-Notfall- und Resilienzgesetz nutzen, erklärte ein Insider. Im
       „Notfallmodus“ wären direkte Eingriffe in den Binnenmarkt möglich. Die
       Entscheidung soll aber erst später fallen.
       
       Vorerst hofft die EU auf ein Ende des Irankriegs und eine Entspannung auf
       dem Düngermarkt. Infolge der Angriffe der USA auf Iran und der Schließung
       der Straße von Hormus war der Handel mit Düngemitteln eingebrochen. Zudem
       sind die Gaspreise angestiegen, was die Herstellung von Dünger nochmals
       verteuert.
       
       Zusätzlich verschärft wird die Krise durch die drastischen Zölle, die die
       EU auf Düngemittel aus Russland und Belarus erhebt. Deutschland, Frankreich
       und Italien gehörten zu den größten Importeuren von russischem Dünger,
       bevor die Zölle 2025 vollständig eingeführt wurden. Seitdem drängen die
       Landwirte auf Entlastungen und EU-Hilfen.
       
       19 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eric Bonse
       
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