# taz.de -- Produktion von Fleischalternativen: Der Veggie-Burger-Boom ist vorbei
> Ob Seitanschnitzel oder Tofuwurst – vegane und vegetarische
> Fleischersatzprodukte sind immer beliebter geworden. Nun schrumpft der
> Markt erstmals.
(IMG) Bild: Ist nicht mehr soooo angesagt: vegetarisches Grillen
dpa | Die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in
Deutschland ist [1][nach langem Boom] erstmals leicht gesunken. Im
vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt
und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zuvor hatte sich die Produktion binnen
sechs Jahren mehr als verdoppelt: 2019 wurden noch 60.400 Tonnen
Fleischersatzprodukte hergestellt.
Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel, Sojabratlinge oder Tofuwurst
sind zwar in den vergangenen Jahren bei Verbrauchern beliebter geworden,
aber gemessen am Fleischmarkt eine Nische. 2025 wurden Fleisch und
Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland
produziert, 2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Damit fiel die Fleischproduktion gut 70-mal so hoch aus wie die von
Fleischersatzprodukten: Der Wert der produzierten Fleischalternativen lag
2025 bei 632,6 Millionen Euro, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Deutschland ist nach Angaben von Wirtschaftsvertretern der größte Markt für
pflanzliche Alternativprodukte in Europa.
## Fleischkonsum in Deutschland leicht gestiegen
Der Fleischkonsum in Deutschland war zuletzt nach Jahren der Rückgänge
wieder leicht gestiegen. Der Pro-Kopf-Verzehr lag 2025 nach vorläufigen
Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei im Schnitt
54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5
Kilogramm) – auch, weil die Menschen mehr Geflügel essen.
Vegetarische und vegane Fleischalternativen erhitzen auch immer wieder die
Gemüter. In der EU kam es zum [2][Streit um ein Verbot von
Produktbezeichnungen wie „Veggie-Burger“ oder „Tofu-Wurst“]. Solche Namen
müssen nicht von Speisekarten verschwinden, wie sich Unterhändler der
EU-Staaten und des Europaparlaments im März in Brüssel verständigten.
Andere vegetarische Produkte, die sich auf Fleischarten und einzelne
Teilstücke beziehen, dürfen aber künftig nicht mehr etwa als
„Veggie-Hühnchen“ oder „Tofu-Rippchen“ beworben werden.
Der Kompromiss muss noch formell vom Europaparlament und den europäischen
Staaten angenommen werden.
18 May 2026
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