# taz.de -- Regenbogenflagge auf dem Bundestag: Der CSD ist Klöckner weiterhin zu bunt
> Die Bundestagspräsidentin untersagt auch in diesem Jahr die
> Regenbogenfahne auf dem Reichstag während des Berliner CSD.
> Schwarz-Rot-Gold soll reichen.
(IMG) Bild: Sind doch alle mitgemeint: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU)
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner gibt sich mit Blick auf die
Regenbogenflagge weiter unnachgiebig: Zum Berliner Christopher Street Day
Ende Juli wird auch in diesem Jahr keine Flagge der queeren Community über
dem Reichstagsgebäude wehen. Statt beim CSD soll die Fahne anlässlich des
Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit jetzt
am Sonntag gehisst werden, teilte Klöckner am Freitag mit.
Anders als beim CSD gebe es für eine Beflaggung am 17. Mai „einen klaren
parlamentarischen Anlass“, ließ [1][die resolute CDU-Politikerin] wissen.
Schließlich habe der Bundestag am 17. Mai 2002 die Rehabilitierung
homosexueller Opfer der NS-Justiz beschlossen. Auch sei das der
Internationale Tag gegen Homophobie. Und überhaupt gebe es nun mal den
geltenden Flaggen-Erlass der Bundesregierung.
Demnach dürfe die Regenbogenflagge explizit nur einmal jährlich an
Bundesgebäuden gehisst werden. „Die Bundestagspräsidentin hat deshalb
entschieden, nicht den Berliner Christopher Street Day, sondern den Tag mit
parlamentarischem Bezug zu wählen“, hieß es aus ihrer Verwaltung.
Die Bundestagspräsidentin betonte zugleich die besondere Bedeutung der
Bundesflagge, die immer flattern dürfe: „Schwarz-Rot-Gold steht für die
Ordnung unseres Grundgesetzes – für Freiheit, Menschenwürde und Gleichheit
vor dem Gesetz.“ Da seien Schwule, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuelle ja
irgendwie mitgemeint, so Klöckner sinngemäß weiter.
## Aufregung schon im vergangenen Jahr
Klöckner und ihre Bundestagsverwaltung hatten im vergangenen Jahr mit ihrem
strikten Nein zur Regenbogenflagge auf dem Reichstag beim CSD für massiven
Unmut in der queeren Community gesorgt. Sie begründete das mit der
Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung. Dass unter ihrer
SPD-Vorgängerin, der jetzigen Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, das
Symbol für Toleranz und queere Sichtbarkeit auch während des CSD gehisst
wurde, interessierte sie wenig.
Und sie beließ es nicht dabei. Hinzu kam, dass mehrere Abgeordnete [2][auf
Anweisung der Bundestagsverwaltung Regenbogenflaggen abnehmen mussten], die
sie aus ihren Büros gehängt hatten. Die Rede war von einer „Jagd auf
Regenbogenfahnen“. Zuletzt untersagte Klöckner im vergangenen Jahr auch
noch dem queeren Mitarbeiter:innen-Netzwerk der eigenen Verwaltung, als
Fußgruppe am Berliner CSD teilzunehmen.
Bundeskanzler Friedrich Merz goss zusätzlich Öl ins Feuer. In einer
ARD-Talkshow sagte der CDU-Mann damals auf die Frage, wie er es finde, dass
Klöckner die Regenbogenflagge zum CSD nicht auf dem Bundestag hissen will:
„Der [3][Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt], auf das man mal beliebig
die Fahnen …“ Der Satz blieb unvollendet.
Er sorgte auch so für Empörung. „Wenn die Regenbogenfahne die Fahne auf
einem Zirkuszelt ist, was sind dann queere Menschen? Zirkustierchen, die
sich zur Erheiterung des Publikums zum Affen machen?“, sagte etwa die
Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), zur taz. Der
Lesben- und Schwulenverband LSVD sprach von einer „Entgleisung“.
Entschuldigt hat sich Merz dafür nie.
15 May 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Rainer Rutz
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