# taz.de -- Fragebogen der Bundeswehr: Jeder vierte 18-jährige Mann ignoriert die Bundeswehr
       
       > 72 Prozent der angeschriebenen jungen Männer haben die Fragen zum
       > Wehrdienst bisher beantwortet. Verteidigungsministerium droht mit
       > Bußgeld. Schüler:innen rufen zum Streik auf.
       
 (IMG) Bild: Bundesweiter Schulstreik gegen Wehrpflicht, März 2026 in Rostock
       
       afp/dpa/taz | Von den von der Bundeswehr im Rahmen des neuen Wehrdienstes
       bisher angeschriebenen 18-jährigen Männern haben knapp drei Viertel (72
       Prozent) den ihnen zugesandten Fragebogen beantwortet. Etwas mehr als jeder
       vierte junge Mann (28 Prozent) [1][hat auf das Schreiben der Bundeswehr
       nicht reagiert], obwohl die Männer ab Jahrgang 2008 dazu verpflichtet sind,
       wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND,
       Donnerstagsausgaben) unter Berufung auf Bundeswehrkreise berichteten.
       
       Der Bogen enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu
       dienen. Frauen sind anders als Männer nicht zu einer Auskunft verpflichtet.
       Rund die Hälfte der Antwortenden habe Interesse signalisiert, den
       mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, hieß es aus
       Bundeswehrkreisen weiter. Das bedeute jedoch nicht, dass sie es am Ende
       auch täten. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, ob es gelinge, den
       Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere
       Entfernungen verringerten die Chancen.
       
       ## Bußgeld droht
       
       Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, es werde nicht hingenommen
       werden, dass sich Männer ihrer Antwortpflicht entzögen. Stattdessen werde
       dem nachgegangen werden. Hartnäckigen Verweigerern droht ein Bußgeld. Die
       Angeschriebenen haben für die Antwort einen Monat Zeit.
       
       Das Verteidigungsministerium hatte zuletzt mitgeteilt, seit Anfang des
       Jahres bis zum 24. April hätten rund 194.000 Männer und Frauen das
       Anschreiben mit den Zugangsdaten zum Fragebogen erhalten. Aus [2][positiven
       Rückläufern des Fragebogens] würden Musterungen und Assessments
       durchgeführt und Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant.
       Belastbare Analysen und repräsentative Ergebnisse würden im Sommer
       vorgestellt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist verpflichtet,
       halbjährlich Zahlen vorzulegen.
       
       ## Möglichkeit Bedarfswehrpflicht
       
       Ziel ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis
       2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Das Gesetz
       über den freiwilligen Wehrdienst nennt dabei für jedes Jahr bis 2035 einen
       Zielkorridor bei den Personalzahlen. Es lässt allerdings offen, wann
       überprüft wird, ob diese Wegmarken auch erreicht worden sind.
       
       Ist dies nicht der Fall, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen.
       Diese soll dann die Lücken zwischen dem Bedarf der Streitkräfte und der
       tatsächlichen Zahl der zur Verfügung stehenden Soldatinnen und Soldaten
       schließen.
       
       Pistorius hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, auch künftig auf eine
       allgemeine [3][Wehrpflicht] verzichten zu können. Viele Experten und
       Verteidigungspolitiker in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifeln das.
       
       Schulstreik am 8. Mai
       
       Am Freitag wollen Schülerinnen und Schüler bundesweit gegen den Wehrdienst
       auf die Straße gehen. Das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ [4][in
       mehr als 120 Städten zu Demonstrationen] auf. Am 8. Mai wird an das Ende
       des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81
       Jahren erinnert.
       
       „Wir erinnern an den historischen 8. Mai und rufen bestimmt: Nie wieder
       Krieg! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Wehrpflicht!“, hieß es beim
       Demo-Aufruf im Internet. Seit Dezember 2025 gibt es bundesweit
       Demonstrationen gegen die Wehrdienstpläne der Bundesregierung.
       
       7 May 2026
       
       ## LINKS
       
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