# taz.de -- Reform des Heizungsgesetzes: Feuer frei für fossile Wärme
> Das von der Union vorangetriebene Heizungsgesetz geht nicht zusammen mit
> dem Klimaschutzgesetz. Doch wen stört es schon, dass sich die Erde
> erwärmt.
(IMG) Bild: : Alte und neue Öl- und Gasheizungen können zeitlich unbeschränkt weiter Erdöl und Erdgas verfeuern
Einen absichtlichen Widerspruch zwischen zwei Gesetzen schaffen
CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und ihre Union. Im Entwurf des
Gebäudemodernisierungsgesetzes eliminieren sie das [1][Enddatum für fossile
Brennstoffe] wie Erdgas und Erdöl in Heizungen. Angepeilt ist bislang der
31. Dezember 2044. Gleichzeitig legt das Bundes-Klimaschutzgesetz weiterhin
das Ziel der Treibhausgasneutralität auf 2045 fest. Was gilt denn nun?
Die Bedeutung dieser Gesetzesänderung ist kaum hoch genug einzuschätzen.
Die Union räumt auch die Regelung ab, dass neue [2][Heizungen zu 65 Prozent
mit erneuerbarer Energien] zu betreiben sind. Stattdessen soll dem Erdgas
später mehr Biogas beigemischt werden – 60 Prozent ab 2040. Zahlen für
danach sucht man im Entwurf vergebens. So lautet die Logik: Alte und neue
Öl- und Gasheizungen können zeitlich unbeschränkt weiter Erdöl und Erdgas
verfeuern.
Zwar kommen die Verhandlungen im Bundestag erst noch, vielleicht ändern sie
etwas am Text. Doch von heute aus betrachtet zeichnen sich mehrere Wege ab,
um den Widerspruch zwischen Heizungs- und Klimaschutzgesetz künftig
aufzulösen. Erstens wäre es grundsätzlich möglich, wenn auch sehr
unwahrscheinlich, die [3][klimaschädlichen Abgase] von Millionen
Heizkesseln aufzufangen und endzulagern. Zweitens könnten sich die
Bürger:innen und der Markt gegen die Gaspräferenz der Bundesregierung
entscheiden.
Denn fossile Brennstoffe werden immer teurer. Der Preis für Biogas dürfte
ebenfalls steigen, weil es nicht genug davon gibt – alles Gründe, die
Fossilbrenner freiwillig gegen Wärmepumpen einzutauschen. Die dritte
Variante: Das Klimaschutzgesetz wird irgendwann entkernt. Warum nicht
Klimaneutralität 2060 oder 2070. Das reicht doch auch.
So betrachtet untergräbt die Union mit ihrem neuen Heizungsgesetz das
Klimaschutzziel 2045. Sie konterkariert damit drei Jahrzehnte Politik gegen
die Klimaerwärmung. Und die schwache SPD macht das mit, teils
zähneknirschend, teils achselzuckend. Klima ist eben nicht ihre
Kernkompetenz.
6 May 2026
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(DIR) Hannes Koch
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