# taz.de -- Reform des Heizungsgesetzes: Kein Schutz für Mieter:innen
       
       > Vermieter:innen sollen sich teilweise an den Betriebskosten für neue
       > Gas- und Ölheizungen beteiligen. Das wird sie nicht vom Einbau abhalten.
       
 (IMG) Bild: Schließlich müssen die Mieter:innen das Gas oder Öl zahlen
       
       Sozialdemokrat:innen klopfen sich stolz auf die Schulter. Sie
       glauben, dass sie das [1][Rollback in der Heizungspolitik] mit einem Schutz
       von Mieter:innen vor explodierenden Kosten flankieren. Denn [2][die SPD
       hat durchgesetzt, dass Eigentümer:innen künftig die Hälfte einiger
       Betriebskosten zahlen müssen,] wenn sie fossile Heizungen einbauen. So soll
       ihnen die Lust vergehen, Gas- oder Ölheizungen einzubauen. Doch das wird
       nicht aufgehen.
       
       [3][Die Union hatte der SPD abgerungen, dass Gas- und sogar Ölheizungen
       auch in Zukunft neu eingebaut werden können.] Das ist klimapolitisch das
       Falscheste, was eine Regierung machen kann. Denn der Austausch von fossilen
       Heizungen muss vorangetrieben werden, wenn Deutschland 2045 klimaneutral
       sein soll. Gas- oder Ölheizungen gehören ins Museum, nicht in Gebäude.
       
       Das Problem: Sie sind viel billiger als andere Lösungen, die staatliche
       Förderung etwa für Wärmepumpen gleicht die Differenz nicht aus. Im
       Eigenheim tröstet die Aussicht auf günstigere Betriebskosten von
       klimafreundlichen Heizungen darüber hinweg. Bei Vermietenden sieht das
       anders aus. Viele werden sich für die billigste Heizung entscheiden.
       Modernisierungskosten werden auf Mietende umgelegt, allerdings nur bis zu
       bestimmten Grenzen. Der Einbau einer Wärmepumpe ist für Mieter:innen
       also nicht unbedingt teurer als der einer Gasheizung.
       
       Dass der Betrieb von Gas- und Ölheizungen auch wegen der geplanten
       Biokraftstoffquote in Zukunft richtig teuer wird, kann Vermietenden egal
       sein. Schließlich müssen die Mieter:innen das Gas oder Öl zahlen. Die
       Eigentümer:innen tragen nur die Hälfte des Co2-Preises, des
       Netzentgelts und des Bioanteils. Sie werden versuchen, diese Kosten auf die
       Mieter:innen umzulegen, etwa indem sie es auf die Grundmiete
       aufschlagen.
       
       Nur wenn der Staat durch einen Mietendeckel oder etwas Vergleichbares
       grundsätzlich verhindert, dass Eigentümer:innen das abwälzen, macht
       die geplante Kostenteilung Sinn. Aber das haben Union und SPD leider nicht
       vor.
       
       4 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Heizungsgesetz/!t6157788
 (DIR) [2] /Kompromiss-im-Heizungsgesetz/!6175287
 (DIR) [3] /Waermewende-in-Gefahr/!6158024
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Heizung
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) SPD
 (DIR) Bundesregierung
 (DIR) Mieten
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Transformation
 (DIR) Heizungsgesetz
 (DIR) Heizung
 (DIR) Erderwärmung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Beschluss des Kabinetts: Schwarz-Rot bringt klimaschädliche Heizungsreform auf den Weg
       
       Die Ampel-Regierung hatte die klimafreundliche Wärmewende angestoßen. Ihre
       Nachfolgerin, die schwarz-rote Koalition, will sie zurückdrehen. Dafür
       hagelt es Kritik.
       
 (DIR) Reform des Heizungsgesetzes: Feuer frei für fossile Wärme
       
       Das von der Union vorangetriebene Heizungsgesetz geht nicht zusammen mit
       dem Klimaschutzgesetz. Doch wen stört es schon, dass sich die Erde erwärmt.
       
 (DIR) Kompromiss im Heizungsgesetz: Neue Gasrechnung für Vermieter:innen
       
       Bestimmte Verbrauchskosten neuer Gasheizungen werden zwischen Vermietern
       und Mietern geteilt. Das hat die schwarz-rote Koalition nun vereinbart.
       
 (DIR) Rollback beim Heizungsgesetz: Kabinett kassiert Öko-Vorgabe für neue Heizungen
       
       Ursprünglich sollte am 1. Juli in Großstädten die
       65-Prozent-Erneuerbare-Regel für Heizungen in Kraft treten. Union und SPD
       stoppen das nun.
       
 (DIR) Klimaschutzprogramm der Regierung: Keine Abkehr von Fossilen trotz Ölpreisschock
       
       Die schwarz-rote Koalition lässt sich von steigenden Benzinpreisen oder
       Erderwärmung nicht beirren. Sie täte gut daran, auf Erneuerbare zu setzen.