# taz.de -- Gesundheitsreform: SPD-Linke gegen Billigbehandlungen armer Menschen
> Abgeordnete warnen vor Sozialreformen zulasten von Beitragszahlern.
> Gleichzeitig kritisieren sie die CDU-Forderung, beim Bürgergeld weiter zu
> sparen.
(IMG) Bild: Darm-OP in Oldenburg: Medizinische Hilfe nur noch im Notfall?
AFP | Die Parlamentarische Linke (PL) der SPD-Bundestagsfraktion hat in
einem Positionspapier Bedingungen für die anstehenden Reformen der
Sozialsysteme gestellt. „Jede Reform muss sich an dem Maßstab messen
lassen, ob sie die Situation für die Mehrheit der Menschen in diesem Land
besser macht“, heißt es in einem Positionspapier der PL, über das zuerst
[1][die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten.]
So dürfe es etwa [2][bei der Gesundheitsreform] „keine steigenden Beiträge
oder Leistungskürzungen“ geben. Die Versicherten seien „mit
Milliardenbeiträgen in Vorleistung getreten“, um die Strukturen des
Gesundheitssystems zu bezahlen. „Sie wollen wir perspektivisch ent-, statt
weiter belasten“, heißt es in dem Papier.
Klar wendet sich die SPD-Fraktionslinke dagegen, angesichts von Sparbedarf
im Haushalt und knapper Kassen in den Sozialversicherungen bei armen
Menschen zu kürzen. „Wir sind nicht bereit, Menschengruppen gegeneinander
auszuspielen oder zulasten derer zu sparen, die auf Hilfe und Unterstützung
für Teilhabe und Chancengleichheit angewiesen sind“, heißt es in dem Papier
weiter. Aus der Union war zuletzt die Forderung gekommen, bei der
gesetzlichen Krankenkasse eine Art Basistarif für Bürgergeldempfänger mit
einem weniger umfassenden Schutz einzuführen.
Überlegungen in der Koalition, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, lehnt die PL
ab. „Mit uns gibt es keine Mehrwertsteuererhöhung“, betont die Gruppe.
Kleine und mittlere Einkommen dürften nicht belastet werden. Gefordert wird
stattdessen eine höhere Belastung von Erbschaften, Vermögen und
Aktiengewinnen. Die SPD kämpfe „für eine wirksame Erbschafts- und
Vermögenssteuer für die obersten fünf Prozent“, heißt es in dem Papier.
Außerdem nehme man „Steuerprivilegien bei Aktiengewinnen in den Blick“.
Eine Absage erteilt die PL zudem dem Vorhaben von Bildungsministerin Karin
Prien (CDU), [3][Fördergelder für Demokratieprogramme zu kürzen.] „Wir sind
der Überzeugung, dass wir nicht weniger, sondern mehr Demokratieförderung
brauchen“, schreibt sie. Die Verteidigung der Demokratie gelinge auch durch
die Unterstützung von Strukturen der Zivilgesellschaft.
23 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.rnd.de/politik/spd-linke-positioniert-sich-in-koalitions-debatte-um-sozialreformen-FY2TBIVHPVG4NKCWQUSHGA76J4.html
(DIR) [2] /Finanzluecke-im-Gesundheitssystem/!6170942
(DIR) [3] /Umbau-von-Demokratie-leben/!6172952
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