# taz.de -- Abwahl von Viktor Orbán: Merz lobt „klares Zeichen“ gegen den Rechtspopulismus weltweit
       
       > Die Europäische Union ist erleichtert, dass Orbáns Regierung endet.
       > Kanzler Merz: Demokratien sind widerstandsfähig gegen Einflussnahme von
       > außen.
       
 (IMG) Bild: Peter Magyar und Tisza-Parteimitglieder am Wahlabend mit dem Parlament in Budapest im Hintergrund
       
       afp/dpa/epd/rtr | Bundeskanzler ‌Friedrich Merz hat ‌den Wahlsieg des
       ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar als klares Signal für die
       Stärke europäischer Demokratien und gegen den Rechtspopulismus bezeichnet.
       „Der Rechtspopulismus hat gestern in Ungarn eine schwere Niederlage
       erlitten. Das betrifft nicht nur Ungarn“ sagte Merz am Montag in Berlin.
       „Von Ungarn geht ein sehr klares Zeichen ‌aus gegen den Rechtspopulismus
       auf der ganzen Welt. Insofern war das auch in dieser Hinsicht ein guter Tag
       gestern.“ Am Sonntag war Ungarns EU-kritischer Regierungschef Viktor Orbán
       nach 16 Jahren an der Macht abgewählt worden.
       
       Er sei persönlich „sehr dankbar und erleichtert“, dass es ein so klares
       Wahlergebnis mit einer Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament gegeben
       habe, fügte Merz hinzu. „Das zeigt, dass unsere demokratischen
       Gesellschaften offensichtlich doch sehr viel widerstandsfähiger sind ‌gegen
       russische Propaganda und weitere Einflussnahme von außen auf solche
       Wahlen“, sagte der Kanzler in Anspielung auch auf die Wahlkampfhilfe der
       US-Regierung für Orbán. „Das, ⁠muss ich sagen, ist für mich gestern eine
       der besten Nachrichten des Tages gewesen, dass wir offensichtlich doch noch
       ein so hohes Maß auch an Widerstandsfähigkeit ‌in einer ‌demokratischen
       Gesellschaft haben wie der in Ungarn.“
       
       Er rechne ⁠damit, dass in der EU nun wieder sehr viel einfacher
       Entscheidungen getroffen werden könnten – auch gegen Russland wegen ‌des
       Angriffskriegs gegen die ‌Ukraine. Orbán hatte zuletzt die Auszahlung eines
       90-Milliarden-Euro-Kredits an die Ukraine sowie die Verabschiedung des 20.
       EU-Sanktionspakets gegen Russland ‌blockiert.
       
       ## Deutschland erwartet von Ungarn baldige Zustimmung zu Freigabe von
       Ukraine-Hilfe
       
       Nach dem Wahlsieg der Opposition in Ungarn erwartet Deutschland eine rasche
       Freigabe des bislang von Budapest blockierten Milliardenkredits der EU an
       die Ukraine. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin verwies am
       Montag darauf, dass der Europäische Rat den Kredit bereits beschlossen hat.
       „Natürlich erwarten wir jetzt ein politisches Signal von ungarischer Seite,
       dass der Weg beschritten werden kann“, fügte sie hinzu. Auch
       Regierungssprecher Stefan Kornelius äußerte die „Hoffnung, dass die
       Ukrainehilfe sehr zügig freigegeben werden kann.“ Er fügte hinzu: „Darauf
       arbeitet die Bundesregierung hin und sieht deswegen einer zügigen
       Regierungsbildung in Ungarn mit Freude entgegen.“
       
       Die Bundesregierung stufe den Wahlsieg der Opposition in Ungarn als
       „historisch“ ein, fügte Kornelius hinzu. „Die Ungarinnen und Ungarn haben
       in einer Zahl wie nie zuvor ihre Stimmen abgegeben. Sie haben mit
       überwältigender Mehrheit nicht nur eine Regierung abgewählt, sondern ein
       System, und nach 1989 haben sie einmal mehr die Freiheit gewählt.“ Das sei
       „eine gute Nachricht für ganz Europa“. Von der Wahl in Ungarn gehe ein
       „sehr prinzipielles Zeichen“ aus, sagte Kornelius weiter. „Die Ungarinnen
       und Ungarn haben der Welt bewiesen, dass es keinen unumkehrbaren Trend hin
       zum Autoritären gibt. Es gibt die Möglichkeit, dass dieses Pendel
       zurückschwingt.“
       
       ## Ukraine hebt Reisewarnung für Ungarn auf
       
       Nach dem Wahlsieg von Oppositionsführer Peter Magyar bei der Parlamentswahl
       in Ungarn am Sonntag hat die Ukraine eine Reisewarnung für das Nachbarland
       aufgehoben. „Das Außenministerium hebt eine frühere Empfehlung auf, von
       Reisen nach Ungarn abzusehen“, erklärte Außenminister Andrij Sybiha am
       Montag in Onlinediensten. „Die Wahl der Ungarn hat das Scheitern der
       politischen Erpressung und der anti-ukrainischen Propaganda“ der Regierung
       von Viktor Orbán gezeigt, fügte der ukrainische Außenminister hinzu. Er
       hoffe auf eine „Normalisierung der Beziehungen“ zwischen den
       Nachbarländern.
       
       Das Außenministerium in Kiew hatte die Reisewarnung im März verhängt,
       nachdem die ungarischen Behörden sieben Mitarbeiter einer staatlichen
       ukrainischen Bank festgenommen hatten, die Bargeld zwischen Banken in der
       Ukraine und Österreich hin- und hertransportiert hatten. Bei der
       Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag hatte der seit 16 Jahren regierende
       Ministerpräsident Orbán eine klare Niederlage hinnehmen müssen. Orbán
       unterhält gute Kontakte zum russischen Staatschef Wladimir Putin, der seit
       Jahren Krieg gegen die Ukraine führt. Magyar wiederum gilt als Kritiker
       Russlands.
       
       In der EU blockierte Orbán mit seinen Vetos wichtige Hilfen für die von
       Russland angegriffene Ukraine. Die Union brachte er damit an den Rand der
       Handlungsunfähigkeit. Wegen der Verstöße gegen das Prinzip der
       Rechtsstaatlichkeit legte die EU Milliardenhilfen aufs Eis, die Ungarn
       zustehen würden. Hingegen will Magyar das Verhältnis seiner Landes zur EU
       und zu den westlichen Partnern verbessern.
       
       Auschwitz-Komitee: Demokratiezerstörung zu Ende
       
       Für das Internationale Auschwitz Komitee zeigt die Abwahl Viktor Orbáns in
       Ungarn, dass „eine scheinbar unumkehrbare Entwicklung der
       Demokratiezerstörung und Selbstherrlichkeit“ beendet werden kann.
       „Plötzlich ist der Kaiser nackt, und wir erkennen seine Erbärmlichkeiten
       und unsere Möglichkeiten aufs Neue“, erklärte die Präsidentin des
       Auschwitz-Komitees und Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf am Montag. Der
       Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner erklärte zum Wahlergebnis vom
       Sonntag am Rande eines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz: „All
       jene Menschen in Europa, die ihre Hoffnung auf rechtsextreme Ideologen und
       deren altbekannte Tiraden des Rassismus und der Ausgrenzung setzten,
       sollten jetzt sehr genau nach Ungarn schauen.“ Dort habe ein Regime „über
       16 Jahre hinweg ein System von Korruption aufgebaut, das Land ausgezehrt
       und sich die Taschen vollgemacht“.
       
       AfD reagiert verhalten auf Orbán-Niederlage
       
       Die AfD reagiert verhalten auf die Wahlniederlage von Ungarns
       Regierungschef Viktor Orbán. Eine öffentliche Reaktion der Parteispitze
       blieb bis zum Mittag nach dem Wahltag zunächst aus. Der außenpolitische
       Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, schrieb auf der
       Plattform X, man nehme das Wahlergebnis in Ungarn mit Respekt zur Kenntnis.
       „Es widerlegt die Behauptung, Ungarn sei ein autoritär regierter Staat. Wir
       hoffen, dass der Wahlsieger an einer restriktiven Migrationspolitik
       festhält, sich nicht dem Zentralismus aus Brüssel beugt und dazu beiträgt,
       die Ukraine weiter mit europäischen Mitteln zu alimentieren“, fügte er
       hinzu.
       
       Ähnlich äußerte sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von
       Storch: „Orbán gratulierte Magyar zum Wahlsieg, weil er eben ein
       überzeugter Demokrat ist und Ungarn aller Diffamierungen zum Trotz eine
       funktionierende Demokratie“, schrieb sie. Andere AfD-Politiker gaben ihrer
       Enttäuschung über das Ergebnis bei X Ausdruck. Die AfD hatte immer wieder
       demonstrativ die Nähe zu Orbán gesucht. Parteichefin Alice Weidel reiste zu
       jährlichen Treffen der rechtskonservativen amerikanischen CPAC-Konferenz
       nach Budapest – zuletzt erst im März. Orbán empfing die AfD-Chefin zudem im
       vergangenen Jahr kurz vor der Bundestagswahl in Budapest fast wie einen
       Staatsgast auch in seinem Regierungssitz. Weidel bezeichnete Ungarn als
       Vorbild und Orbán als „Leuchtfeuer der Freiheit“.
       
       Andrej Babis: Magyar darf nun nicht enttäuschen
       
       Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat dem ungarischen
       Wahlsieger Peter Magyar gratuliert und eine Zusammenarbeit zugesagt. Babis,
       ein Unterstützer des abgewählten Regierungschefs Viktor Orbán, schreibt auf
       der Online-Plattform X: „Gegen einen so starken Gegner wie Viktor Orbán
       anzutreten war nie einfach, dennoch hat er das Vertrauen der Mehrheit der
       Ungarn gewonnen und trägt große Hoffnungen ‌und Erwartungen.“ Magyar dürfe
       nun nicht enttäuschen. Er respektiere das Wahlergebnis und freue sich auf
       die Zusammenarbeit, denn die Beziehung zwischen ⁠Ungarn und der
       Tschechischen Republik sei eng.
       
       Budapester Börse: Leitindex mit Rekord
       
       Das Ergebnis der ungarischen Parlamentswahl sorgt für Aufbruchstimmung an
       der Budapester Börse. Der Leitindex Bux klettert ‌um bis zu 3,3 Prozent auf
       rund 137.261 Punkte und erreicht damit ein Allzeithoch. Die Landeswährung,
       der Forint, verteuert sich in der Spitze um 2,7 Prozent auf 311,40 zum
       Dollar – den höchsten Stand seit Februar 2022. „Angesichts dieser
       überwältigenden Mehrheit sind Bedenken hinsichtlich eines friedlichen
       Machtwechsels ‌ausgeräumt“, schreiben ‌die Experten der Commerzbank.
       
       António Costa: Eine Rekordwahlbeteiligung
       
       EU-Ratspräsident António Costa schrieb auf X, die Rekordwahlbeteiligung
       zeige den demokratischen Geist des ungarischen Volkes. „Sie haben
       gesprochen – und ihr Wille ist klar.“ Er freue sich darauf, eng mit Magyar
       zusammenzuarbeiten, um Europa stärker und wohlhabender zu machen, so der
       Portugiese.
       
       Robert Fico: Biete Wahlsieger Magyar Zusammenarbeit an
       
       Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat dem ungarischen
       Wahlsieger Peter Magyar eine ‌enge Zusammenarbeit angeboten. „Mit vollem
       Respekt nehme ich die Entscheidung der ungarischen Bürger zur ⁠Kenntnis und
       bin zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem neuen ungarischen
       Ministerpräsidenten bereit, dem ich ‌zum Wahlergebnis gratuliere“, ‌teilt
       Fico ⁠mit. Die Slowakei sei bereit für enge Beziehungen. Der gemeinsame
       ‌Schutz der ‌Energieinteressen bleibe ein Ziel.
       
       Lars Klingbeil: Ungarn hat sich für Demokratie und Europa entschieden
       
       SPD-Chef Lars Klingbeil wertet den Wahlausgang in Ungarn als Sieg für
       Europa und Niederlage für Kremlchef Wladimir Putin. „Die ungarische
       Bevölkerung hat sich mit großer Mehrheit für die Demokratie und für Europa
       entschieden. Das ist eine schwere Niederlage für Putin und für alle, die
       europäische Demokratien zerstören wollen“, teilte Klingbeil mit. Er
       gratulierte Peter Magyar zu seinem „bedeutenden Wahlerfolg in Ungarn.“ Man
       freue sich „auf ein neues Kapitel der europäischen Zusammenarbeit mit
       Ungarn“, sagte der SPD-Chef weiter.
       
       Marine Le Pen kritisiert EU-Reaktion auf Orbáns Abwahl
       
       Nach der Wahlniederlage des rechtsnationalen ungarischen Regierungschefs
       Viktor Orbán hat die französische Rechtspopulistin Marine Len Pen die
       positive Reaktion der EU-Kommission kritisiert. Die von der EU-Kommission
       ausgedrückte „Genugtuung“ sollte die Ungarn „beunruhigen“, schrieb Le Pen
       am Montag im Onlinedienst X. Orbán habe 16 Jahre lang „mit Mut und
       Entschlossenheit die Freiheit und Souveränität Ungarns verteidigt“,
       erklärte Le Pen, die Ende März nach Ungarn gereist war, um ihren
       Verbündeten zu unterstützen. Ungarn habe sich auf demokratische Weise zum
       Machtwechsel entschieden, „trotz der grotesken Diktatur-Vorwürfe“ gegen
       Orbáns Regierung, betonte die Fraktionschefin der rechtspopulistischen
       Partei Rassemblement National (RN). RN-Parteichef Jordan Bardella hatte
       bereits am Vorabend den scheidenden ungarischen Ministerpräsidenten Orbán
       als „großen Patrioten“ bezeichnet.
       
       Giorgia Meloni gratuliert Magyar und dankt Orbán
       
       Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat dem bisherigen ungarischen
       Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem Wahlsieg gratuliert. Die
       italienische Regierung wünsche ihm viel Erfolg bei der Arbeit, schrieb die
       rechte Regierungschefin bei X. Sie bedankte sich in dem Post aber auch bei
       ihrem „Freund“ Viktor Orbán für die intensive Zusammenarbeit der
       vergangenen Jahre. Zu dem rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Ungarns
       pflegte Meloni über die Jahre gute Beziehungen. Sie sei sich sicher, dass
       Orbán auch aus der Opposition heraus weiterhin seinem Land dienen werde,
       schrieb Meloni weiter. Italien und Ungarn sind nach ihren Worten „Nationen,
       die durch ein tiefes Band der Freundschaft verbunden sind“. Meloni zeigte
       sich nach der Parlamentswahl in Ungarn überzeugt, die beiden Länder würden
       „weiterhin in konstruktivem Geist im Interesse unserer Völker sowie der
       gemeinsamen Herausforderungen auf europäischer und internationaler Ebene
       zusammenarbeiten“.
       
       Emmanuel Macron: Gemeinsam souveränes Europa antreiben
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ruft nach der Parlamentswahl in
       Ungarn dazu auf, gemeinsam an einem souveräneren Europa zu arbeiten. Er
       habe Oppositionsführer Peter Magyar angerufen, um ihm zu gratulieren,
       schrieb Macron auf X. Frankreich begrüße den Sieg der demokratischen
       Teilhabe. Macron schrieb auch von einem Sieg für Ungarn in Europa und dass
       das ungarische Volk an den Werten der Europäischen Union festhalte. Er
       ergänzte: „Lasst uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben – für
       die Sicherheit unseres Kontinents, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere
       Demokratie.“ Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot kommentierte: „Das
       ungarische Volk hat entschieden, einen Schlussstrich unter eine Macht zu
       ziehen, die sich zulasten der europäischen Souveränität in der Zerschlagung
       des Rechtsstaates und von Grundfreiheiten, Desinformation und Absprachen
       mit Russland verirrt hat.“ Zuvor hatte der ungarische Ministerpräsident
       Viktor Orbán seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden.
       
       Friedrich Merz und Johann Wadephul gratulieren Magyar
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU)
       haben unmittelbar nach Viktor Orbáns Eingeständnis seiner Wahlniederlage in
       Ungarn dem wahrscheinlichen Nachfolger als Ministerpräsident gratuliert.
       „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor
       allem geeintes Europa“, schrieb Merz auf der Plattform X an die Adresse von
       Peter Magyar. „Die Menschen in Ungarn haben gewählt. Sie haben sich für den
       politischen Wandel entschieden“, schrieb Wadephul auf X. Er hoffe, „dass
       das Land jetzt wieder seine großen Chancen in und mit Europa nutzt“.
       
       Barack Obama: Sieg für Demokratie weltweit
       
       Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat den Wahlsieg der Tisza-Partei
       des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar als wichtiges Ereignis für
       die Demokratie weltweit gewürdigt. „Der Sieg der Opposition in Ungarn
       gestern ist – wie auch die Wahl in Polen 2023 – ein Sieg für die
       Demokratie, nicht nur in Europa, sondern weltweit“, schrieb der
       demokratische Politiker auf der Plattform X. Vor allem sei der Wahlsieg ein
       Beleg für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Menschen in
       Ungarn sowie „eine Mahnung an uns alle, uns weiterhin für Gerechtigkeit,
       Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen“.
       
       Dmitri Peskow: Russland will „pragmatische Beziehungen“ fortsetzen
       
       Russland hat mit Zurückhaltung auf die Wahlniederlage des ungarischen
       Ministerpräsidenten Viktor Orbán reagiert, der trotz des Ukraine-Kriegs
       eine enge Beziehung zur Führung in Moskau gepflegt hatte. Man hoffe auf
       eine Fortsetzung der „pragmatischen Beziehungen“ mit der neuen Regierung,
       sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Russland respektiere die
       Wahlentscheidung des ungarischen Volkes. Zudem sei man an guten Beziehungen
       zu Ungarn und dem übrigen Europa interessiert. Die Wahl habe nichts mit dem
       ‌russisch-ukrainischen Konflikt zu tun. Zugleich warnte Peskow, alle
       Schritte zur Unterstützung der ukrainischen Ambitionen seien für einen
       Frieden nicht hilfreich.
       
       Wolodymyr Selenskyj: „Überwältigender Sieg“
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem bisherigen
       ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem „überwältigenden Sieg“
       bei der Parlamentswahl gratuliert. Es sei wichtig, dass sich ein
       konstruktiver Ansatz durchsetze, schrieb Selenskyj am späten Abend auf der
       Plattform X. Die Ukraine habe stets gute nachbarschaftliche Beziehungen zu
       allen europäischen Staaten angestrebt und sei bereit, ihre Zusammenarbeit
       mit Ungarn zu vertiefen. Selenskyj schrieb weiter, Kiew sei zu gemeinsamer
       konstruktiver Arbeit zum Wohle beider Nationen bereit. Europa und alle
       europäischen Nationen müssten gestärkt werden, Millionen von Europäern
       wünschten sich Zusammenarbeit und Stabilität.
       
       Zuletzt waren die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine äußerst
       angespannt. Der nun abgewählte Regierungschef Viktor Orbán hatte zuletzt
       einen 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine blockiert. Er warf Kiew
       zudem vor, eine Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba-Ölpipeline aus
       politischen Gründen zu verhindern. Orbán kämpfte über Monate hauptsächlich
       mit Kritik an der Ukraine und Angstmache rund um eine mögliche Verstrickung
       Ungarns in den Krieg im Nachbarland um Wählerstimmen.
       
       Keir Starmer: „Historischer Moment“
       
       Großbritanniens Premierminister Keir Starmer sieht den Wahlsieg des
       bisherigen Oppositionsführers Peter Magyar in Ungarn als historisch für die
       Demokratie in Europa an. „Das ist ein historischer Moment, nicht nur für
       Ungarn, sondern für die europäische Demokratie“, teilte Starmer in einem
       X-Beitrag mit. Er freue sich darauf, mit Magyar „für die Sicherheit und den
       Wohlstand unserer beiden Länder zu arbeiten“.
       
       Donald Tusk: „Bin so glücklich!“
       
       Polens Regierungschef Donald Tusk freut sich über den Wahlsieg der
       Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar. „Willkommen
       zurück in Europa“, schrieb Tusk auf X. Dazu postete er ein Video, dass ihn
       während einer Visite in Südkorea beim Telefonat mit Wahlsieger Magyar
       zeigt. „Oh, ich bin so glücklich! Ich glaube, ich bin sogar noch
       glücklicher als du“, sagt Tusk auf Englisch. Dem ehemaligen
       EU-Ratspräsidenten Tusk war 2023 ein Wahlerfolg gelungen, der nun vielfach
       als Referenz für den Sieg von Magyar dient. Bei der polnischen
       Parlamentswahl im Herbst 2023 hatte ein von Tusk geführtes proeuropäisches
       Oppositionsbündnis die Mehrheit erlangt. Nach acht Jahren an der Regierung
       wurde die rechtskonservative, EU-skeptische PiS damals in die Opposition
       verwiesen.
       
       Ursula von der Leyen: „Ungarn hat Europa gewählt“
       
       Nach dem Abzeichnen eines Wahlsiegs des bisherigen Oppositionsführers Peter
       Magyar in Ungarn zeigt sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
       erleichtert. „Ungarn hat Europa gewählt“, schrieb die deutsche
       Spitzenpolitikerin auf der Plattform X. „Ein Land findet zurück auf seinen
       europäischen Weg.“ Europa habe sich immer für Ungarn entschieden, schrieb
       sie weiter. „Die Union wird stärker.“ Angaben einer Sprecherin zufolge
       gratulierte von der Leyen dem voraussichtlichen Wahlsieger Magyar und sie
       vereinbarten eine enge Zusammenarbeit.
       
       Manfred Weber: Sieg für die Demokratie in Ungarn
       
       Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im Europäischen
       Parlament, Manfred Weber, sagte mit Blick auf den voraussichtlichen
       Wahlerfolg Magyars: „Das ist ein klarer Sieg für die Demokratie in Ungarn
       und für Europa.“ Seine Botschaft an die Ungarn heute sei: „Willkommen
       zurück im Herzen Europas.“ Peter Magyar und die EVP hätten deutlich
       gezeigt, dass mit bürgerlicher, lösungsorientierter Politik Wahlen gegen
       Rechtsaußen gewonnen werden können.
       
       13 Apr 2026
       
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       Péter Magyar.