# taz.de -- Kraftstoffpreise und Inflation: Klingbeil lädt zum Energie-Gipfel
       
       > Wegen der steigenden Energiepreise ruft der Bundesfinanzminister zum
       > Krisentreffen. Der Kanzler bremst derweil Hoffnung auf schnelle
       > Maßnahmen.
       
 (IMG) Bild: Lädt ein zu einem Energiepreis-Gipfel: Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender
       
       Die steigenden Preise für Energie und Kraftstoffe durch die Kriege im Nahen
       Osten beschäftigen im zunehmenden Maße Politiker*innen und
       Wirtschaftsvertreter*innen. Bereits im März [1][stieg die Inflation
       deutlich], wie das Statistische Bundesamt nach einer jüngsten Analyse
       mitteilte. Demnächst könnten durch einen Verzögerungseffekt neben den
       Energiepreisen auch die Preise für Nahrungsmittel und Dienstleistungen
       weiter steigen.
       
       Schon jetzt treiben die hohen Spritpreise mehr Menschen in Busse und Bahnen
       – doch der öffentliche Nahverkehr kann die gestiegene Nachfrage wegen
       knapper Budgets kaum bedienen. Ein Sprecher des Verbandes Deutscher
       Verkehrsunternehmen (VDV) sagte der Rheinischen Post, man gehe davon aus,
       „dass die Nachfrage nach ÖPNV-Tickets vor dem Hintergrund gestiegener
       Kraftstoffpreise für Pkw gestiegen ist“.
       
       Für Freitag hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD)
       Wirtschaftsvertreter und Gewerkschaften deshalb zu einem
       Energiepreis-Gipfel eingeladen. Saarlands Ministerpräsidentin Anke
       Rehlinger (SPD), zugleich SPD-Vizechefin, drang im Vorhinein auf staatliche
       Eingriffe. „Deutschland sollte staatliche Preisobergrenzen für Sprit
       festlegen wie Luxemburg“, sagte Rehlinger dem Redaktionsnetzwerk
       Deutschland (RND).
       
       ## Merz bremst die Erwartungen
       
       Zudem sprach sie sich für eine Übergewinnsteuer auf Krisengewinne der
       Konzerne sowie eine gezielte Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel
       aus. Da Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bisher keine
       Bereitschaft zeige, weitere Schritte zu gehen, sei es gut, dass Klingbeil
       nun das Gespräch suche.
       
       Ähnliche Forderungen nach staatlichen Preisobergrenzen hatten zuvor bereits
       andere Ministerpräsidenten erhoben, darunter der hessische Regierungschef
       Boris Rhein (CDU). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Donnerstag
       erklärt, es gebe in der Bundesregierung noch keine Einigkeit über mögliche
       Entlastungsmaßnahmen. Sollten die Preise entgegen aktueller
       Entspannungssignale weiter und dauerhaft deutlich steigen, werde die
       Regierung handeln.
       
       Linken-Chefin Ines Schwerdtner forderte in der Rheinischen Post ein
       umfassendes Entlastungspaket: „Wenn Merz es ernst meint, muss er jetzt
       liefern: Preise wirksam deckeln, Krisengewinne der Energiekonzerne
       konsequent abschöpfen und mit 150-Euro-Energiekrisengeld und 9-Euro-Ticket
       sofort für spürbare Entlastung im Alltag sorgen.“ (dpa, taz)
       
       10 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Diesel-Benzin-Heizoel-Strom/!6169730
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Lars Klingbeil
 (DIR) Inflation
 (DIR) Naher Osten
 (DIR) Ines Schwerdtner
 (DIR) Energiepreise
 (DIR) Energiepreise
 (DIR) Friedrich Merz
 (DIR) Inflation
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Koalitionsstreit um Energiepreise: Autoindustrie stellt sich hinter Reiche
       
       Kanzler Merz hat Erwartungen an schnelle Entlastungen gedämpft. Der
       Bauernverband warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen, die Autolobby
       stützt die Wirschaftsministerin.
       
 (DIR) Streit um Maßnahmen gegen Energiekrise: Koalition außer Rand und Band
       
       In der Debatte um Entlastungen geht Wirtschaftsministerin Reiche auf
       Finanzminister Klingbeil los. Von Kanzler Merz wird sie dafür
       zurechtgewiesen.
       
 (DIR) Diesel, Benzin, Heizöl, Strom: Inflation so hoch wie seit 2024 nicht mehr
       
       Hohe Energiepreise lassen die Inflation auf 2,7 Prozent steigen. Demnächst
       könnten damit auch Lebensmittel und Dienstleistungen deutlich teurer
       werden.
       
 (DIR) Steigende Benzinpreise: Es gibt kein Recht auf billigen Sprit
       
       Ein gedeckelter Benzinpreis würde zu unkontrolliert hohen Kosten führen.
       Und es würde nicht denen helfen, die dringend Entlastung brauchen.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Einige Schiffe passieren Straße von Hormus
       
       Sechs Schiffe haben in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus
       durchquert. Deutschland nimmt ihre Gespräche mit der Regierung Irans wieder
       auf.