# taz.de -- Waffenruhe in Iran: Merz will dauerhaftes Ende des Krieges
> Die Bundesregierung begrüßt die Waffenruhe im Nahen Osten und bleibt
> bezüglich eines deutschen Beitrags undeutlich. Die Linke fordert die
> Schließung Ramsteins.
(IMG) Bild: Kein Wort zu Trumps martialischer Rhetorik: Bundeskanzler Friedrich Merz
Erst die Drohung von US-Präsident Donald Trump, in Iran „eine ganze
Zivilisation“ auszulöschen, dann die Ankündigung einer zweiwöchigen
Waffenruhe: Die Bundesregierung hat die neuen Entwicklungen im Nahen Osten
begrüßt, ohne sich allerdings zu optimistisch zu zeigen. „Ziel muss nun
sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.
Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen“, teilte
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwochmorgen mit.
Entsprechende Verhandlungen dienten dem Schutz der iranischen
Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region, sie könnten zudem eine
schwere weltweite Energiekrise abwenden. Die Bundesregierung unterstütze
diese diplomatischen Bemühungen. Und: „Deutschland wird in geeigneter Weise
dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu
gewährleisten“, so Merz weiter. Wie dieser Beitrag allerdings aussehen kann
und wann er erfolgen soll, dazu äußerte sich Merz nicht.
Auch der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille trug am Mittag
in der Regierungspressekonferenz wenig zur Aufhellung dieser Fragen bei.
Hille betonte vor allem, dass sich ein möglicher deutscher Einsatz im
internationalen Verbund abspielen und davon abhängen werde, was gefordert
und sinnvoll sei. Man wolle „Schritt für Schritt“ vorgehen und sei mit
allen Freunden und Verbündeten im Gespräch.
Merz hatte bereits in den vergangenen Wochen in Aussicht gestellt, dass
sich Deutschland nach dem Ende der Kampfhandlungen an der Sicherung der
Straße von Hormus beteiligen würde, er hatte dabei die Räumung von Seeminen
als eine Möglichkeit genannt. Zu dieser und anderen Einsatzmöglichkeiten
der Bundeswehr wollten sich am Mittwoch aber weder Hille noch eine
Sprecherin des Verteidigungsministeriums äußern. Nicht äußern wollte sich
Hille auch dazu, wie die Bundesregierung Trumps [1][martialische Drohungen
gegen den Iran bewerte], immerhin die Ankündigung möglicher
Kriegsverbrechen. Man habe das „zur Kenntnis genommen“ und konzentriere
sich auf die aktuellen Entwicklungen, sagte der Regierungssprecher und mehr
nicht.
## Israel soll sich auf Selbstverteidigung gegen die Hisbollah beschränken
Der französische Präsident Emmanuel Macron war, wie so oft, weniger
zurückhaltend: Er kündigte an, dass etwa 15 Staaten unter französischer
Führung den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder ermöglichen
wollten. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine wichtige Route für
den globalen Öl- und Gashandel. Die Blockade des Seeverkehrs durch den Iran
hat weltweit zu Engpässen und großen Preissprüngen bei der
Energieversorgung geführt. Regierungssprecher Hille warnte vor zu großen
Erwartungen, dass in Deutschland die Preise schnell sinken würden: „Das
wird dauern.“
Macron hat zudem gefordert, dass die Waffenruhe auch für Libanon gelten
müsse. So klar wollte sich die Bundesregierung nicht äußern. Ein Sprecher
des Auswärtigen Amtes betonte jedoch, Außenminister Johann Wadephul (CDU)
habe seinen israelischen Kollegen Gideon Saar aufgefordert, „dass sich
Israel auf die notwendige Selbstverteidigung gegen Hisbollah beschränkt und
nicht darüber hinausgeht“.
Auch die Grünen begrüßten die Waffenruhe. „Die Feuerpause kann Raum
schaffen für Verhandlungen“, sagte die verteidigungspolitische Sprecherin
Sara Nanni der taz. „Ob es wirklich das Ende einer unnötigen Konfrontation
oder nur der Anlauf für die nächste Eskalation ist, wird sich zeigen.“ Die
deutsche Bundesregierung, so Nanni weiter, solle gegenüber den USA
klarmachen, dass eine dauerhafte Lösung im Interesse Deutschlands sei.
„Diese Waffenruhe kann nur ein kurzes Aufatmen sein, denn der Krieg muss
ein für alle Mal enden“, sagte Ines Schwerdtner, die Co-Vorsitzende der
Linken. Trumps „brandgefährliche Politik“ werde sich mit dem Iran-Deal
nicht ändern. „Wer gestern noch ankündigt, ganze Infrastrukturen und Städte
zu zerstören, droht mit nichts anderem als Terror. So redet jemand, der
bereit ist, die Weltordnung in Schutt und Asche zu legen.“ Das Schweigen
von Merz und anderer europäischer Staatschef dazu sei „einfach nur
beschämend“. Deutschland müsse Schluss machen „mit der blinden Gefolgschaft
gegenüber den USA“, sagte Schwerdtner und forderte, die US-Airbase Ramstein
müsse geschlossen werden.
8 Apr 2026
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(DIR) Sabine am Orde
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