# taz.de -- Ölkrise infolge des Irankriegs: Spritpreise springen von Rekord zu Rekord
> Ob die Bundesregierung etwas gegen die hohen Preise unternimmt, ist
> weiter unklar. Viele andere Länder ergreifen dagegen Maßnahmen.
(IMG) Bild: Die Spritpreise steigen weiter: Diesel erreicht neues Rekordhoch
dpa/taz | Am siebten Tag [1][seit Einführung der neuen Regeln für
Spritpreise] hat Diesel erstmals im bundesweiten Durchschnitt mehr als 2,50
Euro gekostet. Direkt nach der mittäglichen Erhöhung ermittelte der ADAC
für 12.15 Uhr einen Preis von 2,502 Euro pro Liter. Das waren 9 Cent mehr
als noch eine halbe Stunde zuvor. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich
um 7,6 Cent auf 2,235 pro Liter. Sowohl die Anstiege als auch die Preise
waren etwas höher als am Montag.
Die Spritpreise eilen derzeit von Rekord zu Rekord. Im bundesweiten
Tagesdurchschnitt des Montags hatte Diesel mit 2,443 Euro das sechste
Allzeithoch in Folge aufgestellt. Superbenzin der günstigsten gängigen
Sorte E10 kratzte mit 2,192 Euro am Allzeithoch für den Durchschnittspreis
eines ganzen Tages. Zum Rekord aus dem März 2022 fehlten nur noch 1,1 Cent.
Verglichen mit dem letzten Tag vor Einführung der 12-Uhr-Regel am 1. April,
hat sich E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt um weitere 8,5 Cent pro
Liter verteuert, Diesel um 12,7 Cent. Im Vergleich zum letzten Tag vor
Kriegsausbruch ist es noch deutlich mehr: gut 41 Cent bei E10 und fast 70
Cent bei Diesel.
Die Anstiege des Tagesdurchschnittspreises vom Montag fielen mit 0,1 Cent
bei E10 und 0,3 Cent bei Diesel vergleichsweise gering aus. Ob die Preise
durch den stärkeren Mittagssprung nun wieder an Dynamik gewinnen, ist
derzeit noch offen. Vergangene Woche hatten die Preise teilweise um mehrere
Cent pro Tag zugelegt. Die Preise vom Dienstagmittag deuteten allerdings
tendenziell eher auf weiter steigende, zumindest aber nicht fallende Preise
hin. Der ADAC fordert daher schon länger eine Entlastung der Autofahrer.
## Kritik an Mineralölkonzernen
Der Anstieg der Spritpreise in den vergangenen Tagen stellt auch infrage,
ob die neuen Vorgaben der Bundesregierung funktionieren. Der
stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller,
kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Mineralölkonzerne. Diese
schlügen „rücksichtslos Profit aus der Situation“, sagt er und fordert:
„Der Präsident des Kartellamts muss die Ölkonzerne an die kurze Leine
nehmen, die verschärften Gesetze geben ihm dafür alle Mittel.“ Das
Bundeskartellamt hat seit [2][Kurzem die Möglichkeit, Preisaufschläge im
Großhandel schneller zu prüfen und einzugreifen.]
Zudem sei er bereit, besonders Betroffene schnell zu entlasten. Dabei sei
aber auch klar: „Wir werden nicht alles an der Zapfsäule kompensieren. Ein
Bundestagsabgeordneter oder ein Porschefahrer braucht keine Entlastung auf
Kosten der Allgemeinheit. Dieses Geld gehört dorthin, wo es wirklich
gebraucht wird.“
[3][Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD)] hatte angesichts der hohen
Energiepreise in der vergangenen Woche in einem offenen Brief unter anderem
an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Entlastungen für
Bürger:innen angemahnt. Dabei hat er konkrete Maßnahmen genannt, etwa
einen Preisdeckel für Sprit und eine Übergewinnsteuer. Beides lehnt Reiche
bislang ab, sie will die Pendlerpauschale erhöhen. Weder das Finanz- noch
das Wirtschaftsministerium nahmen dazu Stellung, ob Reiche auf Klingbeils
Brief geantwortet hat. Zu laufenden Abstimmungen innerhalb der
Bundesregierung könne sich das Finanzministerium grundsätzlich nicht
äußern, sagte ein Sprecher. Das Wirtschaftsministerium antwortete auf
taz-Anfrage gar nicht.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur haben bislang 21 Länder
Preisobergrenzen, Subventionen für Sprit oder Gewinngrenzen für
Kraftstoffhändler eingeführt, darunter Österreich, Polen, Tschechien,
Ungarn und Mexiko. China hat am Dienstag zum zweiten Mal den Anstieg der
Spritpreise gebremst. In Frankreich prüft die Regierung die Einführung
eines Spritrabatts für mobile Pflegekräfte und von hohen Energiepreisen
besonders betroffenen Landwirten.
7 Apr 2026
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