# taz.de -- Steigende Benzinpreise: Es gibt kein Recht auf billigen Sprit
> Ein gedeckelter Benzinpreis würde zu unkontrolliert hohen Kosten führen.
> Und es würde nicht denen helfen, die dringend Entlastung brauchen.
(IMG) Bild: Kleinere Autos mit geringerem Verbrauch oder gar Elektromotor helfen Kosten sparen
Wenig regt die Deutschen so auf wie steigende Spritpreise. Seit die USA
gemeinsam mit Israel Krieg gegen Iran führen, hat sich Öl kräftig
verteuert, kosten Benzin und Diesel an Tankstellen mehr als je zuvor, rufen
diejenigen, die weniger Staat fordern, plötzlich laut nach ihm. Offenbar
ist der Staat doch gut genug, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht. Dabei
kann die Bundesregierung nur sehr begrenzt etwas tun. Denn Weltmarktpreise
lassen sich nicht in Berlin stoppen.
Hätte die Bundesregierung zum Beispiel vor drei Wochen die Steuern gesenkt,
wäre die Ersparnis bis heute komplett verschwunden. Teuer wäre es immer
noch. Der Effekt lässt sich im kleinen Maßstab in der Gastronomie sehen:
Zum Jahreswechsel sank der Mehrwertsteuersatz auf Speisen von 19 auf 7
Prozent. Angekommen ist davon beim Kunden in den Restaurants praktisch
nichts. Die steigenden Kosten der Betriebe haben die Steuersenkung
aufgefressen.
Den Spritpreis staatlicherseits bei zum Beispiel zwei Euro zu deckeln,
führt zu unkontrolliert hohen Kosten – denn die Bundesregierung müsste die
Differenz zum wahren Spritpreis übernehmen, sonst bleibt der Zapfhahn
trocken. [1][Die Pendlerpauschale zu erhöhen], klingt vielleicht
verlockend, wirkt aber erst, wenn die Steuererklärung gemacht wird, ändert
nichts an den hohen Preisen und wird ebenfalls teuer für den Staat und
damit für alle.
Es gibt kein Recht auf billigen Sprit. In Deutschland, wo freien Bürgern
freie Fahrt zusteht, kann jeder entscheiden, [2][weniger oder langsamer zu
fahren], wo möglich, auf Nahverkehr umzusteigen, kleinere Autos mit
geringerem Verbrauch oder gar Elektromotor zu kaufen. Jede und jeder kann
mit dem eigenen Verhalten dazu beitragen, die eigenen Ausgaben zu senken.
Wenn die Bundesregierung etwas tun will, kann sie denjenigen direkt Geld
schicken, die es vermutlich am meisten benötigen: Haushalte mit geringen
Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind. Technisch sind solche
Überweisungen inzwischen möglich.
9 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Massnahmen-gegen-die-Energiekrise/!6169413
(DIR) [2] /Wirtschaftsweise-fuer-Tempolimit/!6168752
## AUTOREN
(DIR) Björn Hartmann
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Benzinpreise
(DIR) Pendlerpauschale
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Kolumne Die Woche
(DIR) Lars Klingbeil
(DIR) Benzinpreise
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Energiepreise
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Mit dem E-Lastwagen durch Europa: Abschied vom Öltimer
Die Spritpreise sind hoch, Spediteure klagen über hohe Kosten. Lkw-Fahrer
Tobias Wagner hat damit keine Probleme, er ist elektrisch unterwegs.
(DIR) Spritpreise, Libanon, Artemis: Gott sei Tank!
Die Landraub-Logik der israelischen Regierung, eine Arktisinsel namens
„Gefahrenzone“, der Papst im Pornokino. Und sexistische Literaturkritik in
der ARD.
(DIR) Kraftstoffpreise und Inflation: Klingbeil lädt zum Energie-Gipfel
Wegen der steigenden Energiepreise ruft der Bundesfinanzminister zum
Krisentreffen. Der Kanzler bremst derweil Hoffnung auf schnelle Maßnahmen.
(DIR) Maßnahmen gegen die Energiekrise: SPD kritisiert Merz-Pläne für höhere Pendlerpauschale
Die Energiepreise explodieren, die neue Tankstellenregel ist nutzlos. Der
Kanzler will deshalb offenbar Pendler entlasten. Die SPD hat andere Pläne.
(DIR) Energiekrise: Wie europäische Länder gegen hohe Spritpreise vorgehen
Trotz des angekündigten Waffenstillstands bleiben die Kraftstoffpreise in
Europa hoch. Einige Länder führen Preisdeckel ein, andere senken Steuern.
(DIR) Ölkrise infolge des Irankriegs: Spritpreise springen von Rekord zu Rekord
Ob die Bundesregierung etwas gegen die hohen Preise unternimmt, ist weiter
unklar. Viele andere Länder ergreifen dagegen Maßnahmen.