# taz.de -- Drohnen im russischen Angriffskrieg: Unterschätze die ukrainische Hausfrau nicht
       
       > Ukrainische Drohnen seien Kinderkram, sagt Rheinmetall-Chef Armin
       > Papperger. Die Verteidigung aus der Hausfrauen-Küche schmeckt Russland
       > jedenfalls gar nicht.
       
 (IMG) Bild: Teile aus dem 3D-Drucker: Die Drohnen des ukrainischen Herstellers General Cherry kosten wenige tausend Euro
       
       Das amerikanische Magazin The Atlantic wurde 1857 unter anderem von Ralph
       Waldo Emerson gegründet. Obwohl altehrwürdig, kommt es nicht häufig vor,
       dass Zitate aus einem Artikel des Hefts ihren Weg in die News finden. Vor
       ein paar Tagen aber hatte Atlantic-Autor Simon Shuster von einem Gespräch
       mit Rheinmetall-Chef Armin Papperger berichtet.
       
       Der deutsche Rüstungsmanager verniedlichte im Interview die Erfolge
       ukrainischer Drohnen bei der massenhaften Zerstörung russischer Panzer zu
       einem Spiel mit Lego-Steinen. Kinderkram also. Nicht der Rede wert.
       Außerdem sprach Papperger der ukrainischen Drohnenproduktion jedwede
       innovative Dimension ab. Da säßen halt ukrainische Hausfrauen in ihren
       Küchen und stellten mithilfe von 3D-Druckern Teile für billige militärische
       Fluggeräte her.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab trocken zurück, wenn jede
       ukrainische Hausfrau Drohnen produzieren könne, dann könne jede ukrainische
       Hausfrau Chef von Rheinmetall sein. Das war nicht nur eine angemessene
       Antwort auf die deutsche Arroganz, sondern eine präzise Beschreibung.
       
       Simon Shuster hatte darauf hingewiesen, dass die ukrainische
       Drohnenkriegsführung, die ja gerade aus einem Mangel an Panzern und
       Artillerie geboren wurde, so effizient ist, dass russische Soldaten an
       vorderster Front heute häufig mit Motorrädern, Motorrollern oder gar zu
       Pferde unterwegs sind. Denn ihre Panzer werden dort mit hoher
       Wahrscheinlichkeit von ukrainischen Drohnen getroffen. Wer auf dem Rücken
       eines Pferdes sitzt, hat eine größere Chance, ihnen zu entgehen.
       
       ## Ein paar hundert Dollar gegen einen Panzer
       
       Dass der Rheinmetall-Chef ukrainische Drohnen trotz alledem mit
       Lego-Steinen vergleicht, hat laut Shuster einen einfachen Grund: Eben weil
       Drohnen, die pro Stück für ein paar hundert Dollar zu haben sind, jeden
       Panzer umstandslos in Schrott verwandeln können, muss der Meister der
       Panzer die Illusion aufrechterhalten, Milliarden von Euro, die in solche
       investiert werden, seien ein Garant für Verteidigungsfähigkeit.
       
       [1][Die Bundeswehr sollte sich lieber von den Ukrainern beibringen lassen,
       wie man mit Lego spielt]: Das amerikanische Militär schätzt, dass Putins
       Armee allein im vorletzten Jahr 3.000 Panzer, 9.000 gepanzerte Fahrzeuge,
       13.000 Artillerie- und mehr als 400 Luftabwehrsysteme verloren hat. Viele
       davon dürften auf das Konto ukrainischer Hausfrauen gehen. Sie sind Putins
       gefährlichste Gegnerinnen.
       
       Der Kurs der Rheinmetallaktie ist derweil kräftig gestiegen. Noch zieht die
       Story von Männern mit schwerem Gerät.
       
       3 Apr 2026
       
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