# taz.de -- Landwirtschaft in afrikanischen Staaten: Klimafreundlicher Anbau macht Ernährung sicherer
> Landwirtschaft muss mit den Folgen des Klimawandels umgehen können. Eine
> Studie zeigt, wie das Farmen in Marokko, Senegal und Ägypten gelingen
> kann.
(IMG) Bild: Wie können Landwirtschaften in Afrika klimafest gemacht werden?
In vielen afrikanischen Staaten ist Landwirtschaft noch immer von zentraler
wirtschaftlicher Bedeutung und bildet für viele Menschen die
Existenzgrundlage. Immer wieder aber erleben Farmer*innen
Nahrungsdefizite. Grund dafür: der Klimawandel. Klimafreundliche
Landwirtschaft – Climate smart agriculture (CSA) – soll die
Widerstandsfähigkeit gegenüber der Klimakrise stärken und Ernährung
sichern. Die Landwirtschaft wird klimaresilienter, gleichzeitig werden die
Produktivität der Farmen gesteigert und negative Umweltauswirkungen
reduziert. Wie gut das klappt, haben nun Wissenschaftler des
Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung und Transformationsökonomien (IAMO)
analysiert.
[1][Der Klimawandel habe die Verletzlichkeit der afrikanischen
Landwirtschaft erhöht, sagen die Wissenschaftler in einer neuen
Veröffentlichung.] Die Möglichkeiten zur Anpassung seien aber limitiert.
Zum Beispiel sei Regen häufig die einzige Quelle für die Bewässerung des
Anbaus. Gegenüber natürlichen Klimaschwankungen und dem menschengemachten
Klimawandel sei die Landwirtschaft in afrikanischen Staaten oft enorm
sensibel.
Das IAMO hat daher untersucht, wie die Übernahme von insgesamt acht
möglichen CSA-Praktiken die Nahrungsknappheit in von Landwirtschaft
lebenden Haushalten in Marokko, Ägypten und Senegal reduzieren kann. Zu
diesen Praktiken gehören etwa Methoden zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit,
Gülleausbringung oder anpassungsfähige Samensorten. Auch Wettervorhersagen,
Direktsaatverfahren, Bewässerung, Züchtung und Ernteversicherung sind Teil
der [2][CSA-Strategien].
Wenn Farmer*innen sie anwenden, sollen sie Risiken, die sich durch den
Klimawandel ergeben, besser managen können. Die Farmen könnten diverser
produzieren und allgemein produktiver wirtschaften, schreiben die Autoren
der Studie. Die Befolgung der CSA-Methoden könnte die
[3][Ernährungssicherheit] weiter verbessern. Es spiele jedoch eine
besondere Rolle, wie viele der Praktiken die Farmer*innen jeweils
umsetzen.
## Mindestens vier CSA-Praktiken müssen es sein
Heißt also: Für das beste Ergebnis sollen die Farmer*innen mehrere
Arbeitsweisen gleichzeitig umzusetzen. Drei oder weniger hätten kaum einen
Einfluss auf die Ernährungssicherheit. In diesem Fall seien die Erträge
noch immer stark durch sozioökonomische Faktoren bestimmt. Also: die Größe
der Farm, verfügbare Arbeitskraft und Einkommensquellen.
Farmer*innen, die vier oder mehr CSA-Praktiken umsetzten, würden hingegen
merkliche Verbesserungen der Ernährungssicherheit spüren. „Die Studie
zeigt, dass individuell zugeschnittene Verfahren, die verschiedene
CSA-Praktiken gezielt kombinieren, nicht nur die Widerstandsfähigkeit
landwirtschaftlicher Produktion im Kontext des Klimawandels erhöhen
können“, sagt Mawussi Kossivi Soviadan, Wissenschaftler am IAMO. Die
Klimaanpassungsstrategien würden auch zum wirtschaftlichen Erfolg
landwirtschaftlicher Betriebe beitragen. Das wirke sich positiv auf das
Einkommen und die Ernährungssicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe
aus.
Die Wissenschaftler sind sich einig: Die Anwendung von CSA steigert die
Ernährungssicherheit in den untersuchten Ländern signifikant. Daher brauche
es staatliche Förderprogramme für eine klimaresiliente Landwirtschaft. Die
jeweiligen Staaten sollen so Werbung für die langfristigen Vorteile der CSA
machen, Farmer*innen bei Schwierigkeiten mit neuen Anbaumethoden
unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Arbeitskräfte produktiv
einzusetzen. Dafür sollten zum Beispiel Möglichkeiten für
praxisorientiertes Lernen geschaffen werden, etwa Bauernfeldschulen und
Schulungsinitativen für die Agrarwirtschaft.
1 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.iamo.de/en/press/press-releases/article/enhancing-food-security-through-climate-smart-agriculture-in-africa
(DIR) [2] https://www.fao.org/climate-smart-agriculture/en/
(DIR) [3] https://www.bpb.de/themen/globalisierung/welternaehrung/178438/die-vier-saeulen-der-ernaehrungssicherheit-und-die-zentrale-bedeutung-der-nahrungsmittelpreise/
## AUTOREN
(DIR) Philipp Embach
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