# taz.de -- Parlamentswahlen in Dänemark: Kein Sieg zum Feiern
       
       > In Kopenhagen stehen nach den vorgezogenen Parlamentswahlen schwierige
       > Koalitionsverhandlungen an. Das bisherige Bündnis hat keine Mehrheit
       > mehr.
       
 (IMG) Bild: Für Mette Frederiksen, die dänische Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Sozialdemokraten, lief die Wahl nicht erwartungsgemäß
       
       Wer in Zeiten wie diesen für die Sozialdemokratische Partei antritt, ist
       wahrlich nicht zu beneiden. Das muss auch Dänemarks Regierungschefin Mette
       Frederiksen zur Kenntnis nehmen. Zwar landete ihre Partei bei den
       vorgezogenen Parlamentswahlen am Dienstag [1][mit dem schlechtesten
       Ergebnis seit 1903 auf dem ersten Platz]. Doch für eine Mehrheit des „roten
       Blocks“ reicht es genauso wenig, wie für das blaue Lager der
       bürgerlich-konservativen Parteien.
       
       Viele Dän*innen bescheinigen der [2][„røden Mette“] durchaus, sich den
       Annexionsfantasien von US-Präsident Donald Trump erfolgreich widersetzt zu
       haben. Dennoch ist es Frederiksen offensichtlich nicht gelungen, den
       sogenannten [3][Grönland-Effekt] für sich zu nutzen und in
       Wähler*innenstimmen umzumünzen. Stattdessen waren für die Dän*innen
       eher innenpolitische Fragen, wie Bildung, Soziales, sauberes Trinkwasser,
       Tierschutz sowie der ökologische Fußabdruck der Landwirtschaft von Belang.
       
       Auch Frederiksens knallharter Kurs in der Migrationspolitik, den sie weiter
       verschärfen will, zahlte sich nicht wie erhofft aus. Dass dieses Thema in
       Dänemark längst im politischen Mainstream angekommen, keineswegs aber
       abgeräumt ist, zeigt das Ergebnis der rechtspopulistischen Dänischen
       Volkspartei. Mit 9,1 Prozent konnte sie ihren Stimmenanteil fast
       vervierfachen.
       
       In der Rolle des „Königsmachers“ findet sich der frühere Regierungschef
       Lars Løkke Rasmussen von der Partei Moderaterne wieder, der sich in der
       politischen Mitte verortet. Das war auch nach den Wahlen 2022 der Fall, die
       Rasmussen, letztendlich den Posten des Außenministers einbrachten. Er wird
       seine Position zu nutzen wissen, so viel steht fest.
       
       Kopenhagen stehen jetzt langwierige Koalitionsverhandlungen bevor. Auch die
       Gespräche mit den linken Parteien dürften für Frederiksen nicht einfach
       werden. Immerhin bekommt sie es mit der sozialistischen Volkspartei zu tun
       – zweitstärkste Kraft im neuen Parlament. Ob am Ende dabei für Dänemark
       mehr rote und grüne Politik herauskommt, wird sich zeigen.
       
       25 Mar 2026
       
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 (DIR) Barbara Oertel
       
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