# taz.de -- Trumps Zolloffensive: Neue Zölle auf Arzneimittel und Stahl
       
       > US-Präsident Donald Trump sendet erneut Schockwellen durch den
       > Welthandel: Ein Jahr nach seinem Zollrundumschlag baut er seine
       > aggressive Zollpolitik aus.
       
 (IMG) Bild: Wird für einige teurer, weil Trump sich wünscht, dass Pharmaunternehmen ihre Produktion in die USA verlagern: Medizin
       
       dpa | Mit [1][neuen Zöllen] auf Arzneimittel und geänderten Zollregeln bei
       Stahl treibt die US-Regierung ihre aggressive Handelspolitik voran. Ein
       satter Aufschlag von 100 Prozent soll die Pharmakonzerne dazu bewegen, sich
       in den USA anzusiedeln – Deutschland und die EU insgesamt sowie andere
       Nationen sind wegen separater Abkommen jedoch ausgenommen.
       
       Der Tag der Bekanntmachung am Donnerstag war nicht irgendeiner: Vor einem
       Jahr, am 2. April, hatte US-Präsident Donald Trump mit seinen Zolltafeln im
       Rosengarten des Weißen Hauses den Welthandel unter Schock gesetzt. Viele
       seiner Zölle sind zwar mittlerweile vom Obersten Gerichtshof gekippt
       worden. Der neue Aufschlag zeigt aber, dass Trump an seiner
       [2][umstrittenen Zollpolitik] nicht nur festhält, sondern sie noch ausbaut.
       
       Der neue Zoll wird auf patentgeschützte Arzneimittel fällig: Für
       Großkonzerne gilt das in 120 Tagen, für kleinere Unternehmen 60 Tage
       später. Wer sich für eine Ansiedlung in den USA entscheidet, kann die Zölle
       unter Umständen auf null reduzieren.
       
       ## Stahlzölle: US-Regierung will Einnahmen erhöhen
       
       Für Deutschland relevanter sind Neuerungen bei Stahl, Aluminium und Kupfer:
       Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent
       künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den
       Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die US-Regierung will damit
       ihre Einnahmen deutlich erhöhen.
       
       „Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die
       angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat“,
       sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Mit der neuen Regel soll der
       künstlichen Verbilligung nun ein Ende bereitet werden.
       
       Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen sogar
       fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer
       bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor
       war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der
       aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.
       
       3 Apr 2026
       
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