# taz.de -- Reiche will Energiewende ausbremsen: An Kurzsichtigkeit kaum zu überbieten
       
       > Wirtschaftsministerin Reiche will die Finanzierung von Windrädern und
       > Solaranlagen erschweren. Das ist angesichts der globalen Lage
       > unverantwortlich.
       
 (IMG) Bild: Der Irankrieg zeigt, wie fatal die Abhängigkeit von fossiler Energie ist. Energieministerin Reiche ist das offenbar egal
       
       Die militärischen Schläge im Nahen Osten haben sich längst zu einem
       Energiekrieg entwickelt. Aber die deutsche Regierung, allen voran
       [1][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche] von der CDU, blendet das
       offenbar komplett aus. Reiche hält trotz der heraufziehenden Energiekrise
       ernsthaft an ihren Plänen fest, [2][die Finanzierung von
       Erneuerbare-Energien-Anlagen erheblich zu erschweren]. Kritiker:innen
       haben völlig recht, wenn sie der Ministerin vorwerfen, dass sie damit den
       Bau von Windparks und die weitere Verbreitung von Dachsolaranlagen
       erheblich ausbremst. Dabei wäre jetzt genau das Gegenteil nötig.
       
       Reiches Pläne sind angesichts der globalen Lage unverantwortlich. Die
       großen [3][Schäden an Förder- und Verarbeitungsanlagen] im Nahen Osten
       führen dazu, dass selbst bei einem schnellen Frieden Öl und Gas auf dem
       Weltmarkt knapper und damit teurer bleiben als vor dem Krieg. Und nach
       einem schnellen Frieden sieht es nicht aus.
       
       Je länger der Krieg dauert, desto teurer wird fossile Energie. Anders als
       in den Ölkrisen in den 1970er Jahren gibt es heute Alternativen: den
       schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung von
       Verkehr, Heizen und Industrie. Wer das wie Reiche verschleppen und nicht
       forcieren will, schadet nicht nur dem Klima erheblich, sondern auch dem
       Wirtschaftsstandort.
       
       Jedes neue Windrad, jede neue Solaranlage ist ein Beitrag zu mehr
       Unabhängigkeit von den fossilen Energiemärkten und damit zu mehr
       Preisstabilität. Sie zu installieren muss weiter vereinfacht, nicht
       erschwert werden. Vor vier Jahren hat die damalige Ampel mit ihren
       Ostergesetzen eine Lehre aus dem Angriff Russlands auf die Ukraine gezogen.
       Sie hat mit Sofortmaßnahmen und einem langfristigen Plan für einen enormen
       Push der „Freiheitsenergien“ Wind und Solar gesorgt. Es ist kaum zu fassen:
       Die jetzige Wirtschaftsministerin zieht nicht nur keine energiepolitischen
       Konsequenzen aus dem Irankrieg. Sie will auch den von der Ampel
       eingeschlagenen Pfad für mehr Resilienz verlassen. Reiche darf sich damit
       nicht durchsetzen.
       
       22 Mar 2026
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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