# taz.de -- Diskussion Sponsoring fürs Kunstmuseum: Pecunia non olet?
> In der Neuen Nationalgalerie Berlin wurde auf einem prominent besetzten
> Podium über das Verhältnis von Staat, Museum und privaten Geldern
> diskutiert.
(IMG) Bild: Die Neue Nationalgalerie Berlin
Schnell im Laufe des Podiumsgesprächs am Montagabend in der Neuen
Nationalgalerie Berlin greift Marion Ackermann die Formel auf: 30-30-30.
Die amtierende Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz meint
damit das ideale Einnahmeverhältnis eines Museums, von denen ja gleich 21
Stück unter ihrer Ägide stehen: Zu einem Drittel sollte es sich aus
öffentlichen Mitteln finanzieren, zu einem über private Spenden und zu
einem weiteren aus eigenen Einnahmen. Solch unterschiedliche Geldquellen
garantierten auch in Krisenzeiten Resilienz.
Das Zauberwort „Resilienz“ schwebte am Montagabend über dem prominent
besetzten Podium in Mies van der Rohes Glastempel. Man versuchte zu
diskutieren, [1][wie die hochgradig von Förderungen abhängigen Kunstmuseen]
sich weder an Sponsoren verdingen noch unter politische Einflussnahme
stellen und trotzdem das Publikum mit einem Programm jenseits von „Matisse
und Picasso“-Blockbustern erreichen, wie es sich der Direktor der Neuen
Nationalgalerie, Klaus Biesenbach, an dem Abend wünscht.
7.000 Museen gebe es in Deutschland, und oft kommen nur zehn Prozent ihrer
Gelder aus nichtstaatlichen Quellen. Zu viel Staat, zu wenig
Zivilgesellschaft, kritisierte der ehemalige Präsident des Deutschen
Bundestages, der CDU-Politiker Norbert Lammert. Und wird drastisch: Im NS
sei es der Staat gewesen, der brutal gegen nicht genehme Künstler:innen
und Kulturinstitutionen vorgegangen sei.
Sieht Lammert auch jetzt derart faschistoide Kräfte am Werk, dass er zum
Nazi-Argument greift? Biesenbach spricht lieber von einem fragilen
Verhältnis zwischen Staat und Museum. Der Mann hat schon mit Monika
Grütters, Claudia Roth und nun Wolfram Weimer zusammengearbeitet.
## Neutral ist das Geld nicht
Ihre Stiftung würde sich von inhaltlicher Einflussnahme fernhalten, betont
Benita von Maltzahn, Leiterin des Kulturengagements der Volkswagen Gruppe.
Neutral ist damit das Geld ihres Unternehmens, das einmal den Abgas-Skandal
verursachte, nicht. Womit die schwierigste Frage dieses Abends auftaucht:
Von wem sollten Kunstmuseen überhaupt private Gelder annehmen?
Es dürfe keine festen Regelungen geben, meint auf dem Podium Glenn D.
Lowry, langjähriger Direktor des New Yorker Moma. Ob sich eine Spende
öffentlich vertreten ließe, müsse sich ein Museum in jedem Fall neu
überlegen. Pragmatiker Lowry wendet sich gegen jeden moralischen Anspruch.
Purity Tests, die Hintergründe von Geldgebern checken, seien ein No-Go,
auch einen „linken Faschismus“ dürfe es nicht geben, wie er polemisch
einstreute.
[2][Ackermann widersprach:] Die Herkunft des Geldes müsse geprüft werden.
Sie nennt ein Beispiel, als sie eine Spende an die Kunstsammlungen Dresden
ablehnen musste, weil die Geldgeber aus der staatsfeindlichen
Reichsbürgerszene kamen.
Das Dilemma bleibt ungelöst: Museen sind teuer, die Kulturpolitik ist
fragil und Geld stinkt meistens.
17 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sophie Jung
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