# taz.de -- Konsequenzen aus der Pandemie: EU reformiert Pauschalreisen
> Bessere Stornierungsbedingungen, mehr Rechte bei geplatzten Reisen – das
> EU-Parlament beschließt Verbesserungen für Pauschalreisende.
(IMG) Bild: Pauschal unter Palmen? Da soll es noch dieses Jahr mehr Rechte für Reisende geben
Pauschalreisen sollen sicherer werden – auch in Krisenzeiten wie der
[1][Covid-19-Pandemie]. Das Europaparlament in Straßburg hat eine Reform
beschlossen, die die Verbraucherrechte stärken und leichtere
Entschädigungen ermöglichen soll. Außerdem wird geklärt, welche Leistungen
eine Pauschalreise einschließt. Bei Online-Buchungen hatte das immer wieder
zu Streit geführt.
Als Reaktion auf die Erfahrungen in der Coronakrise wurden die Regeln für
Stornierungen und Gutscheine geändert. Bisher können Kunden ihre Reisepläne
nur dann ohne Gebühren stornieren, wenn am Reiseziel kritische Probleme
eintreten. Das wird nun auf Umstände ausgeweitet, die bereits am
Abfahrtsort eintreten oder die Reise erheblich beeinträchtigen können – so
wie während der Pandemie.
Nach den neuen Regeln sollen betroffene Touristen bei geplatzten Reisen
zudem das Recht bekommen, einen Gutschein abzulehnen und eine
Entschädigungszahlung auf ihr Konto einzufordern. Außerdem sollen
Betroffene solche Gutscheine für alle Angebote des Veranstalters nutzen
dürfen. Wenn sie einen Flug gebucht hatten, sollen sie den Gutschein also
auch für die Bahn nutzen können.
Die Reform zieht auch eine Lehre aus der Pleite des Reiseveranstalters
[2][Thomas Cook im Jahr 2019]. Wenn ein Anbieter pleite geht, sollen von
Stornierungen betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher innerhalb von
sechs Monaten eine Entschädigung aus dem Insolvenzfonds erhalten. In
Sonderfällen sei eine Ausweitung auf neun Monate möglich, heißt es in der
Gesetzesreform.
Sie wurde mit einer ungewöhnlich deutlichen Mehrheit von 537 Ja-Stimmen,
nur 2 Nein-Stimmen und 24 Enthaltungen angenommen und quer durch alle
Fraktionen als Fortschritt bezeichnet. „Wir sorgen für mehr Transparenz,
schnellere Rückerstattungen und klare Verantwortlichkeiten – auch bei
Online-Buchungen“, sagte Parlamentsvizepräsidentin Katarina Barley (SPD).
Über zu lange Übergangsfristen klagt Martin Günther von der Linken. Es sei
schwer nachvollziehbar, warum Unternehmen 28 Monate Zeit bekommen sollen,
um die neuen Vorschriften umzusetzen. Die Reform soll in der zweiten Hälfte
2026 in Kraft treten. Für den Sommerurlaub könnte es also knapp werden.
12 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Eric Bonse
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