# taz.de -- Krieg in Iran: US-Senat stimmt gegen Kriegsbeschränkungen für Trump
> Obwohl nur der Kongress Krieg erklären darf, lässt man dem US-Präsidenten
> freie Hand. Die Republikaner stehen trotz viel Kritik hinter Donald
> Trump.
(IMG) Bild: US-Marines empfangen die sterblichen Überreste eines in Saudi-Arabien durch iranische Raketen getöteten Soldaten am 4. März in Texas
Der US-Senat hat sich geweigert, die militärische Machtausübung von
[1][Präsident Donald Trump] im aktuellen Konflikt mit Iran einzuschränken.
Ein Antrag, der es Trump verboten hätte, ohne vorherige Genehmigung durch
den US-Kongress weitere Militärschläge auszuführen, wurde am Mittwoch wie
erwartet abgelehnt. Die sogenannte War Powers Resolution scheiterte mit 47
zu 53 Stimmen.
Da Senator John Fetterman als einziger Demokrat gegen den Antrag stimmte,
wären 5 republikanische Stimmen nötig gewesen, um den Antrag zu
verabschieden. Am Ende stimmte allerdings mit Rand Paul nur ein einziger
dafür.
Auch wenn der Ausgang der Abstimmung die Erwartungen bestätigte, zeigten
sich Demokraten frustriert darüber, dass ihre republikanischen Kollegen die
Lehren aus der Vergangenheit ignorierten. Viele Demokraten befürchten, dass
das Land erneut in einen langwierigen und kostspieligen Krieg im Nahen
Osten hineingezogen werden könne. Sie verglichen die aktuelle Situation mit
der US-Invasion in den Irak im Jahr 2003.
„Es ist für mich unfassbar, dass meine republikanischen Kollegen sich
weigern, aus ihren Fehlern zu lernen. Sechs Amerikaner sind bereits in
einem völkerrechtswidrigen Krieg gestorben, den niemand will. Die Region
versinkt im Chaos. Die amerikanischen Verbraucher zahlen den Preis. Und
wofür? Wir kennen immer noch nicht einmal den Grund für diesen Krieg“,
sagte der demokratische Senator Chris Murphy.
## Nur Kongress hat die Autorität, offiziell Krieg zu erklären
Senator Tim Kaine, der die War Powers Resolution eingereicht hatte, sagte
im Vorfeld der Abstimmung, dass auch ein Scheitern des Antrags von
Bedeutung sei. Seiner Meinung nach sei es wichtig, dass sich Mitglieder des
Kongresses öffentlich zum Krieg mit Iran äußerten. „Wenn euch der Mut
fehlt, bei einer Kriegsabstimmung mit Ja oder Nein zu stimmen, wie könnt
ihr es wagen, unsere Söhne und Töchter in den Krieg zu schicken, wo sie ihr
Leben riskieren?“, fragte Kaine bereits am Sonntag.
Republikaner befürchten hingegen, dass eine Einschränkung der Befugnisse
des Präsidenten die militärischen Ziele in Iran gefährden könnten. „Die
Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten befinden sich nun im Konflikt
mit einem brutalen, feindseligen und gefährlichen Regime. Ich glaube, diese
Gefahr wird nur noch zunehmen, wenn wir die militärischen Optionen des
Präsidenten in diesem kritischen Moment einschränken“, sagte der
Republikaner Todd Young kurz vor der Abstimmung.
Youngs Parteikollege aus South Carolina, Lindsey Graham, machte deutlich,
dass die Gefahren es wert seien, wenn am Ende [2][das Regime zu Fall
gebracht wurde] und in der Region keine Bedrohung mehr darstelle. „Es wird
Leid geben, bevor das hier vorbei ist. Die Wahrscheinlichkeit von Opfern
ist real. Aber der Grund, warum unsere Männer und Frauen dort sind, ist,
uns hier zu schützen“, sagte Graham.
Die amerikanische Verfassung gibt allein dem Kongress die Autorität,
offiziell Krieg zu erklären. So wie Trump haben auch mehrere seiner
Vorgänger – sowohl Demokraten als auch Republikaner – diese Gesetzesvorgabe
im Verlauf der Jahre immer wieder ignoriert.
## MAGA-Basis ist gegen Krieg
Die Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus werden am Donnerstag über einen
ähnlichen Antrag abstimmen. Auch hier wird damit gerechnet, dass die
Abstimmung scheitern wird. Die Entscheidung der Republikaner, sich gegen
die Maßnahme zu stellen, unterstreicht Trumps anhaltenden Einfluss auf die
Partei.
Und das, obwohl auch Republikaner in den letzten Tagen vermehrt [3][ihre
Bedenken über das Vorgehen der Regierung] geäußert hatten. Die
verschiedenen Begründungen, mit denen die Trump-Regierung versucht, den
Militärangriff zu rechtfertigen, haben dabei nur wenig Zuversicht
ausgelöst.
Auch die MAGA-Basis ist mit der Entscheidung des Präsidenten, Iran
anzugreifen, unzufrieden. Sie meinen, Trump sollte sich vielmehr auf die
wirtschaftliche Situation in den USA konzentrieren, wo steigende
Lebenshaltungskosten für viele Menschen ein großes Problem darstellen.
Nur wenige Stunden vor der Abstimmung im Senat hatte
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth allerdings erklärt, dass die
Militäroperation „erst am Anfang“ stehe und mehrere Wochen dauern könne.
„Irans Fähigkeiten werden stündlich schwächer. […] Es ist noch sehr früh,
und wie Präsident Trump bereits sagte, werden wir uns alle Zeit nehmen, die
wir brauchen, um den Erfolg sicherzustellen“, so Hegseth.
5 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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