# taz.de -- Spanien gegen US-Angriff auf Iran: Widerstand siempre
> Spanien kritisiert den Krieg gegen Iran und erntet damit Trumps Zorn. Es
> ist nicht das erste Mal, dass das Land den USA die Stirn bietet.
(IMG) Bild: Sich miteinander anlegen: der US-Zerstörer „USS Bulkeley“ 2022 im spanischen Militärstützpunkt Rota
Die Beziehung zwischen den USA und Spanien könnte schlechter kaum sein.
[1][Ministerpräsident Pedro Sánchez nahm bei einer Regierungserklärung am
Mittwochfrüh kein Blatt vor den Mund: „Spaniens Position im Konflikt
zwischen den USA und Israel gegen Iran ist ‚Nein zum Krieg‘“], sagte er in
einer im Funk und Fernsehen übertragenen Ansprache.
Sánchez erinnert damit an den Irakkrieg 2003, als Hunderttausende genau
unter diesem Motto auf die Straße gingen. Damals regierten in Spanien die
Konservativen unter José María Aznar. Dieser führte Spanien an der Seite
der USA in den Krieg, die Partei steht auch jetzt wieder hinter Washingtons
Politik.
Sánchez hingegen will nicht Komplize sein. Wie bei der Ukraine oder beim
Gazakrieg Israels sei Spanien gegen Gewalt, beteuert der Sozialist Sánchez.
Zwar lehne seine Regierung „das schrecklichen Mullahregime“ ab, aber „eine
Rechtswidrigkeit kann nicht mit einer anderen beantwortet werden“. Sánchez
fordert ein Ende der Kampfhandlungen und eine diplomatische Lösung des
Konflikts.
Den USA hat seine Linkskoalition bereits vor wenigen Tagen verboten, die
Militärbasen in Rota und Morón in Südspanien für den Angriff zu nutzen. Die
US-Armee zog daraufhin Flugzeuge nach Italien und ins deutsche Ramstein ab.
Spanien werde sich nicht an „etwas mitschuldig machen“, das „schlecht für
die Welt“ sei, „nur aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen von irgendjemandem“,
sagte Sánchez in seiner Erklärung.
## Trumps Vergeltung
Der „Irgendjemand“ ist US-Präsident Donald Trump. Der schimpfte einmal mehr
gegen Spanien als „einen fürchterlichen und feindlich gesinnten
Alliierten“. „Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben“, [2][erklärte
Trump im Beisein des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, bei dessen
Washington-Besuch]. Aus Vergeltung für das Nein zur Nutzung von Rota und
Morón im Krieg gegen Iran werde die USA „alle Handelsbeziehungen“
abbrechen.
Spanien liefert vor allem Wein, Olivenöl und Maschinerie in die USA,
während aus den USA neben Konsumgütern aller Art Öl und Gas zu einem
doppelt so hohen Wert nach Spanien kommt.
Die Militäreinrichtungen, um die es geht – der Marinestützpunkt Rota und
der Luftwaffenstützpunkt Morón in Südspanien – wurden in den 1950er Jahren
unter der Franco-Diktatur eingerichtet. Sie liegen an der Einfahrt zum
Mittelmeer und zählen zu den wichtigsten strategischen Stützpunkten der USA
an der Südflanke Europas. Rota dient als zentraler Knotenpunkt für maritime
Operationen im Atlantik und im Mittelmeer, Morón als ständiger Stützpunkt
für schnelle Eingreiftruppen mit Luftunterstützung für Afrika.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump auf Sánchez wütend ist. Ob beim
Thema Gaza oder wegen des Drucks Washingtons auf die Nato-Mitgliedsstaaten,
ihre Verteidigungshaushalte zu erhöhen, der Spanier schert immer wieder
aus. Israels Krieg gegen Hamas im Gazastreifen verurteilte Sánchez als
einer der ersten und wenigen ranghohen europäischen Politiker als
„Völkermord“.
Spanien erkennt Palästina als Staat an, [3][stellte Waffengeschäfte mit
Israel ein] und Verbot Lieferungen über spanische Häfen und den spanischen
Luftraum. Und während alle Nato-Mitglieder das Ziel von fünf Prozent des
Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung schluckten, weigern sich Sánchez
und seine Linkskoalition. Maximal drei Prozent will er hinnehmen. Bei 2,1
Prozent liegt Spanien derzeit.
Und als Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro „festnehmen“
ließ, war es die spanische Regierung, die den Akt als das bezeichnete, was
er war: völkerrechtswidrig und eine Entführung. „Spanien hat Maduro nicht
anerkannt und es wird auch diesen Verstoß gegen das Völkerrecht nicht
anerkennen“, erklärte Sánchez damals.
Der spanische Regierungschef und Vorsitzende der Sozialistischen
Internationalen weiß, was er tut. Seine Haltung gegen den Krieg ist in
Spanien populär. Wohl kaum eine Bevölkerung in der EU lehnt Kriege so sehr
ab, wie die spanische. Rund 80 Prozent waren einst gegen den Irakkrieg und
die spanische Beteiligung unter Aznar.
Und die Parteien links der Sozialisten, die die Minderheitsregierung
stützen, stammen alle aus der Tradition jener Bewegung gegen die
Nato-Mitgliedschaft, die 1986 bei einem Referendum über 43 Prozent gegen
die Teilnahme am westlichen Militärbündnis erzielte. Diese Volksabstimmung
jährt sich kommende Woche zum 40. Mal.
4 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Reiner Wandler
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