# taz.de -- Großbritannien und der Irankrieg: „Jein, aber“, sagt Keir Starmer
> „Offensive“ Angriffe sind falsch, „defensive“ Angriffe richtig: Die
> Haltung der britischen Regierung zum Irankrieg der USA gibt Rätsel auf.
(IMG) Bild: Keir Starmer im Unterhaus, Montag, 2. März
Erst gab die britische Regierung den USA keine Nutzungserlaubnis ihrer
Luftwaffenstützpunkte für ihren Irankrieg – und dann doch. Das Ja kam „im
nationalen Interesse“ und ausschließlich für Verteidigungszwecke, weil
Irans Gegenschläge britische Menschen und Interessen und die der britischen
Alliierten bedroht hätten, wie Premierminister Keir Starmer [1][am Sonntag
sagte]. Er berief sich auf ein Rechtsgutachten seines Generalstaatsanwalts
Richard Helmer.
Am Montag distanzierte sich Starmer dann wieder vom US-Krieg gegen Iran.
Seine Regierung glaube nicht, dass man einen Regimewechsel über den Himmel
erreichen könne, sagte er. Seine Partei habe aus vergangenen Fehlern
gelernt.
2003 hatte Labour-Premierminister Tony Blair sich im Irakkrieg von George
Bush an die Seite der USA gestellt, gegen massive Proteste in
Großbritannien. Eines der wenigen Länder Europas an seiner Seite war damals
das zu jener Zeit konservativ regierte Spanien gewesen. Heute steht Spanien
an vorderster Front der Gegner von Donald Trumps Irankrieg.
Wo genau Großbritannien heute steht, bleibt auch nach Starmers Äußerungen
unklar. „Offensive“ Angriffe auf Iran „sind nicht mit dem internationalen
Recht vereinbar noch mit dem Prinzip kollektiver Selbstverteidigung“, so
der Labour-Regierungschef in seiner Stellungnahme am Sonntag: „Wir waren
nicht an den anfänglichen Schlägen gegen Iran beteiligt und wir werden uns
jetzt keiner offensiven Aktion anschließen.“ Aber „defensive“ Angriffe „zur
kollektiven Selbstverteidigung alter britischer Freunde und Alliierten“
seien in Ordnung. Wobei eben die USA keinen durchdachten Plan mit
erreichbaren Zielen hätten, denen man sich anschließen könne.
Die britische Haltung sei „nicht hilfreich“ und „enttäuschend“, sagte
US-Präsident Donald Trump dazu. Keir Starmer sei kein Winston Churchill,
die [2][Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien] „nicht, was sie
waren“.
## Konservative fordern Schulterschluss mit Trump
In der [3][parlamentarischen Fragestunde] am Mittwoch warf die konservative
Oppositionsführerin Kemi Badenoch dem Premierminister Zauderei und Schwäche
vor: „Unsere Basen in Zypern und Bahrain wurden angegriffen. Die
Vereinigten Staaten haben offensive Maßnahmen getroffen, um die
Abschussorte der Raketen zu zerstören und damit britisches Hoheitsgebiet zu
verteidigen.“ Warum lasse der Premierminister die britische Luftwaffe nicht
das Gleiche tun?
Eine direkte Antwort erhielt Badenoch auch nach mehrmaligen Wiederholungen
nicht. Am Ende stritten sich die beiden darüber, ob die britischen
Verteidigungsausgaben adäquat steigen oder nicht.
Der konservative Schatten-Generalstaatsanwalt Lord David Wolfson
bezeichnete die Nichtbeteiligung britischer Streitkräfte bei den
US-Angriffen auf Iran als moralisches Ausweichen, das sich hinter
Rechtsprinzipien verstecke.
4 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.gov.uk/government/speeches/pm-statement-on-iran-1-march-2026
(DIR) [2] /Chagos-Archipel-im-Indischen-Ozean/!6159157
(DIR) [3] https://www.bbc.com/news/live/crk88e53mvlt
## AUTOREN
(DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
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