# taz.de -- Steuergeld gegen erneuerbare Energien: USA stoppen Offshore-Windpläne mit Milliardenzahlung
       
       > Klimapolitik absurd: Die US-Regierung zahlt fast eine Milliarde Dollar
       > Steuergelder an einen Energiekonzern, damit er einen geplanten Windpark
       > nicht baut.
       
 (IMG) Bild: Es gibt sie doch: Bauteile für eine Offshore-Anlage vor der Küste in Connecticut, USA
       
       US-Präsident Donald Trump hasst Windkraftanlagen. Dies ist dank seiner
       langjährigen und lautstarken [1][Kritik] bekannt. Doch am Montag ging die
       US-Regierung noch einen Schritt weiter und verkündete, 928 Millionen Dollar
       an Steuergeldern in die Hand zu nehmen, um den [2][Bau von geplanten
       Offshore-Windanlagen] zu verhindern.
       
       Die Summe geht an den französischen Energiekonzern TotalEnergies, der sich
       im Gegenzug bereiterklärte, Pläne für zwei mögliche Windparks im Atlantik
       zu streichen und sich stattdessen auf Öl- und Gasprojekte in den USA zu
       fokussieren.
       
       Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 war sämtlichen
       Offshore-Windprojekten in den USA der Kampf angesagt worden. Zunächst
       versuchte der Präsident bereits im Bau befindliche Projekte zu blockieren.
       Gerichte ließen dies allerdings nicht zu.
       
       Mit der Zahlung soll TotalEnergies nun für Kosten entschädigt werden, die
       das Unternehmen für den Erwerb von Pachtrechten im Atlantik aufbringen
       musste. Geplant war, zwei Offshore-Windparks vor den Küsten von New York
       und North Carolina zu entwickeln. Der französische Konzern hatte die
       Pachtrechte während der Amtszeit des damaligen Präsidenten Joe Biden
       erworben.
       
       ## Neue Flüssiggasanlagen und Öl-Projekte
       
       Die Offshore-Windparks hätten Strom für bis zu drei Millionen US-Haushalte
       erzeugen sollen. Das Geld von der US-Regierung soll laut TotalEnergies
       gleich wieder investiert werden: Zum einen in neue Flüssiggasanlagen in
       Texas und in neue Ölprojekte in Mexiko und den USA. Die Investitionen in
       Flüssiggas (LNG) sollen den Import von amerikanischem LNG nach Europa
       fördern, der seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich
       angestiegen ist.
       
       US-Innenminister Doug Burgum begrüßte die Entscheidung des Energiekonzerns
       und wiederholte einige von Trumps Behauptungen, dass Windenergie eine der
       teuersten Formen der Stromerzeugung sei und es nur dann Elektrizität gebe,
       wenn der Wind auch wehen würde. Untersuchungen der US-Regierung selbst
       haben allerdings gezeigt, dass Strom aus Offshore-Windanlagen zwar teurer
       ist als der von Windkraftanlagen auf dem Land, aber immer noch günstiger
       als die Erzeugung fossiler Energien.
       
       Experten befürchten inzwischen, dass die Anti-Windkrafthaltung der
       Trump-Regierung in Zukunft zu Versorgungsengpässen beitragen könnte, da der
       Energiebedarf – nicht zuletzt aufgrund neuer Rechenzentren für die
       Entwicklung von künstlicher Intelligenz – immer weiter zunimmt. Dieser
       Schritt „wird ein weiteres Energiedefizit in unserem Land verursachen und
       die Energiekosten – sicherlich entlang der Ostküste – in die Höhe treiben“,
       sagte Elizabeth Klein, ehemalige Direktorin der Behörde für
       Energieverwaltung auf hoher See innerhalb des US-Innenministeriums, zu CNN.
       
       ## 5 Milliarden Dollar Pachtgebühren
       
       Ob die Trump-Regierung andere Energieunternehmen ebenfalls dazu animieren
       will, [3][Offshore-Windprojekte] fallen zu lassen, ist nicht bekannt. In
       der Vergangenheit haben Unternehmen jedoch angedeutet, dass sie ihr Geld
       zurückbekommen wollen, wenn die US-Regierung den Bau von Anlagen
       verhindert. Dazu zählt auch RWE, das für Pachtrechte in New York,
       Kalifornien und dem Golf von Mexiko mehr als 1,2 Milliarden Dollar bezahlt
       haben soll.
       
       Laut US-Medien belaufen sich die Pachtgebühren für noch unerschlossene
       Offshore-Windprojekte im Atlantik, Pazifik und im Golf von Mexiko auf
       insgesamt mehr als 5 Milliarden Dollar.
       
       24 Mar 2026
       
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