# taz.de -- Hisbollah greift Israel an: Raketen für Teheran, Trümmer für Beirut
> Der Kriegseintritt der Hisbollah ist unverantwortlich und suizidal.
> Israel wird die Gelegenheit nutzen, den Krieg im Libanon auszuweiten.
(IMG) Bild: Dahieh, Beirut, Libanon, 1. März: ein Hisbollah-Anhänger mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei
Indem sie Raketen auf Haifa abgefeuert hat, hat die Hisbollah entschieden,
[1][wieder in den Krieg einzutreten]. Das ist nicht nur unvernünftig,
sondern fatal und suizidal.
Suizidal für die [2][Partei und Miliz der Hisbollah], die bereits massiv
geschwächt war. Mit ihren verbliebenen Raketen und Kämpfern hat sie
militärisch keine Chance gegen ein hoch gerüstetes, modernes israelisches
Militär. Die komplette alte Führungsriege ist tot, die Strukturen durch
Spione im Innersten der Organisation geschwächt. Durch den Machtwechsel in
Syrien waren die Wege zu Waffenlieferungen aus dem Iran gekappt. Nun greift
Israel auch die politische Führung der Partei an.
Auf das Verhandlungsgeschick der libanesischen Regierung mit den USA zu
bauen, war ein guter Weg. Seit dem Waffenstillstand im November 2024 hatte
die Hisbollah keine Rakete auf Israel gefeuert, die USA, Frankreich und
auch [3][Deutschland versprachen Wiederaufbauhilfen]. Die Hisbollah konnte
darauf verweisen, dass Israel mit täglichen Angriffen im Libanon den
Waffenstillstand bricht. Es war schon eine Art Konsens im Libanon, dass die
Hisbollah sich aus dem Krieg heraushalten würde.
Doch jetzt kommt es anders. Die Hisbollah hat alle Logik über Bord
geschmissen. Sie hat sich für Raketen auf Haifa entschieden – eine eher
symbolische Politik aus politischer Allianz zu Irans Theokratie, zu einem
hohen Preis für die libanesische Bevölkerung. Die libanesische Regierung
erklärte die militärischen Aktivitäten der Hisbollah daraufhin für illegal.
## Fatal für den Libanon und die Menschen
Besonders perfide: Die Miliz zieht ein ganzes Land in den Krieg wegen der
Ermordung eines Machthabers im Iran in einem anderen Land. Nicht mal, um
sich gegen [4][die täglichen Bombardierungen zu wehren], die Menschen vor
allem [5][im Süden aushalten mussten]. Und das mit Raketen, die militärisch
keinen Vorteil bringen.
Das ist fatal nicht nur für ihre Anhängerschaft, sondern für alle Menschen
im Libanon, die nun wieder in den Krieg gezogen werden. Das israelische
Militär hat deutlich gedroht, auch zivile Ziele anzugreifen, darunter den
Beiruter Flughafen. Die Hisbollah spielt mit dem Leben der Menschen, die
nichts mit dem Konflikt zu tun haben. Anscheinend hat die Miliz nichts mehr
zu verlieren.
Ebenso wenig Israels ultrarechte, nach Krieg lechzende Regierung. Sie wird
den Anlass nutzen, um den Krieg im Libanon aufs Maximum auszuweiten.
2 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Julia Neumann
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