# taz.de -- Explosion in iranischer Mädchenschule: Über 100 Tote in einem Trümmerfeld
> Iran macht Israel für einen Angriff auf eine Mädchenschule in Minab
> verantwortlich. Israel weist das zurück. Bilder zeigen Verschüttete unter
> den Resten eines völlig zerstörten Gebäudes.
(IMG) Bild: Ein Rucksack aus den Trümmern: Das Foto soll Helfer am Samstag auf dem Gelände der Schule in Minab zeigen
afp/ap/dpa/taz | Bei einer Explosion in einer Mädchenschule im Süden Irans
sind nach Angaben von Rettungskräften des Iranischen Roten Halbmondes
mindestens 108 Menschen getötet worden. Auch die iranischen Justizbehörden
sprachen von 108 Toten. In aktuellen Medienberichten ist sogar von mehr als
150 Opfern die Rede.
Ein lokaler Behördenvertreter machte Israel für den mutmaßlichen Angriff in
Minab verantwortlich.
Indes erklärte die israelische Armee, sie wisse nichts über einen
israelischen oder US-Angriff in Minab. Zudem entspreche dieser Angriff
nicht dem Vorgehen der Armee. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine
israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der
israelische Militärsprecher Nadav Schoschani am Sonntag.
„Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir nachprüfen“,
ergänzte der Sprecher. „Und was ich weiß, ist, dass wir in der Lage waren –
und das wird auch von den Amerikanern und den Iranern bestätigt – 40
Personen auszuschalten, die sich vor uns versteckt hatten, auf sehr präzise
Weise, mehr als tausend Meilen entfernt“, sagte Schoschani offenbar mit
Blick auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers
Ajatollah Ali Chamenei. Dies könnten nicht viele Armeen auf der Welt und es
bedeute, „dass wir extrem präzise operieren“.
Ein Sprecher des US-Militärs, Tim Hawkins, hatte bereits am Samstag
mitgeteilt, die USA ermittelten zu Berichten über einen Beschuss.
## Schulgebäude scheint an Kaserne der Revolutionsgarden zu grenzen
Der Gouverneur des Bezirks Minab hatte am Samstag Israel beschuldigt, die
Grundschule mit Raketen angegriffen zu haben. Nachrichtenagenturen hatten
zunächst keinen Zugang zu dem Gelände, um die Zahl der Opfer oder die
Umstände zu überprüfen.
Fotos, die von mehreren Nachrichtenagenturen verbreitet werden, zeigen
zahlreiche Menschen, die in Trümmern eines völlig zerstörten Gebäudes
offenbar nach Menschen suchen. Ein Bild zeigt offenbar die Leiche eines
Mädchens, ein weiteres zeigt den verschütteten Körper eines Kindes.
Die Fotos stammen nach Angaben der Agenturen vom Iranischen Medienzentrum,
ihre Echtheit lässt sich von der taz nicht überprüfen. Der britische
Guardian [1][schreibt auf seiner Webseite], dass Video und Fotos per
Geolokation der Schule in Minab zugeordnet werden konnten. Auf einigen
dieser Bilder seien auch Schultaschen und -bücher in den Trümmern zu
erkennen. Das Schulgebäude scheint laut Guardian an eine Kaserne der
Islamischen Revolutionsgarden IRGC zu grenzen. Einrichtungen der IRGC
standen im Fokus der Luftangriffe von Samstag.
Minab ist eine Kleinstadt im Süden Irans mit gut 70.000 Einwohner:innen.
Sie liegt gut 26 Kilometer Luftlinie entfernt von der [2][für Öltransporte
wichtigen Straße von Hormus], gleich gegenüber der nördlichen Spitze der
Vereinigten Arabischen Emirate und des Oman.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian sprach von einem „barbarischen
Akt“, der „eine weitere dunkle Seite in der Bilanz der unzähligen, von den
Angreifern begangenen Verbrechen“ darstelle.
Das Kinderhilfswerk Unicef ist „zutiefst besorgt“ über die Bombardierungen
in Iran. „Es gibt Berichte über Angriffe auf Schulen im Iran, darunter eine
Mädchenschule in Minab“, teilte das Kinderhilfswerk in Köln mit. „Angriffe
auf Zivilpersonen und zivile Objekte, einschließlich Schulen, stellen einen
Verstoß gegen das Völkerrecht dar.“
1 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.theguardian.com/world/2026/mar/01/iran-school-bombing-death-toll-us-israel-strikes
(DIR) [2] /Strasse-von-Hormus/!6158834
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