# taz.de -- Neues Heizungsgesetz: Das Ende der Klimawende?
> Das neue Heizungsgesetz schützt Öl- und Gasheizungen. Das ist
> klimapolitisch fatal und kann teuer werden.
Spätestens seit dem [1][Heizungsstreit der Ampel] ist klar: Kaum ein
Klimathema ist so emotional, so anfällig für Kampagnen und so teuer, wenn
man es falsch anfasst. Jetzt setzt Schwarz-Rot zum großen Neustart an:
[2][Robert Habecks Heizungsgesetz soll weg]. Noch gibt es kein Gesetz, nur
ein Eckpunktepapier. Aber der Schlüsselsatz darin ist schon eine politische
Ansage: Künftig sollen weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden
können.
Formal klingt das nach Technologieoffenheit. Praktisch könnte es die
Wärmewende ausbremsen. Denn, ja, die Förderung für Wärmepumpen soll
bleiben. Doch Kritiker:innen warnen: Wenn der Druck sinkt, fossile
Heizungen zu ersetzen, wird sich der Umstieg verlangsamen – und damit auch
die [3][CO2-Einsparungen im Gebäudesektor], einem der größten Emittenten.
Die Rückkehr zur „Biotreppe“, also steigenden Quoten für grüne Gase im
fossilen Gas, wirkt dabei wie ein Ausweg auf dem Papier: klimafreundlicher,
ohne Verbote. Das Problem ist nur: Grüne Gase sind knapp. Und was knapp
ist, wird teuer.
Besonders brisant [4][wird das in Mietwohnungen]. Für Vermieterinnen ist
eine Gasheizung oft die billigste Lösung beim Einbau. Die langfristigen
Kosten – steigende Gaspreise, CO2-Bepreisung, Netzentgelte – landen später
bei den Mieterinnen auf der Nebenkostenabrechnung. Im Eckpunktepapier steht
zwar, man brauche eine Regelung zum Schutz vor „überhöhten Nebenkosten“
durch den Einbau unwirtschaftlicher Heizungen. Was das konkret heißt,
bleibt offen. Und genau dort liegt der Konflikt: Wenn fossiles Heizen
politisch wieder leichter wird, muss irgendwer verhindern, dass die
Folgekosten einfach durchgereicht werden.
## Dieses Signal verunsichert
Auch juristisch ist die Sache ein Minenfeld. Das neue Gesetz soll „bis
Ostern“ stehen, der Zeitdruck ist hoch. Gleichzeitig drohen Klagen – etwa
mit Blick auf Klimaziele und die Frage, ob ein Rückschritt im Gebäudesektor
verfassungskonform ist. Ob Gerichte das stoppen würden, ist unklar. Sicher
ist nur: Das Signal, das von diesem Kurswechsel ausgeht, ist schon jetzt da
und es verunsichert nicht nur Verbraucher:innen, sondern auch die Branche.
Hersteller und Handwerk haben umgestellt, investiert, geschult. Wenn nun
wieder alles möglich ist, entsteht ein Markt der Unsicherheit.
Im Bundestalk, dem politischen Podcast der taz, diskutieren Stefan
Reinecke, Anja Krüger und Anna Liemann aus dem taz-Parlamentsbüro, was
hinter den Eckpunkten steckt und was sie bedeuten könnten: für die
Klimaziele, für die SPD im Koalitionsgefüge, für die kommunale Wärmeplanung
und vor allem für die Frage, wer am Ende zahlt. Denn die Wärmewende ist
nicht nur Technik. Sie ist Sozialpolitik, Industriepolitik – und eine
Entscheidung darüber, ob Deutschland den Umstieg organisiert oder ihn dem
Zufall überlässt.
27 Feb 2026
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