# taz.de -- Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes: Solardächer der Bürger*innen in Gefahr
> CDU-Wirtschaftsministerin Reiche will die staatliche Förderung von
> kleinen Solaranlagen abrupt streichen. Das ist eine richtig schlechte
> Idee.
Kleine Solaranlagen sind ein wichtiger Wirbel im Rückgrat der
[1][Energiewende] – und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will
seinen Bruch riskieren. [2][Sie plant, die staatlich garantierte Vergütung
für kleine Solaranlagen bis 25 Kilowatt Leistung ab 2027 abrupt zu
streichen]. Das zeigt ein durchgesickerter Entwurf der anstehenden Reform
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
Mehr als vier Millionen Haushalte haben sich Solaranlagen auf ihre Dächer
setzen lassen, nutzen den Strom daraus selbst und speisen den Rest ins
Stromnetz ein. Dafür bekommen sie eine garantierte Vergütung. Gibt der
Markt sie nicht her, zahlt der Staat den Rest. Das sorgt für Planbarkeit.
Die Anlagen gelten als Erfolgsrezept für ein demokratischeres
Energiesystem, das nicht nur ein paar Konzerne zugunsten ihrer Profite
gestalten. Ihr Ausbau frisst keine Naturflächen im viel zu vollbetonierten
Deutschland. Sie sind quasi über das ganze politische Spektrum hinweg
beliebt bei Bürger*innen, selbst weit rechts. Lauter Vorteile.
Die existierenden Anlagen sind von Reiches Attacke nicht betroffen, sie
sollen Bestandsschutz genießen. Immerhin. Es geht aber um neue Anlagen –
und die brauchen wir dringend.
## Mehr Unsicherheit und Mühe
Das Argument, dass Subventionen nicht für die Ewigkeit laufen sollten und
die Energiewende für die Steuerzahlenden nicht teurer werden sollte als
nötig, ist nicht grundsätzlich falsch. Das Tempo bei der Energiewende muss
aber zunehmen, es darf nicht stagnieren oder gar abnehmen. Es liegt auf der
Hand: Verhalten, das der Staat bei Bürger*innen fördern will, sollte er
so einfach wie möglich machen. Reiches geplanter Schritt ist das Gegenteil
davon – er schafft Unsicherheit und Mühe.
Expert*innen merken außerdem an, dass technische Voraussetzungen für
eine einfache und wirtschaftliche Direktvermarktung des Stroms von den
Solardächern an vielen Orten noch fehlen. Dazu gehören flächendeckend
digitalisierte Stromnetze und -zähler. Wer sich trotz der Hemmnisse
überhaupt noch eine Solaranlage aufs Dach setzt, wird sie also wohl eher
klein dimensionieren, am eigenen Verbrauch orientieren – nicht an dem, was
die Dachfläche platzmäßig ermöglichen würde.
Die Bundesregierung räumt aktuell Klimapolitik ab, wo sie nur kann. Das
haben in dieser Woche bereits die [3][Eckpunkte zur Reform des
Heizungsgesetzes gezeigt], die einem Abgesang auf die Wärmewende
gleichkommen. Dabei muss Deutschland beim Klimaschutz noch aufholen. Seine
gesetzlichen Klimaziele schafft es absehbar nicht. Reiche forciert mit
ihrer Energiepolitik, dass die Lücke immer weiter aufreißt.
27 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Susanne Schwarz
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