# taz.de -- Neue Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl: Linkspartei ist links nicht mehr Spitze
> Die Kritik an Regierungschef Wegner schadet der CDU nicht – und die
> Konkurrenz rückt noch enger zusammen. Neue Nummer 1 im linken Lager ist
> die SPD.
(IMG) Bild: Weniger als sieben Monate vor der Abgeordnetenhauswahl ist weniger denn je klar, wer ab Herbst im Roten Rathaus regiert
Weniger als sieben Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September ist
der Wahlausgang offener denn je. In der jüngsten repräsentativen
[1][Wahlumfrage des Forschungsinstituts Insa] im Auftrag der Bild-Zeitung
liegt die CDU von Regierungschef Kai Wegner weiter deutlich vorn. Dahinter
folgen zahlenmäßig enger denn je zusammen AfD, SPD, Grüne und Linkspartei.
Überraschendstes Ergebnis der neuen Umfrage dürfte sein, dass die CDU
weiter jene 22 Prozent erreicht, auf die sie auch schon bei den drei
vorangegangenen Umfragen seit Mitte November gekommen ist, sowohl bei Insa
wie beim Institut Infratest dimap. Denn seit Jahresbeginn ist ihr
designierter erneuter Spitzenkandidat Wegner – seine offizielle Kür ist für
den 9. Juni geplant – [2][fast durchgängig in der Kritik gewesen].
Durch viel negative Berichterstattung erst [3][im Zusammenhang mit dem
Stromausfall] und seiner Bewältigung und dann beim Glatteis wäre zu
erwarten gewesen, dass die Christdemokraten an Zuspruch verlieren.
Tatsächlich aber liegen sie 5 Prozentpunkte vor der AfD, die als
Zweitplatzierte auf 17 Prozent kommt, 1 Punkt mehr als bei einer
Insa-Umfrage Mitte Januar. Wie bei der CDU die Kritik an Wegner wirkt sich
bei der AfD offenbar nicht negativ aus, dass die Partei jüngst Schlagzeilen
[4][wegen Kungelei in anderen Landesparlamenten] machte.
Direkt hinter der AfD folgen – so dicht zusammen wie seit Juli 2018 nicht
mehr – die SPD mit 16 Prozent (im Januar 17) und die Grünen und die
Linkspartei mit jeweils 15 Prozent. Während die Grünen damit 1 Punkt
hinzugewinnen, verschlechtert sich die Linkspartei um 2 Punkte. Dahinter
kommt die 2023 aus dem Abgeordnetenhaus ausgeschiedene FDP mit 4 Prozent
nahe an die 5-Prozent-Hürde heran, die sie zum Wiedereinzug ins Parlament
überwinden muss.
## Jetzt könnte wieder die SPD ein Linksbündnis anführen
Für SPD, Grüne und Linkspartei reichen diese Zahlen wie in den
vorangegangenen Wahlumfragen zwar nicht zu einer Mehrheit der
Wählerstimmen, ergeben aber wegen besagter 5-Prozent-Hürde trotzdem eine
Mehrheit der Sitze im Parlament. Diese mögliche rot-grün-rote Koalition
würde nun allerdings nicht wie in Überlegungen vergangener Monate die
Linkspartei anführen. Sie war in einer Umfrage [5][im Juni 2025 an die
Spitze des linken Lagers gerückt] und hielt diesen Platz auch in den
folgenden vier Umfragen. Einmal lag sie dabei sogar 6 Prozentpunkte vor der
SPD und 3 vor den Grünen.
Stärkste Kraft einer erneuten rot-grün-roten Koalition wäre wie schon in
gleichfarbigen Bündnissen zwischen 2016 und 2023 die SPD, künftiger
Regierender Bürgermeister ihr Spitzenkandidat Steffen Krach. Der hatte als
Staatssekretär für Wissenschaft eine solche Koalition bereits fünf Jahre
miterlebt, bevor er Berlin 2021 Richtung Hannover verließ, um dort
Regionspräsident zu werden.
25 Feb 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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