# taz.de -- Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl: Wieder Westberlin
       
       > Auch in der aktuellsten Umfrage führt die CDU deutlich. Im Vergleich zur
       > Wahl 2023 ist die SPD im Westen stabil und halbiert sich im Osten.
       
 (IMG) Bild: SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach
       
       Die Zugstimmungswerte für die Parteien in Berlin sind seit Monaten wie
       eingefroren. Unabhängig von bundespolitischen Entwicklungen, den
       [1][nominierten Spitzenkandidat:innen] für die Abgeordnetenhauswahl
       und Ereignissen wie [2][Kai Wegners Tennis-Affäre] oder die
       [3][CDU-Fördergeldaffäre um Antisemitismusprojekte] – stets führt die CDU
       die Umfragen an. Laut einer neuesten Erhebung von Civey im Auftrag des
       Tagesspiegels würden sich auch aktuell 23 Prozent dafür entscheiden, im
       September ihr Kreuz bei der CDU zu setzen – dasselbe Niveau wie seit einem
       Jahr.
       
       Mit jeweils 16 Prozent folgen SPD, Linke und AfD gleichauf, ein
       Prozentpunkt dahinter die Grünen. BSW und FDP würden demnach mit 4 und 3
       Prozent den Einzug ins nächste Abgeordnetenhaus verfehlen. Größere
       Veränderungen über die vergangenen Monaten oder auch zwischen den
       verschiedenen Umfrageinstituten lassen sich nicht ausmachen. Bleibt es
       dabei und bleibt die AfD für alle anderen ein No-Go, kommen nach der Wahl
       nur zwei Dreier-Koalitionen in Betracht: ein Bündnis aus CDU, SPD und
       Grünen oder ein rot-rot-grünes.
       
       Bemerkenswerte Verschiebungen lassen sich in der am Montag veröffentlichten
       Umfrage dennoch ausmachen, im Unterschied zur [4][Wiederholungswahl 2023]
       und beim Blick auf die Aufschlüsselung nach Ost und West. Während im Osten
       CDU und AfD auf je 21 Prozent kommen, gefolgt von den Linken mit 19
       Prozent, schmiert die SPD hier auf 8 Prozent ab. Nie zuvor wurde ein
       geringerer Zustimmungswert für die Sozialdemokraten im Osten der Stadt
       gemessen. Zum Vergleich: Bei der letzten Wahl holte die SPD in den vier
       reinen Ost-Bezirken noch mehr als 16 Prozent.
       
       Ganz anders das Bild im Westen. Hier liegt die SPD weiterhin bei jenen 20
       Prozent, die sie auch bei der Wahl vor drei Jahren einfuhr. Stärkste Kraft
       ist hier wiederum die CDU mit 25 Prozent, AfD und Linke kommen auf 14 und
       13 Prozent. Am konstantesten in beiden Stadthälften sind die Grünen: im
       Westen mit 15, im Osten mit 14 Prozent.
       
       Auffällig ist zudem die Entwicklung der AfD, die sich – wenig beachtet –
       seit Monaten auf einem Niveau eingependelt hat, das etwa eine Verdoppelung
       ihres letzten Berliner Wahlergebnisses darstellt. Damals holte die extrem
       rechte Partei in Berlin noch 9,1 Prozent; bei der Bundestagswahl im
       vergangenen Jahr waren es dann schon 15,2 Prozent. Angesichts der Blässe
       der Partei in der Berliner Landespolitik, ihren fehlenden Akzenten als
       Oppositionspartei und verhältnismäßig wenig Aufregern, scheint die AfD
       besonders von einer bundespolitischen Entwicklung zu profitieren.
       
       30 Mar 2026
       
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