# taz.de -- Erneute Warnstreiks im ÖPNV: Freitag und Samstag lieber Fahrrad fahren
> Die Gewerkschaft Verdi ruft bundesweit zu neuen Warnstreiks im
> öffentlichen Nahverkehr auf. Es fehle an Bewegung auf der
> Arbeitgeberseite.
(IMG) Bild: Angefeuert: Die Streiks im kommunalen Nahverkehr gehen in die nächste Runde
Wer am Freitag oder Samstag auf den Bus oder die Bahn wartet, dürfte
vielerorts lange warten müssen. Denn mit bis zu 48 Stunden langen
Warnstreiks erhöht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihren Druck auf
die kommunalen Nahverkehrsunternehmen. „Die Arbeitgeber brauchen ein klares
Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen“,
begründete die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle am
Dienstag den neuerlichen Ausstand.
Bereits für den 2. Februar hatte Verdi die ÖPNV-Beschäftigten
[1][bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen]. In zahlreichen Städten kam
damals der öffentliche Nahverkehr für 24 Stunden vollständig zum Erliegen.
Doch das hat nach Ansicht der Gewerkschaft noch nicht für genug Bewegung in
dem Tarifkonflikt gesorgt. „Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran,
obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, sagte Behle. „Das
ist mehr als enttäuschend.“
Die erneuten Warnstreiks konzentrieren sich auf den kommenden Freitag, in
vielen Tarifbereichen würden sie jedoch nach Gewerkschaftsangaben auch noch
auf den Samstag ausgedehnt. So soll bei der Hamburger Hochbahn oder den
Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) der Ausstand mit der Frühschicht am
Freitag beginnen und nach der Nachtschicht Sonntagfrüh enden. Das gilt
beispielsweise auch für die 30 öffentlichen Verkehrsunternehmen in
Nordrhein-Westfalen.
Verdi [2][verhandelt bundesweit für fast 100.000 Beschäftigte] in knapp 150
städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in
den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Ziel ist vor allem eine
deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dafür hat Verdi in 15
Bundesländern die Flächenmanteltarifverträge in den Unternehmen des ÖPNV
gekündigt, zudem die Haustarifverträge der Hamburger Hochbahn und der
Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).
## Züge der Deutschen Bahn nicht betroffen
Zu den Kernforderungen gehören in mehreren Bundesländern eine Verkürzung
der Wochenarbeitszeit, die Verkürzung von Schichtzeiten, die Verlängerung
der Ruhezeiten und die Erhöhung von Zuschlägen für Arbeit in der Nacht und
am Wochenende. Da sich die jeweiligen Tarifverträge an vielen Stellen
unterscheiden, gibt es jedoch keinen bundesweit einheitlichen
Forderungskatalog.
Wegen Besonderheiten der dortigen Tarifverträge wird in Bayern,
Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn
zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Wobei auch hier die
Forderungen nicht einheitlich sind. So fordert Verdi in [3][Bayern] eine
Entgeltsteigerung von 668,75 Euro, in Brandenburg von mindestens 400 Euro
und in [4][Thüringen] von 300 Euro.
Bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein und in Baden-Württemberg wird
erst am Donnerstag über eine Beteiligung an den bundesweiten Warnstreiks
entschieden – was allerdings wohl nur eine Formsache sein dürfte. Nicht
betroffen von den Warnstreiks ist hingegen Niedersachsen. Weil die
Kündigung des Tarifvertrags den dortigen Arbeitgebern zu spät zugestellt
wurde, gilt für die etwa 5.000 niedersächsischen ÖPNV-Beschäftigten noch
bis zum 31. März die Friedenspflicht.
Ohnehin nicht betroffen von dem Ausstand sind die Fern- und Regionalzüge
der Deutschen Bahn (DB) und auch nicht die S-Bahnen, da diese ebenfalls von
ihr betrieben werden. Sie sind daher nicht Teil der
ÖPNV-Tarifverhandlungen. Zwar hat es in den laufenden Verhandlungen
zwischen dem DB-Vorstand und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
(GDL) bislang auch noch keinen Durchbruch gegeben. Hier gilt jedoch
ebenfalls noch eine Friedenspflicht, weswegen Warnstreiks frühstens im März
möglich wären.
24 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wirksame-OePNV-Warnstreiks-Tote-Hose-an-den-Haltestellen/!6150533
(DIR) [2] /Warnstreiks-am-Montag/!6150017
(DIR) [3] https://www.verdi.de/bayern/presse/pressemitteilungen/erneute-streiks-im-oepnv-notwendig
(DIR) [4] https://cms-s3.verdi.de/drupal/public/2026-01/Tarifinfo%20TVN%20TH%20-%201.%20VHR%2027.1.2026.pdf?VersionId=a94a980b-5099-4d37-86b7-ca023648efec
## AUTOREN
(DIR) Pascal Beucker
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