# taz.de -- Neue Drohnen für die Bundeswehr: Kamikaze mit Peter Thiel
       
       > Am Mittwoch entscheidet der Haushaltsausschuss über neue Kampfgeräte. Sie
       > sind sehr teuer – und das Geld könnte auch an das Umfeld von Trump gehen.
       
 (IMG) Bild: Vor Soldaten des Kommandos Spezialkräfte äußerte Pistorius vergangene Woche seine Bedenken gegenüber Peter Thiel
       
       Es ist ein Auftrag in Milliardenhöhe, der bald auch die Kassen des
       Antidemokraten und Donald-Trump-Vertrauten Peter Thiel füllen könnte: Am
       Mittwoch entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestags [1][über den
       Kauf von Kamikazedrohnen] für die Bundeswehr. Auf der Einkaufsliste steht
       dabei ein Modell des Berliner Herstellers Stark Defence, bei dem Thiel als
       Investor beteiligt ist. Thiel steht auch wegen [2][seiner
       Überwachungssoftware Palantir in Deutschland in der Kritik.]
       
       Nun richten sich die Augen auf Stark Defence: Die Beteiligung des
       Trump-Ideologen beim Drohnenhersteller bringt das mögliche Geschäft in
       Verruf. Die Grünen-Verteidigungspolitikerin Sara Nanni forderte am Montag
       in Berlin einen „gesetzlichen Schutzschirm“ für die deutsche
       Verteidigungsindustrie „gegen schädlichen Einfluss von außen“.
       
       Die Haushälter*innen entscheiden am Mittwoch im Bundestag über den Kauf
       von Drohnen im Wert von zunächst etwa 540 Millionen Euro. Ein Rahmenvertrag
       sieht laut übereinstimmenden Berichten jedoch vor, dass der Betrag in den
       kommenden Jahren auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro steigen soll.
       
       Die Beschaffung der Kamikazedrohnen wäre damit eines der teuersten
       Rüstungsprojekte, die sich die Bundeswehr derzeit leistet. Zum Vergleich:
       Das Bundesumweltministerium und der Klima- und Transformationsfonds
       verfügen im Jahr 2026 gemeinsam über ein Budget von etwa 5,7 Milliarden
       Euro.
       
       Neben Stark Defence könnte auch das Münchner Unternehmen Helsing einen
       Zuschlag erhalten. Auch der Rüstungsriese Rheinmetall ist für die
       Ausschreibung wieder im Rennen. Das Unternehmen konnte zunächst kein
       Demonstrationsmodell für seine Drohnenkünste vorweisen, hat dies laut einem
       Bericht aus dem Unternehmen aber nachgeholt.
       
       ## Auch Pistorius wurde mulmig zumute
       
       Die neuen Drohnen, die von der Bundeswehr bereits im vergangenen Jahr
       getestet wurden[3][, sollen an die in Litauen stationierte deutsche Brigade
       gehen.] Wegen der schlechten Presse durch die Beteiligung von Thiel sah
       sich Drohnenhersteller Stark vergangene Woche zu einer Äußerung genötigt.
       Thiels Investmentgesellschaft verfüge über weniger als zehn Prozent der
       Unternehmensanteile und er außerdem über keine besonderen Kontroll- oder
       Einflussmöglichkeiten. Die Weitergabe technischer Details von Produkten
       unterliege zudem der deutschen Exportkontrolle, hieß es von Stark.
       
       Für Nanni ist das nicht überzeugend. Sie warf dem Verteidigungsministerium
       vor, sich „auf die Selbstauskünfte“ zu verlassen. „Das reicht bei einem
       Auftrag dieser Größenordnung und Bedeutung bei Weitem nicht aus“, sagte
       sie.
       
       Dabei hatte sogar der Verteidigungsminister deutlich gemacht, dass ihm bei
       den Gedanken an Thiel mulmig wird. „Wenn er Einfluss auf operative
       Geschäfte hat, Sperrminoritäten hat, in welcher Form auch immer – dann
       reden wir über eine andere Qualität, als wenn er im einstelligen
       Prozentbereich Teilhaber ist“, sagte Boris Pistorius (SPD) vergangene Woche
       bei einem Truppenbesuch in Baden-Württemberg.
       
       Nanni ging angesichts des Verdachts weiter. Sie forderte „vollständige
       Transparenz“ über die Beteiligungen aus Trumps Umfeld sowie eine
       Offenlegung der Investorenverträge gegenüber Parlament und Bundesregierung.
       Ziel müsse sein, „die deutsche und europäische Industrie zu schützen, aber
       auch zu verhindern, dass deutsche Steuergelder indirekt und direkt bei der
       rechtsextremen MAGA-Bewegung landen“.
       
       24 Feb 2026
       
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