# taz.de -- Stark und Helsing erhalten Zuschlag: Finanzierungs-Kamikaze mit Drohnen
       
       > Für 2 Milliarden Euro darf die Bundeswehr neue Kamikazedrohnen kaufen.
       > Das Parlament konnte dem Deal zumindest eine kleine Bremse vorschieben.
       
 (IMG) Bild: Drohnen und die dunkle Seite der Macht: ein Gerät von Helsing bei der Sicherheitskonferenz in München
       
       Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat den Kauf neuer Kampfdrohnen für
       die Bundeswehr gebilligt. Für zunächst 540 Millionen Euro soll das Heer nun
       Kamikazedrohnen von den deutschen Herstellern Helsing und Stark beschaffen
       können. „Damit wird der Einstieg in eine wichtige Fähigkeit
       sichergestellt“, hieß es am Mittwochabend aus dem Verteidigungsministerium.
       
       Das Haus hatte ursprünglich noch mehr Beinfreiheit gefordert und wollte
       perspektivisch Kampfdrohnen für bis zu 4,3 Milliarden Euro kaufen können.
       Doch das Parlament deckelte die Ordermenge unter Auflagen auf 2 Milliarden
       Euro.
       
       Hintergrund ist, dass der Bundestag bei den Drohnenbestellungen einen neuen
       Weg geht. Die Kampfgeräte befinden sich noch in der Entwicklung, [1][erst
       Ende vergangenen Jahres haben die Hersteller ihre Fähigkeiten für die
       Bundeswehr demonstriert.] Das Verteidigungsministerium schätzt den Bedarf
       an deutscher Drohnentechnik aber als so hoch ein, dass diese Testergebnisse
       reichen müssen, um die Unternehmen mit Millionensummen zu beauftragen.
       
       Mit der Deckelung auf 2 Milliarden Euro bemühten sich die Haushälter*innen,
       dem vorzubeugen, was viele Kritiker*innen in der Rüstungsindustrie
       unlängst sehen: dass die Firmen mit ihren Produktversprechen die hohen
       Verteidigungsausgaben für ihre eigene Profitmaximierung zu nutzen wissen.
       Das Verteidigungsministerium machte in seiner Erklärung keine Angaben zu
       den Stückzahlen, die die Bestellung vorsieht.
       
       Vielmehr ist der Auftrag so zu verstehen, dass die Firmen Stark und Helsing
       mit Steuergeldern ihre Produkte fertig entwickeln sollen und dann
       hoffentlich zeitnah der Bundeswehr übergeben. Den Plänen nach sollen die
       Kampfdrohnen, die für eine leichtere Zertifizierung nicht als Fluggeräte,
       sondern als Munition eingestuft werden, im kommenden Jahr an die Truppe
       ausgeliefert werden. Sie sollen dann in das Waffenarsenal [2][der neu
       aufgestellten Brigade Litauen aufgenommen werden.]
       
       ## Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
       
       Dietmar Bartsch, der die Linksfraktion als Berichterstatter im
       Haushaltsausschuss vertritt, sieht in dem Auftrag eine Schieflage. „Die
       beauftragten Unternehmen schwimmen durch ihre Marktkapitalisierung bereits
       oftmals im Geld“, sagt er der taz. Dass es nun auch noch öffentliche Mittel
       für die Entwicklung geben soll, kritisiert er. Dabei werde an so vielen
       anderen Stellen im Haushalt wieder einmal brutal gespart, obwohl diese
       Ausgaben dort oftmals Kleinigkeiten gegenüber denen im Verteidigungsbereich
       seien.
       
       Die Kritik steht auch im Kontext mit der Beteiligung des Antidemokraten und
       Donald-Trump-Apologeten Peter Thiel bei Stark Defence. Von den Grünen und
       aus der Linksfraktion gab es deshalb immer wieder Kritik an den geplanten
       Milliardeninvestitionen.
       
       Sogar Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) machte sich die Bedenken
       zeitweise zu eigen. Doch nun sieht er die Gefahr gebannt. „Es geht um einen
       einstelligen Prozentsatz an Beteiligung ohne Zugriff oder Einsicht in
       operative Sachverhalte“, sagte er mit Blick auf Thiels Beteiligung an
       Stark. „Das ist uns schriftlich versichert worden vom Auftragnehmer. Und da
       gibt es keinerlei Bedenken.“
       
       26 Feb 2026
       
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