# taz.de -- Bundeswehr entscheidet über Drohnen: Milliarden für neue Kampfdrohnen
> Die deutschen Drohnenhersteller Helsing und Stark bekommen den
> milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr. Bei Laserwaffen bremst der
> Haushaltsausschuss.
(IMG) Bild: Gundbert Scherf, Mitgründer und Co-CEO von Helsing, steht an einem Modell einer HX-2-Drohne
dpa/rtr/taz | Die Bundeswehr will für eine erste Tranche neuer
Kampfdrohnen rund 536 Millionen Euro ausgeben. Die Rahmenverträge für den
Kauf mit einem Gesamtvolumen von mehr als 4,3 Milliarden Euro sollen mit
den deutschen Firmen Helsing und Stark geschlossen werden, wie aus zwei
Vorlagen des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages
hervorgeht, die Reuters am Dienstag vorlagen. Der Haushaltsausschuss soll
dem Geschäft in Kürze zustimmen, was als sicher gilt. Zunächst hatte der
Spiegel berichtet.
Bei den Waffensystemen handelt es sich um Lenkwaffen, die über einem
Zielgebiet kreisen, bis ihnen ein Bediener am Boden ein Ziel zuweist, das
sie dann autonom angreifen. Die Drohnen sollen zunächst die Kampfkraft und
den Schutz der Panzerbrigade 45 in Litauen erhöhen. Sie sind ein zentraler
deutscher Beitrag zur Abschreckung an der Nato-Ostflanke und sollen eine
Lücke in der Verteidigungsfähigkeit schließen. Den Unterlagen zufolge
sollen die Verträge mit den beiden Unternehmen eine Laufzeit von sieben
Jahren haben. Die Auslieferung der ersten Systeme soll bereits 2026
beginnen und bis Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Leer geht damit die Firma [1][Rheinmetall] aus, die sich mit ihrer Drohne
vom Modell Raider beworben hatte. Die Entscheidung für Stark Defence ist
insofern brisant, als einer der Finanziers der Firma der
[2][US-Tech-Milliardär und Trump-Unterstützer] Peter Thiel ist, der auch
einer der Gründer der [3][Überwachungssoftwarefirma Palantir] ist.
## Haushälter bremsen Laserwaffen-Projekt
Im Haushaltsausschuss des Bundestags gibt es zugleich Bedenken gegen die
geplante Auftragsvergabe bei der Entwicklung einer Laserwaffe. Eine
entsprechende 25-Millionen-Euro-Vorlage des Bundesfinanzministeriums für
die Vergabe an die Rüstungskonzerne Rheinmetall und MBDA sei von den
Haushältern gestoppt worden, berichtete das Portal „The Pioneer“. Der
Deutschen Presse-Agentur wurde aus dem Ausschuss bestätigt, dass die
Abgeordneten eine umfassendere Marktsichtung wollen.
Dabei wurde auch auf die veranschlagten Kosten des Projektes hingewiesen.
So hätten die Niederlande einen Demonstrator mit 100 Kilowatt Leistung für
190 Millionen Euro angeschafft. Deutschland wolle einen Demonstrator mit 60
Kilowatt Leistung für 462 Millionen Euro entwickeln lassen, wurde der dpa
erklärt.
Der Grünen-Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer sagte „The Pioneer“: „Wir
haben Informationen, dass möglicherweise andere Unternehmen für weniger
Geld mehr Leistungen liefern können.“ Er äußerte auch grundsätzliche
Kritik. Es gebe viele Rüstungsprojekte, bei denen man große Fragezeichen
machen könne. „Die Industrie verteilt sich fröhlich die Pfründe gegenseitig
und der Steuerzahler der Zukunft darf das dann bezahlen.“
Laserwaffen eigneten sich besonders zur Abwehr von Drohnen. Sie sind in der
Realität aber sehr weit von Exemplaren aus Science-Fiction-Filmen wie „Star
Wars“ entfernt.
Rheinmetall und MBDA Deutschland üben sich im Schulterschluss, um in ihrem
Laserwaffen-Geschäft voranzukommen. Die Firmen kooperieren bereits seit
2019, ein Demonstrator – also eine Laserwaffe im Erprobungsstadium – wurde
zusammen entwickelt. Von 2029 an soll das Produkt marktreif und damit
regulär einsatzbereit sein.
10 Feb 2026
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