# taz.de -- Kamikaze-Drohnen: Rüstungsinnovation made in Germany
> Die deutsche Rüstungsindustrie kommt an Kampfdrohnen nicht mehr vorbei.
> Wichtig ist, dass der Bund Einfluss auf die Branche nehmen kann.
(IMG) Bild: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am 25. September in Tussenhausen mit der Drohne CA 1, die von der Firma Helsing entwickelt wurde
Die Diskussion, ob Deutschland bewaffnete Drohnen braucht, ist so alt wie
die Technik selbst. Als die Bundeswehr etwa die bewaffnungsfähige
Heron-Drohne anschaffen wollte, gab es noch im Jahr 2020 [1][heftigen
Widerstand]. Nun will die Bundesregierung mehrere Milliarden für den Kauf
bewaffneter Drohnen ausgeben, und die Diskussion geht nicht mehr darum, ob
sie angeschafft werden, sondern nur noch, zu welchen Bedingungen.
Die Bundeswehr will mehrere Tausend Drohnen bei den deutschen Start-ups
Stark [2][Defence und Helsing] bestellen. Stationiert werden sollen sie zur
Abschreckung Russlands in Litauen. Im Grunde ist diese Entscheidung
richtig. In der Ukraine zeigt sich, wie zentral Drohnen heute auf dem
Gefechtsfeld sind. Etwa 80 Prozent der dortigen Opfer werden durch Drohnen
getötet.
Es wäre naiv, wenn Deutschland diese Entwicklung ignorieren würde. Und
trotzdem macht das Geschäft auch zentrale Probleme sichtbar: Es mangelt in
der Rüstungsbranche an dringend notwendiger Transparenz, sowohl was die
Finanzierung anbelangt als auch, was die Waffen selbst betrifft. Experten
sehen die Drohnen, die die Bundeswehr nun anschafft, als noch nicht
ausgereift.
Der Deal mit Helsing und Stark steht nicht nur für den Einsatz neuartiger
Waffensysteme, er steht auch für die Veränderung der Rüstungsbranche. Stark
und Helsing sind Start-ups und damit neue Player in der Rüstungsindustrie.
Beide verkörpern das, wonach Deutschland dringend sucht: Rüstungsinnovation
made in Germany, entwickelt und produziert ohne die USA.
So ganz konsequent scheint das aber auch in diesem Fall nicht zu
funktionieren. Zu den Investoren von Stark gehören der rechtsautoritäre
Maga-Freund von Donald Trump, [3][Peter Thiel], außerdem die
Investmentgesellschaft der CIA. Die Millionen für Stark und Helsing können
auch als Wette auf die Zukunft verstanden werden, als Investition in eine
wachsende heimische Branche. Der Bund muss dann aber ein Interesse daran
haben, mehr Einfluss und Kontrolle über diese Branche zu bekommen.
25 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anne Fromm
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