# taz.de -- Verein will Polizei verbessern: Kritik und Selbstkritik
       
       > Der Verein BetterPolice fordert eine demokratischere Polizei. Dafür
       > sollen Polizist:innen mit Betroffenen von Polizeigewalt ins Gespräch
       > kommen.
       
 (IMG) Bild: Chiara Malz, Daniela Hunold, Oliver von Dobrowolski und Moderatorin Bianca Nawrath (v. l. n. r.) bei einer BetterPolice-Veranstaltung
       
       Oliver von Dobrowolski, [1][Polizist und Gründer der polizeikritischen
       Organisation BetterPolice], holt weit aus, um den Verein vorzustellen: „Es
       war einmal eine Gruppe Menschen, die sollte Ordnung und Sicherheit
       schaffen“, erzählt er. Und: „Früher war die Polizei nichts anderes als eine
       prügelnde Garde Männer, die den Adeligen den Pöbel von Leib hielt. Die
       dafür sorgte, dass die Reichen reich und die Armen arm blieben.“
       
       Aber was wie ein Märchen aus der Vergangenheit klingt, ist auch heute oft
       noch Realität. „Die Institution Polizei ist regelmäßig von Skandalen
       erschüttert“, sagt Dobrowolski. Mit BetterPolice will er gemeinsam mit
       Mitstreiter:innen innerhalb und außerhalb der Polizei [2][strukturelle
       Missstände im Polizeiapparat] bekämpfen – darunter Rassismus,
       Diskriminierung, exzessive Gewalt und Racial Profiling.
       
       „Wir wollen in die Polizei hineinwirken und gleichzeitig in die
       Gesellschaft“, so Dobrowolski bei einem Pressetermin Mitte Februar in
       Berlin zu seinen Zielen. Der Verein besteht bereits seit 2021, hat sich nun
       aber neu organisiert. Er plane beispielsweise eine Zusammenarbeit und
       Kampagnen mit NGOs, darunter Amnesty International, kündigt Dobrowolski an.
       
       „Die Polizeikultur muss demokratisch, feministisch und gesellschaftlich
       verankert gedacht werden“, fasst die Bundespolizistin Chiara Malz zusammen,
       die dem Vorstand von BetterPolice angehört. Das System müsse auf den
       Prüfstand gestellt werden: „Würden Frauen auch die Polizei von heute
       entwerfen?“ Ein derart hierarchisches und abgeschottetes System könne nur
       ein Produkt männlicher Gewalt sein.
       
       Derzeit gibt es laut Malz einmal pro Monat bei BetterPolice einen Info-Call
       für Interessierte zum Austausch und Kennenlernen. Geplant sei zudem ein
       offener Stammtisch in Berlin, wo sich Aktivist:innen, Polizist:innen
       und Betroffene treffen und Vertrauen aufbauen können. Auch Arbeitsgruppen,
       in denen Menschen zusammenkommen, die Polizeigewalt innerhalb oder
       außerhalb der Polizei erlebt haben, seien in Aufbau. So soll ein
       solidarisches Netzwerk gebildet werden, sagt Malz.
       
       ## Kritik am Umgang mit psychisch Erkrankten
       
       Den Fokus will Oliver von Dobrowolski auch auf den Umgang der Polizei mit
       psychisch erkrankten Menschen richten. „Extrem schutzbedürftige Menschen
       werden von der Polizei immer wieder umgebracht“, kritisiert er. Die Polizei
       dürfe nicht für alles zuständig sein. Es brauche andere Institutionen, die
       für solche Fälle ausgebildet seien.
       
       Erst kürzlich hatte die Berliner Polizei angekündigt, [3][Menschen mit
       psychischen Erkrankungen präventiv erfassen] zu wollen. Das Institut für
       Bürgerrechte und öffentliche Sicherheit schätzt unterdessen, dass seit 2020
       bundesweit [4][42 Menschen in psychischen Ausnahmesituationen von der
       Polizei erschossen] wurden.
       
       ## Polizei als Instrument rechter Parteien
       
       Laut der Polizeiforscherin Daniela Hunold gibt es bei der Polizei Druck,
       sich vorherrschenden Normen und Werten anzupassen. Das sei besonders
       angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklung ein
       Problem. „Derzeit erleben wir erneut einen massiven Rechtsruck“, betont
       Hunold.
       
       In den USA geht die Einwanderungsbehörde ICE brutal gegen die zivile
       Bevölkerung vor, nimmt Menschen aus rassistisch motivierter Diskriminierung
       fest und ermordet sie. [5][Die AfD befürwortet diese Methoden und fordert
       eine Sonderpolizei nach ICE-Vorbild]. „Wir dürfen nicht naiv sein zu
       glauben, dass sowas hier nicht passieren kann“, warnt Hunold.
       
       23 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [5] /Trumps-USA-als-Vorbild/!6148778
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martha Lippert
       
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