# taz.de -- Russische Deserteure in Kasachstan: Ausgeliefert wegen „Rauchens einer Wasserpfeife“
       
       > Kasachstan war für verfolgte Russ:innen ein Zufluchtsort. Das hat sich
       > geändert. Seit Januar werden immer mehr Menschen an Russland
       > ausgeliefert.
       
 (IMG) Bild: Baikonur, Kasachstan, 9. September 2024: Das Plakat zeigt den russischen Präsidenten Putin und Kasachstans Präsidenten Tokajew
       
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       Am 18. Februar 2026 öffnet „Mediazona“ mit dem [2][folgenden Beitrag] ein
       Fenster nach Russland. 
       
       Kasachstan ist [3][seit der Vollinvasion in der Ukraine] zu einem der
       wichtigsten Emigrationsziele für Russ:innen geworden. Das liegt am
       visafreien Einreiseverfahren und der Möglichkeit, mit einem Inlandspass
       einzureisen. [4][Bislang galt das Land] für verfolgte Russ:innen als
       relativ sicher. Seit Ende Januar häufen sich jedoch Nachrichten, dass die
       Regierung in Astana Asylsuchende, Deserteure und
       Antikriegsaktivist:innen an Russland ausliefert.
       
       „Die Politik gegenüber Russ:innen hat sich ohne vorherige Anzeichen
       geändert“, sagt der kasachische Menschenrechtler Artur Alchastow [5][im
       Gespräch mit Mediazona]. Ihm zufolge gab es keine öffentliche Debatte und
       keine offiziellen Erklärungen, aus denen man hätte schließen können, dass
       sich die Lage für Russ:innen nun zum Schlechteren wenden würde. Seit den
       letzten Wochen häufen sich die Abschiebungen.
       
       ## Kasachische Sicherheitskräfte arbeiten zusammen mit russischen
       Geheimdiensten
       
       Am 1. Februar wurde der Programmierer Alexander Katchurkin nach Russland
       abgeschoben. Gegen ihn waren zwei Verwaltungsprotokolle wegen unerlaubten
       Überquerens der Straße und „Rauchens einer Wasserpfeife in einem Gebäude“
       erstellt worden. Er wurde am Flughafen in Russland festgenommen und wegen
       Geldtransfers in die Ukraine des Landesverrats beschuldigt.
       
       Am 2. Februar wurde Semyon Bazhukov, der aus einer Militärbasis in
       Priozersk geflohen war, an russische Militärs übergeben. Zelimkhan
       Murtazov, der in der Einheit „Achmat“ diente und nicht aus dem Urlaub
       zurückkehrte, hat seit dem 26. Oktober 2025 die Transitzone des Flughafens
       von Astana nicht mehr verlassen – aus Angst, an Russland ausgeliefert zu
       werden.
       
       Am 5. Februar hat ein Gericht in Astana den Antrag auf Flüchtlingsstatus
       des russischen Offiziers Jewgeni Korobow abgelehnt. [6][Dieser war
       desertiert] und hatte das Land mit gefälschten Dokumenten verlassen.
       Korobow ist der elfte russische Deserteur, dem die kasachischen Behörden
       seit Beginn der russischen Invasion Schutz verweigert haben.
       
       Am 10. Februar hat die Generalstaatsanwaltschaft Kasachstans dem Antrag
       Russlands auf Auslieferung der St. Petersburger Aktivistin Julia Emelianowa
       stattgegeben. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen des Diebstahls eines
       Telefons von einem Taxifahrer eingeleitet. Eine ähnliche Entscheidung traf
       die Generalstaatsanwaltschaft bereits am 30. Januar beim gesuchten
       Tschetschenen Mansur Movlaev. Beide hatten in Kasachstan Asyl beantragt.
       
       Bislang war die Lage vor allem für Ukrainer:innen in Kasachstan sehr
       schlecht, die meisten erhielten keinen Flüchtlingsstatus. In den kommenden
       Monaten dürfte sich nun die Situation auch für Russ:innen noch weiter
       verschärfen.
       
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       18 Feb 2026
       
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