# taz.de -- Ukraine-Verhandlungen in Genf: Keine Einigung in zentralen Fragen
       
       > Die Gespräche waren am Mittwoch am zweiten Verhandlungstag nach nur zwei
       > Stunden zu Ende gegangen. Die ukrainische Seite spricht dennoch von
       > Fortschritten.
       
 (IMG) Bild: Der Krieg geht erst mal weiter: ein als Denkmal genutztes Flugzeug, gesehen durch ein Netz zum Schutz vor russischen Drohnen
       
       afp | Im Ringen um ein [1][Ende des Ukrainekriegs] sind erneute
       Verhandlungen zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands in der Schweiz
       ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Auch nach den zweitägigen
       direkten Gesprächen unter Vermittlung der USA „gehen die Positionen
       auseinander, weil die Verhandlungen nicht einfach waren“, sagte der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch vor Journalisten. Der
       russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski bezeichnete die Gespräche
       als „schwierig, aber sachlich“ und kündigte neue Verhandlungen „in naher
       Zukunft“ an.
       
       Die [2][Gespräche in Genf] waren am Mittwochvormittag nach nur rund zwei
       Stunden zu Ende gegangen. Bei den am Dienstag begonnenen zweitägigen
       Verhandlungen unter Vermittlung der USA war erneut über Möglichkeiten zur
       Beendigung des seit nunmehr fast vier Jahren andauernden russischen
       Angriffskriegs in der Ukraine mit Zehntausenden Toten verhandelt worden.
       
       Beide Seiten hätten sich zwar auf „fast alle Punkte“ im Zusammenhang mit
       einem Mechanismus zur Überwachung eines Waffenstillstands unter Beteiligung
       der USA geeinigt, erklärte Selenskyj. Doch in der zentralen Streitfrage
       über die von Russland geforderten Gebiete im Osten der Ukraine sei keine
       Einigung erlangt worden.
       
       Auch die Zukunft des derzeit von russischen Streitkräften besetzten
       ukrainischen Atomkraftwerks in Saporischschja sei eine ungelöste „sensible
       Frage“, erklärte der ukrainische Präsident. Moskau fordert als
       Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe eine vollständige Abtretung der
       Industrieregion Donbass im Osten der Ukraine durch Kyjiw, auch von
       Gebieten, die noch gar nicht von Russland erobert wurden. Die Ukraine lehnt
       dies jedoch ab.
       
       ## Gespräche seien „intensiv und substanziell“ gewesen
       
       Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow sprach seinerseits von
       „Fortschritten“ bei den Verhandlungen. Die Gespräche in Genf seien
       „intensiv und substanziell“ gewesen und hätten sowohl politische als auch
       militärische Themen behandelt. Details könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch
       nicht bekannt gegeben werden; „wir konzentrieren uns darauf, die
       wichtigsten Bestimmungen auszuarbeiten“, fügte Umerow hinzu. Dies sei
       jedoch eine „komplexe Aufgabe, die die Abstimmung aller Parteien und
       ausreichend Zeit erfordert“.
       
       In einem nächsten Schritt solle ein Konsens erreicht werden, um „die
       ausgearbeitete Entscheidung dem Präsidenten zur Prüfung vorzulegen“.
       Vonseiten der Ukraine bleibe das Ziel unverändert ein „gerechter und
       nachhaltiger Frieden“.
       
       Die USA wurden vom Sondergesandten Steve Witkoff sowie dem
       Präsidentenberater Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald
       Trump, vertreten. Nach Abschluss des ersten Verhandlungstags hatte Witkoff
       erklärt, es seien „bedeutende Fortschritte“ erreicht worden. Auch
       Sicherheitsberater europäischer Länder, darunter Deutschlands, waren in der
       Schweiz vor Ort und stimmten sich am Rande der Verhandlungen mit den
       Delegationen der Ukraine und der USA ab.
       
       [3][Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen
       Delegationen in Abu Dhabi] hatten kein Ergebnis gebracht. Trump hatte im
       Vorfeld der Gespräche in Genf in der Schweiz erneut die Ukraine zu einer
       baldigen Einigung mit Moskau gedrängt.
       
       18 Feb 2026
       
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