# taz.de -- Starlink in Russland deaktiviert: Blockierte Kommunikation lässt Ukraine vorrücken
> US-Milliardär Elon Musk hat dem russischen Militär die Internetverbindung
> gekappt. Seitdem hat die Ukraine deutliche Geländegewinne erzielt.
(IMG) Bild: Bat Elon Musk, das Starlink-System für die russischen Truppen abzustellen: Mykhailo Fedorow, früherer IT-Experte und nun Verteidungsminister der Ukraine
Diebstahl rächt sich. Unter Umgehung der westlichen Sanktionen hat sich
Russland eines der Mittel geholt, mit denen die ukrainische Armee bisher im
Drohnenkrieg die russischen Angreifer in Schach gehalten hatte: das
[1][Starlink-Satellitensystem von SpaceX des exzentrischen US-Milliardärs
Elon Musk]. Doch als Starlink für die russischen Truppen deaktiviert wurde
und Russlands Drohnenlenker so quasi „blind“ waren, konnten ukrainische
Truppen innerhalb weniger Tage so große Geländegewinne verzeichnen wie seit
knapp drei Jahren nicht mehr.
Eine Datenanalyse der renommierten US-Denkfabrik Institute for the Study of
War (ISW) belegt, dass die Ukraine zwischen Mittwoch und Sonntag
vergangener Woche 201 Quadratkilometer ihres zuvor von Russland
eingenommenen Staatsgebiets zurückerobert hat. Ein Großteil davon liegt
laut der tagesgenauen ISW-Analyse in der Region Saporischschja. Seit einer
Gegenoffensive im Juni 2023 haben Kyjiws Truppen nicht mehr so viel Gebiet
in so kurzer Zeit zurückgewonnen.
Das ISW führt das Vorrücken der ukrainischen Streitkräfte auch auf die
Blockierung des russischen Zugangs zum Satellitensystem Starlink zurück.
Dadurch werde nicht nur die Kommunikation der Invasoren gestört, sondern
auch die Steuerung ihrer Drohnen erschwert. Russland hatte illegal über
Drittstaaten Starlink-Systeme importiert und Drohnen sowie Militäreinheiten
damit ausgestattet. Damit sollte die russische Armee – wie auch die
ukrainische – ihre Kampfdrohnen mit mobilem Internet via
Starlink-Satelliten steuern können.
## Gute Beziehungen zu Musk
Seit Anfang Februar können Moskaus Truppen dieses System nicht mehr nutzen,
was die Kommunikation mit ihren mit Starlink-Empfängern ausgestatteten
Drohnen verunmöglicht hat. Der neue ukrainische Verteidigungsminister, der
erst 34 Jahre alte Mychailo Federow, war zuvor Minister für digitale
Transformation und ist ein erfahrener IT-Experte. Er kennt Elon Musk seit
Jahren und bat ihn, das illegal von Russland genutzte Starlink-System für
die russischen Truppen abzustellen.
Dafür wurden alle in der Ukraine zugelassenen Starlink-Geräte neu
registriert. Zugleich wurden alle sich auf und über dem Staatsgebiet (und
somit auch den besetzten Gebieten) befindlichen nicht registrierten Geräte
abgeschaltet. Ausgerüstet mit 9.646 erdnahen Satelliten bietet Starlink
Internet auch in entlegenen und nicht anders versorgten Gebieten an. Die
Satelliten halten ständigen Kontakt mit Terminals auf der Erde und
gewährleisten so ununterbrochen Zugang zum Internet. Die Kosten für die
Nutzung durch die ukrainische Armee wird mit 80 Millionen Dollar jährlich
beziffert, für die bisher Polen aufkam.
Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos versucht bisher ebenso erfolglos wie
pompös medial angekündigt, eine Starlink-Alternative aufzubauen. Natürlich,
wie von den Staats-TV-Kanälen verbreitet, viel besser, viel billiger und
viel effizienter. Wahlweise sollen dafür russische „Sorkij“-Satelliten von
Roskosmos gebaut und ins All gebracht werden, oder von der privaten
russischen Firma Büro 1440 entwickelte Satelliten namens „Rasswet“
(„Morgendämmerung“). Gemeinsam ist beiden Projekten, dass sie immer weiter
verschoben werden.
## Russland versucht es mit „Barrasch-1“
Nun soll es eine „Barrasch-1“ genannte unbemannte stratosphärische
Plattform richten: Eine aus Spezialpolymeren gefertigte zeppelinförmige
Flotte vollgepackt mit Kommunikationstechnik, die 20 Kilometer außerhalb
der Erde kreisen und entlegene Regionen mit Internet versorgen soll.
Angeblich sei der erste Testflug des Zeppelins, der von Aerodromash in
Nowgorod in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Technischen Universität
Moskau entwickelt wurde, erfolgreich gestartet.
Unterdessen kam es parallel zu den am Dienstagmorgen in Genf begonnenen
Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, vermittelt durch die USA,
zu gegenseitigen schweren Angriffen. Russland griff in der Nacht [2][mit
Raketen und Drohnen erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine] an.
Die ukrainische Armee hat ihrerseits eine Ölraffinerie im südrussischen
Krasnodar mit Drohnen in Brand gesetzt sowie eine der größten russischen
Chemiefabriken bei Perm im Ural angegriffen.
17 Feb 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Mathias Brüggmann
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