# taz.de -- Ukraine-Verhandlungen in Genf: Zaudern hat noch keinen Krieg beendet
       
       > Die Ukraine konnte 200 Quadratkilometer Gebiet zurückgewinnen. Mit genug
       > Druck der EU ließe sich Putin zu echter Verhandlungsbereitschaft zwingen.
       
 (IMG) Bild: Die nächste Runde der trilateralen Friedens-verhandlungen: Jared Kushner und Steve Witkoff am Dienstag in Genf, Schweiz
       
       Dass New Yorker Immobilieninvestoren effizienter sind als professionelle
       Diplomat:innen auf internationalem Parkett, wird dieser Tage
       eindrücklich bewiesen: Steve Witkoff, einst Trump-Anwalt und
       Trump-Wahlkampfspender, verhandelt als Unterhändler des US-Präsidenten in
       Genf derzeit sogar zeitlich und räumlich parallel Lösungen für den
       russischen Überfall auf die Ukraine und das iranische Atomprogramm.
       
       Scherz beiseite: Es ist erbärmlich, wie der Westen versucht, Großkonflikte
       einzuhegen oder zu lösen. Die EU steht kommentierend am Spielfeldrand, hat
       nichts dafür getan, selbst eingewechselt zu werden, um auf dem
       diplomatischen Spielfeld aufzulaufen. Die USA kicken mit einer, gemessen an
       ihrer Erfahrung, Drittligamannschaft. Ergebnis offen.
       
       Da die Verhandlungsführung von Trump [1][vollkommen falsch angelegt war],
       kam es zunächst zu einem Treffen mit Russlands Herrscher Wladimir Putin in
       Alaska – mit einem vorläufigen, für Russland gegenüber der Ukraine sehr
       günstigen Deal. Erst danach folgten Verhandlungen mit beiden Seiten.
       Logischerweise haben sich die russischen Unterhändler in die Schützengräben
       zurückgezogen und verteidigen den Alaska-Deal, der ukrainische
       Gebietsabtretung und russische Wirtschaftskooperation mit den USA vorsieht.
       
       Dass man sie daraus vertreiben kann, hat die Ukraine dieser Tage
       eindrücklich bewiesen: [2][200 Quadratkilometer ukrainischen Staatsgebiets
       konnten Kyjiws Truppen den russischen Besatzern abringen], die durch das
       Abschalten des US-Satellitensystems Starlink für Moskaus Soldateska
       zwischenzeitlich „blind“ waren.
       
       Das beweist, dass das oft verbreitete Narrativ, die Ukraine sei ohnehin
       verloren, falsch ist. Die Ukraine stemmt sich weiter erfolgreich gegen
       Russlands Aggression. Europa muss das endlich mit allen Kräften
       unterstützen, um echte Verhandlungsbereitschaft Putins zu erzwingen. Bisher
       sind Witkoffs Gespräche Scheinverhandlungen zum Zeitgewinn Russlands –
       begleitet von brutalen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur,
       um mit Bildern entsetzlich frierender Menschen Verhandlungsdruck auf Kyjiw
       auszuüben.
       
       Die militärische Realität ist eine andere: Die Ukraine kann Russland
       zurückdrängen – auch in unser aller Interesse –, wenn genügend
       Unterstützung kommt und wenn Sanktionen gegen Russland verschärft und –
       siehe Starlink – konsequent umgesetzt werden. Sonst werden sich Kyjiws
       Truppen künftig wieder schleichend immer weiter zurückziehen müssen.
       
       17 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://taz.de/Verhandlungen-ueber-Ukraine-Krieg/!6148026/&ved=2ahUKEwj3z-3d5uCSAxXbZ_EDHVt7IScQFnoECBkQAQ&usg=AOvVaw3jYh8Tm9XUJLO0zQlk56jj
 (DIR) [2] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.tagesanzeiger.ch/ticker-ukraine-russland-krieg-treffen-in-genf-514789244253&ved=2ahUKEwievf_I5uCSAxVrQvEDHWqSJw0QFnoECEkQAQ&usg=AOvVaw0e4cvGeCtLbBI2M213rfFJ
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mathias Brüggmann
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Ukraine
 (DIR) Russland
 (DIR) Genf
 (DIR) Friedensverhandlungen
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Wladimir Putin
 (DIR) GNS
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ukraine-Verhandlungen in Genf: Kleine Schritte
       
       In Europa herrscht das Narrativ vor, dass man mit der russischen Regierung
       nicht reden kann. Warum hätten die Europäer dann in Genf vertreten sein
       sollen?
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Angespannte Friedensgespräche in Genf
       
       Der US-Unterhändler Steve Witkoff sieht schon Fortschritte am ersten Tag,
       offenbar aus Zweckopitimismus. Alle anderen vermissen greifbare Ergebnisse.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukraine und Russland führen neue Verhandlungen in Genf
       
       Auf neutralem Boden loten Unterhändler der Ukraine und Russlands
       Bedingungen für ein Kriegsende aus. Das Misstrauen ist groß.
       
 (DIR) Krieg in der Ukraine: Erster Gefangenenaustausch seit fünf Monaten
       
       Moskau und Kyjiw einigen sich bei einer neuen Verhandlungsrunde in Abu
       Dhabi auf die Freilassung von 314 Gefangenen.
       
 (DIR) Russischer Drohnenangriff auf Zug: In Stücke gerissene Leichen am Bahngleis
       
       Russische Truppen haben im ukrainischen Gebiet Charkiw gezielt einen Zug
       mit Zivilisten angegriffen. Mindestens fünf Menschen starben, die Zahl
       könnte noch steigen.