# taz.de -- Ukraine-Verhandlungen in Genf: Knallhart auf Kreml-Linie
       
       > Zwei Tage lang wollen die USA erneut zwischen Russland und der Ukraine
       > vermitteln. Russlands Delegation führt Putins Hardliner Wladimir Medinski
       > an.
       
 (IMG) Bild: Die russische Delegation in Genf mit Wladimir Medinsk (Mitte), dem Berater des russischen Präsidenten Putin
       
       In [1][Genf hat am Dienstag mit Vertretern aus der Ukraine, Russland und
       den Vereinigten Staaten eine weitere Verhandlungsrunde begonnen], um
       Russlands vollumfänglichen Angriffskriegskrieg in der Ukraine zu beenden.
       Für die Gespräche sind zwei Tage angesetzt.
       
       „Sicherheits- und humanitäre Fragen stehen auf der Tagesordnung. Wir
       arbeiten konstruktiv, zielorientiert und ohne überzogene Erwartungen. Unser
       Ziel ist es, die Entwicklung von Lösungen zu beschleunigen, die einen
       nachhaltigen Frieden ermöglichen“, schrieb der Sekretär des Sicherheits-
       und Nationalen Verteidigungsrates und Leiter der ukrainischen Delegation,
       Rustem Umerow, in den sozialen Medien.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstagmorgen auf Nachfragen von
       Journalist*innen an Bord der Air Force One gesagt, Kyjiw täte gut
       daran, sich jetzt so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zu
       setzen. Washington sei in einer Position, um die Ukraine dazu zwingen zu
       können.
       
       Die Warnung Umerows vor „überzogenen Erwartungen“ ist noch eine
       optimistische Umschreibung dessen, was in Genf passieren könnte.
       Beobachter*innen gehen jedenfalls davon aus, dass aus den
       Verhandlungen wenig bis gar nichts herauskommen wird.
       
       ## Als Diplomat ist Medinski bisher nicht aufgefallen
       
       Aus gutem Grund: Der Stellenwert dieser Verhandlungen für Moskau zeigt sich
       auch an der Ernennung von [2][Wladimir Medinsk]i, der in Genf die russische
       Delegation anführt. Als Mann mit besonderen diplomatischen Fähigkeiten ist
       der 55-Jährige bislang nicht sonderlich aufgefallen, wenngleich er 2022 und
       2025 bei den russisch-ukrainischen Gesprächen in Istanbul die russische
       Delegation leitete. Nicht umsonst hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr
       Selenskyj 2022 die russische Abordnung als „Attrappe“ bezeichnet, die nicht
       auf Kompromisse, sondern auf Täuschung ausgelegt sei.
       
       Dafür hat Medinski, in der heutigen Ukraine geboren, andere Qualitäten. Er
       ist knallhart auf Kremllinie. Auf selbige brachte er als Kulturminister,
       der er von 2012 bis 2020 war, auch den Kulturbetrieb. Er schrieb mehrere
       historische Sachbücher und wirkte an einem Geschichtsbuch mit, das seit
       2023 an allen Schulen verwendet wird. Darin findet sich der Satz, die
       Ukraine sei ein Mittel des Westens, um Russland zu zerstören.
       
       Zudem soll Medinski auch historische Essays und Reden für den Kremlchef
       verfasst haben – „Putins historischer Ghostwriter“, wie ihn die New York
       Times einmal nannte. Kurz vor dem Beginn von Russlands Vollinvasion am 24.
       Februar 2022 schrieb Medinski: „Der zeitgenössische Staat, den wir
       gewöhnlich Ukraine nennen, ist ein historisches Phantom.“ Dieses ist, wie
       der Krieg seit 2022 zeigt, jedoch erstaunlich widerständig.
       
       17 Feb 2026
       
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 (DIR) Barbara Oertel
       
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