# taz.de -- Ausweitung der russischen Angriffe: Der Ukraine konsequent helfen – jetzt!
       
       > Russlands Terror gegen die Ukraine geht weiter, partielle Feuerpausen
       > sind eine reine Finte. Europa darf nicht tatenlos zusehen.
       
 (IMG) Bild: Hilfe in dunklen, kalten Zeiten – Alltag in der Ukraine
       
       Hunderte von Drohnen, Dutzende von Raketen, vier zerschossene
       Heizkraftwerke, Hunderttausende erneut von Heizung und Wärme abgeschnittene
       Menschen – [1][das ist die Bilanz der neuen russischen Luftangriffe auf die
       Ukraine in der Nacht zu Dienstag]. Noch während Donald Trump sich erneut
       damit brüstete, er habe Wladimir Putin zum Stopp seiner Angriffe überredet,
       entfesselte der russische Präsident seine bisher härteste Attacke des
       Jahres – in der bisher kältesten Winternacht. Das sind nicht bloße
       „Angriffe auf die Energieinfrastruktur“. Es ist systematischer Terror gegen
       die Bevölkerung.
       
       Die zwischen Trump und Putin vereinbarte partielle Feuerpause Russlands
       erweist sich als reine Verschnaufpause, in der Putin seine Waffen neu
       sortieren konnte. Auch Massenmörder müssen sich zwischendurch mal ausruhen,
       um dann mit frischer Kraft wieder zuschlagen zu können.
       
       Und es ist natürlich ein vertrautes Spiel, gerade während eines laufenden
       Friedensprozesses – die trilateralen Gespräche zwischen Russland, der
       Ukraine und den USA sollen am Mittwoch in Abu Dhabi weitergehen –
       militärisch zu eskalieren. „Talk and Fight“ heißt das in der
       internationalen Diplomatie; „den Entscheidungsspielraum der Ukraine
       verringern“, nennt es der Kreml.
       
       In der Ukraine [2][weckt der Horror andere Assoziationen, etwa an den
       Holodomor-Völkermord der 1930er Jahre], als Stalin die Ukraine gezielt
       aushungerte. Die Menschen starben damals nicht, weil sie direkt ermordet
       wurden, sondern weil sie verhungerten. Heute sterben sie nicht, weil sie
       direkt bombardiert werden, sondern weil sie erfrieren.
       
       Die europäische Öffentlichkeit verschließt davor momentan die Augen.
       Vielleicht, um die unangenehmen Konsequenzen für sich selbst auszublenden.
       Denn man kann eigentlich nicht tatenlos zusehen. Wer an Frieden für die
       Ukraine interessiert ist, muss ihr jetzt helfen, und zwar in einer anderen
       Dimension als bisher. Es braucht flächendeckend zivile Aufbauteams, eine
       massive Aufstockung der ukrainischen Luftabwehr und auch ein konsequentes
       Vorgehen gegen die „Schattenflotte“, die russisches Öl in alle Welt
       transportiert, um das Geld zu erwirtschaften, mit dem Russland seine
       Rüstungsbestände immer neu auffüllt.
       
       In letzter Konsequenz darf Europa, wenn es die eigenen Werte ernst nimmt,
       auch gezielte Schläge gegen die Stationierungsorte der russischen Raketen
       und Drohnen nicht ausschließen. Europa hat sich schon bereit erklärt, in
       der Zukunft militärisch zu handeln, sollte Russland ein zukünftiges
       Ukraine-Friedensabkommen brechen. Also muss es auch bereit sein, jetzt zu
       handeln, um jetzt den russischen Terror zu beenden.
       
       3 Feb 2026
       
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