# taz.de -- Dringliche Fragen zu den Winterspielen: Im Gespräch mit der Olympic AI
       
       > Ein olympischer KI-Chatbot zieht die Tränen von IOC-Präsidentin Coventry
       > in Zweifel. Einen Dopingfall gibt es nicht. Sowieso läuft alles bestens.
       
 (IMG) Bild: Weint IOC-Präsidentin Kirsty Coventry? Der olympische Chatbot will das nicht bestätigen
       
       Die eine oder andere Frage hat sich bei mir aufgetan im Verlaufe dieser
       Winterspiele. Umso dankbarer bin ich für das Angebot, das die
       Olympia-Organisatoren allen über ihre Website macht: „Treffen Sie Ihren
       Olympic-AI-Assistenten.“
       
       Schnell kommen wir ins Gespräch und binnen kürzester Zeit stelle ich fest,
       wie gut dieser KI-Chatbot vorbereitet ist. So viel trainiert hat
       möglicherweise kein anderer Olympiateilnehmer. Die chinesische
       Handelsplattform Alibaba, [1][ein Hauptsponsor des IOC], hat den Chatbot
       zur Verfügung gestellt, wie ich unter den rechtlichen Hinweisen erfahre.
       
       Was mich wirklich brennend interessiert: [2][Warum hat die IOC-Präsidentin
       Kirsty Coventry geweint,] als sie den ukrainischen Skeletoni Wladyslaw
       Heraskewytsch von den Olympischen Spielen ausgeschlossen hat? Umgekehrt
       wäre das für mich nachvollziehbarer gewesen.
       
       Es dauert fast 20 Sekunden, bis Olympic AI antwortet. Vermutlich müssen
       einige Filter durchlaufen werden: „Es gibt keine bestätigten Berichte oder
       offiziellen Quellen, die belegen, dass Kirsty Coventry nach der
       Disqualifikation von Heraskewytsch geweint hat. Die Behauptung, sie habe
       Tränen vergossen, ist nicht verifiziert und wird durch die aktuellen Daten
       nicht gestützt.“ Alles also nur Fake News? Hat denn Kirsty Coventry
       überhaupt schon mal geweint, frage ich.
       
       ## Tiefgründig
       
       Olympic AI erinnert an emotionale Momente in der Karriere der ehemaligen
       Schwimmerin, die mit Tränen verbunden gewesen seien, [3][und an die
       Eröffnungsrede der Winterspiele in Mailand] – „ein weiterer emotionaler
       Höhepunkt“. Und Olympic AI führt aus: „Ihre Worte – insbesondere die
       Botschaft ‚I am because we are‘ wurden von vielen als tiefgründig und
       inspirierend wahrgenommen. Die emotionale Kraft ihrer Rede spiegelte ihre
       lebenslange Verbundenheit mit dem olympischen Geist wider.“
       
       Wer beginnt da nicht, diese von vielen auch gescholtene Frau mit anderen
       Augen zu sehen und die jüngsten Berichte über die positive Dopingprobe der
       Biathletin Rebecca Passler in Zweifel zu ziehen. Also raus mit der Sprache,
       lieber olympischer Chatbot, gab es bei diesen Winterspielen überhaupt einen
       Skandal? Wieder nach einiger Bedenkzeit heißt es: „Laut den offiziellen
       Quellen und aktuellen Berichten verlaufen die Spiele in Milano Cortina 2026
       reibungslos, ohne öffentlich bekannt gewordene Vorfälle im Zusammenhang mit
       Doping, Wettkampfentscheidungen, Fehlverhalten oder organisatorischen
       Problemen.“ Die Spiele seien bislang ein Erfolg „geprägt von einer starken
       operativen Umsetzung, einer begeisterten Beteiligung der Öffentlichkeit und
       einer lebendigen kulturellen Atmosphäre“.
       
       Es mag immer welche geben, die auch jetzt noch auf die Olympia-Macher
       einprügeln wollen. Denen sei ein Blick ins Kleingedruckte, auf die
       rechtlichen Hinweise empfohlen. Dort heißt es, der Chatbot könne „ungenaue,
       unvollständige oder voreingenommene Ergebnisse liefern“. Mehr Transparenz
       geht wohl kaum.
       
       16 Feb 2026
       
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